Vier Fragen an... DER KI-AUDITOR.

Lars Zimmermann, Gründer DER KI-AUDITOR
Lars Zimmermann, Gründer DER KI-AUDITOR

Was ist KI-Sparring für Entscheider, und was ist das Besondere daran?

KI-Sparring ist eine kleine, vertrauliche Online-Runde für Geschäftsführende und Entscheider. Jeden Mittwoch, wahlweise vormittags oder nachmittags, maximal vier bis sechs Teilnehmende, eine Anmeldung je Unternehmen. Kein Vortrag, kein Verkaufstermin. Es wird über die Fragen gesprochen, die man in großer Runde nicht stellt. Wo lohnt sich KI im eigenen Betrieb wirklich, wo verbrennt man Geld, und was verlangt der Gesetzgeber inzwischen tatsächlich. Es gibt keine Aufzeichnung und kein Transkript, es gilt die Chatham-House-Regel.

Das Besondere ist die Herkunft der Antworten. Ich berate nicht über KI, ich verantworte sie selbst. Als Geschäftsführer der FERNAU Präzisionstechnik GmbH habe ich unser eigenes ERP mit KI umgebaut, im laufenden Betrieb, mit allen Umwegen. Die Auftragserfassung dauert heute 26 Sekunden statt 12 Minuten, die Prozesskosten je Vorgang liegen bei 6 Cent statt 5,14 Euro. Beides gemessen, nicht geschätzt. Wer im Sparring fragt, bekommt deshalb auch die Stolpersteine zu hören, die in keinem Beratungs-Deck stehen. Und ich bin transparent und ehrlich. Ich sage ehrlich, wo ich Fehler gemacht habe. Wo ich Geld verbrannt habe und was absolut für mich nicht funktioniert hat. Diese Transparenz kommt gut an und lockert die Runde sofort auf.

Was war oder ist die größte Herausforderung?

Die Ehrlichkeit im Raum. Ein Geschäftsführer sagt vor Fremden ungern, dass er bei KI nicht durchblickt. Genau das ist aber die Voraussetzung dafür, dass die Runde etwas bringt. Deshalb ist das Format so gebaut, wie es gebaut ist: klein genug, dass jeder zu Wort kommt, nur eine Person je Unternehmen, damit niemand vor dem eigenen Team sitzt, keine Aufzeichnung, und Anmeldung ausschließlich mit Firmen-E-Mail.

Die zweite Herausforderung ist die Rollentrennung. Ich bin Auditor und ich bin Unternehmer. Wer sich im Sparring beraten lässt, darf von mir hinterher nicht auditiert werden. Diese Grenze ziehe ich selbst, bevor jemand danach fragt.

Was macht die Lösung erfolgreich?

Drei Dinge.

Erstens die Doppelrolle. Ich komme aus der Werkstatt, nicht aus der Beratung. Ich habe mich vom Verfahrensmechaniker in der Luftfahrt bis in den Chefsessel hochgearbeitet.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn eine Investition schiefgeht, weil ich es selbst bezahlt habe. Ich verstehe aber auch die Menschen an der Werkbank. Was bedeutet diese Änderung des Chefs für mich? Hat er dies und jenes berücksichtigt? Gerade wenn Geschäftsführende Entscheidungen treffen, blickt die Belegschaft oft kritisch drauf.

Zweitens die fachliche Grundlage. Ich bin zertifizierter Senior Lead Auditor und Senior Lead Implementer für ISO/IEC 42001, dazu Lead Auditor und Lead Implementer für ISO/IEC 27001. Und ich stehe gerade vor dem Abschluss zum Certified U.S Data Privacy Officer. des Weiteren verfüge ich über den Abschluss zum KI-Manager (IHK).
Das heißt im Sparring: Der EU AI Act und die Normen kommen in Klartext auf den Tisch, mit dem nächsten konkreten Schritt, nicht als Paragrafendschungel und nicht als Drohkulisse. Aber auch Lösungen für Probleme im Unternehmen werden offen diskutiert. Wo macht der Einsatz von KI Sinn? Wie kann ich dadurch effizienter arbeiten? Was kostet es mich wirklich.

Drittens das Format selbst. Ein Online-Termin ohne Reisezeit kostet einen Entscheider 60 Minuten statt einen ganzen Tag. Das ist der Grund, warum die Leute wiederkommen. Und es entwickelt sich ein vertrauensvolles Verhältnis ohne Berater Bla-Bla und dem Eindruck „Der will mir nur was verkaufen“

Natürlich weiß jeder, dass er mich auch für Schulungen, Trainings, Sparring oder Consultingtätigkeiten buchen kann, aber das ist nicht das Ziel dieser Veranstaltung. Mein Ziel ist es, dem Mittelstand zu helfen. Aus der Praxis für die Praxis. Und das ohne 25.000 Euro oder mehr auszugeben, noch bevor überhaupt irgendwas passiert ist. Ich habe es selbst erlebt, die Berater kamen rein, brauchten erstmal ein On-Boarding und die erste Woche war genauso schnell vorbei wie die ersten 10.000 Euro kosten angefallen sind.

Warum sind Sie Mitglied bei Hessenmetall?

Weil wir dort hingehören. Die FERNAU Präzisionstechnik GmbH ist ein produzierender Betrieb der Metall- und Elektroindustrie, und das ist unter anderem auch der Sektor, für den ich KI beurteile. Mir sind Zerspanung, Auftragsdurchlauf und Fachkräftemangel als Alltag vertraut, nicht als Fallstudie.

Dazu kommt der Austausch. Beim Impulsvortrag mit Hessenmetall und AutonomIQ in der FlowFactory der TU Darmstadt im April habe ich gemerkt, wie ähnlich die Fragen in den Betrieben sind und wie selten sie offen gestellt werden. Ein Verband, der genau diese Betriebe zusammenbringt, ist für ein Format wie das KI-Sparring der natürliche Ort.

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Merianstraße 5a
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