Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement
Nachhaltiges Wirtschaften gewinnt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) immer mehr an Bedeutung. Maßnahmen zur ökologischen, ökonomischen, und sozialen Nachhaltigkeit können in KMU meist einfach und kosteneffizient ergriffen werden. Ein Nachhaltigkeitsmanagement, das diese Maßnahmen im Unternehmen in eine langfristige Unternehmensstrategie einbettet, muss weder komplex noch aufwendig sein. Aufgrund der geringen Größe und der Möglichkeit, flexibel und innovativ zu handeln, haben KMU sogar besonders gute Voraussetzungen, ihrer Verantwortung umfassend nachzukommen.
Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung – die „Sustainable Development Goals“ (SDGs) verabschiedet. Sie gelten von 2016 bis 2030 für alle Länder und streben deutliche Verbesserungen für wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Teilhabe und ökologische Balance an. Unternehmen mit einem Nachhaltigkeitsmanagement handeln im Sinne dieser SDGs.
Daneben bedeutet „Nachhaltigkeit“, die Situation eines Unternehmens auf positive Zukunftsaussichten auszurichten, den langfristigen Fortbestand und Erfolg zu sichern und die Zufriedenheit von Kunden, Beschäftigten, Inhabern sowie Geschäftspartnern zu verbessern. Damit ist die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft gemeint und umfasst sowohl soziale, ökologische als auch ökonomische Aspekte.
Somit rückt das Thema „Nachhaltigkeit“ immer stärker in den wirtschaftlichen Fokus von Unternehmen.
Zudem wurde von der EU-Kommission 2021 ein Richtlinienvorschlag ausgearbeitet, der die Nachhaltigkeitsberichterstattung mit einer Pflicht zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten auf alle großen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ausweitet.
Gemäß einer DRSC-Studie (Deutsches Rechnungslegungs-Standards-Comittee) bedeutet dies eine Erhöhung der Anzahl betroffener deutscher Unternehmen um den Faktor 30. Auch wenn KMU auf den ersten Blick noch nicht direkt von dieser Berichtspflicht betroffen sind, wird die neue Richtlinie indirekt Auswirkungen auf viele KMU über Kunden, Kreditinstitute und Versicherungen haben, wenn diese zur Erfüllung ihrer eigenen Berichtspflicht dies auch von ihren Geschäftspartnern (KMU) fordern. Dies wird durch die darzulegende Verantwortung der berichtspflichtigen Unternehmen für die Lieferkette im Nachhaltigkeitsbericht sowie das Lieferkettengesetz impliziert.
Die erfolgreiche Umsetzung dieser unternehmerischen Verantwortung, auch als Corporate Responsibility bezeichnet, ist somit eine wichtige strategische Aufgabe für alle Unternehmen geworden.