Oberst Michael Feltenund Professor Dr. Hubertus Bardt referieren im Haus der Wirtschaft Südhessen
Bundeswehr und Wirtschaft für ein resilientes Südhessen
Darmstadt. „Krieg als Mittel der Politik ist zurück in Europa! Seit mehr als vier Jahren führt Russland einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zum Schutz unserer Werte und unserer freiheitlichen Lebensweise müssen gesamtgesellschaftliche Anstrengungen unternommen werden, um Russland vor weiteren aggressiven Akten, insbesondere gegen Mitglieder der NATO, abzuschrecken“, sagte Oberst Michael Felten, Stellvertreter des Kommandeurs und Chef des Stabes des Landeskommandos Hessen in seinem Vortrag vor rund 140 Gästen am 21. April 2026 im Haus der Wirtschaft Südhessen in Darmstadt.
Die Veranstaltung aus der Reihe „Wirtschaft im Dialog“ stand unter dem Thema „Bundeswehr und Wirtschaft für ein resilientes Südhessen“.
„Deutschland hat sich zu sehr auf die Stabilität des Westens sowie seiner Bündnisse und auf die Schutzmacht USA verlassen“, sagte Ines Weyand, die Vorsitzende von HESSENMETALL Südhessen. Sie war am Nachmittag von der Mitgliederversammlung des Verbandes für weitere zwei Jahre in ihrem Amt bestätigt worden. „Heute wissen wir, dass wir leichtfertig mit unserer eigenen Sicherheit umgegangen sind“, so Weyand weiter. „Um auch in Zukunft frei und nach unseren eigenen Vorstellungen zu leben, müssen wir wieder gesamtgesellschaftliche Resilienz und militärische Stärke aufbauen.“
Aus dem Haus dem Haus der Wirtschaft Südhessen heraus betreut HESSENMETALL Südhessen 179 Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie und der IT-Branche. Sicherheit entstehe heute durch digitale Technologien, vernetzte Systeme, Datenkompetenz und vieles mehr. „Für uns als Verband spielt daher der Dual-Use-Gedanke für die Verteidigungsfähigkeit eine besondere Rolle. Viele digitale und industrielle Schlüsseltechnologien bieten weit mehr als nur zivile Einsatzmöglichkeiten – sie haben das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zu Sicherheit und Resilienz unserer Gesellschaft zu leisten. Dieses Potenzial sichtbar zu machen und Unternehmen beim Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu unterstützen, sehen wir als unsere Aufgabe.“
Darauf, dass Verteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, wies auch der zweite Redner des Abends hin. „Auch die Unternehmen sind gefordert“, sagte Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft des Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.
„Gefahrenabwehr, Freistellungen und Vorsorge für Krisensituationen sind Aufgaben für die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite. Der Austausch mit den Sicherheitsorganisationen ist ein Startpunkt, der intensiviert werden muss“, so Prof. Bardt.
im Bild:
Oberst Michael Felten (Landeskommando Hessen) und Professor Dr. Hubertus Bardt (Institut der deutschen Wirtschaft Köln) referieren im Haus der Wirtschaft Südhessen
Fotograf: Alexander Heimann