Enno Straten ist neuer Vorsitzender von HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus

Boris Palmer und Thorsten Alsleben (INSM) fordern mehr Mut von Politik

Frankfurt am Main. Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus hat auf seiner Mitgliederversammlung Enno Straten vom Automobilzulieferer AUMOVIO zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der 52-Jährige ist Geschäftsführer der AUMOVIO Aftermarket GmbH. Dieser Unternehmensbereich der AUMOVIO SE mit Sitz in Frankfurt bietet Ersatzteile für Pkws wie Bremsen oder Elektronikkomponenten an. Straten folgt auf Rainer Welzel, der den Vorsitz seit 2020 innehatte und insgesamt über elf Jahre im Vorstand war.

„Ich freue mich in die Fußstapfen von Rainer Welzel als Vorsitzender von HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus zu treten. Die Lage für die Metall- und Elektroindustrie ist jedoch derzeit alles andere als rosig, denn sie steckt in einer Rezession. Neben der angespannten weltpolitischen Lage belasten uns hohe Steuern, Sozialabgaben und Energiekosten“, sagte Straten.

„Die notwendigen politischen Reformen und Entlastungen müssen dringend kommen. Lassen Sie uns trotz aller Unsicherheiten eine Stimme der wirtschaftlichen Vernunft in schwierigen Zeiten sein“, appellierte der scheidende Vorsitzende Welzel an die anwesenden Unternehmer.

„Rainer Welzel hat durch sein langjähriges ehrenamtliches Engagement unseren Verband maßgeblich geprägt. Sein Einsatz für die Interessen der heimischen Arbeitgeber und Industriebetriebe ist vorbildlich“, so Thomas Frey, der Geschäftsführer von HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus.

Rainer Welzel und sein Nachfolger Enno Straten (Foto: Julia Reisinger)
Rainer Welzel und sein Nachfolger Enno Straten (Foto: Julia Reisinger)

Außerdem sprach Welzel im Rahmen der Mitgliederversammlung mit Boris Palmer, dem Oberbürgermeister von Tübingen und Thorsten Alsleben, dem Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), über die Herausforderungen von Wirtschaft und Kommunen

Seit fast einem Jahr ist das Kabinett von Kanzler Friedrich Merz im Amt. „Es fällt zunehmend schwer, weiter auf die vielbeschworene Wirtschaftswende zu vertrauen. Hat die Regierung den Schuss noch nicht gehört?“, fragte Welzel. „Wir haben ein kurzes Reformfenster bis zur parlamentarischen Sommerpause. Es muss jetzt etwas kommen, sonst gehen zehntausende weitere Industriearbeitsplätze in Hessen und der Bundesrepublik verloren“, mahnte Alsleben.

Thorsten Alsleben und Boris Palmer sprechen mit Rainer Welzel über die Wirtschaftspolitik. (Foto: Julia Reisinger)
Thorsten Alsleben und Boris Palmer sprechen mit Rainer Welzel über die Wirtschaftspolitik. (Foto: Julia Reisinger)

Palmer schilderte die finanzielle Lage der Kommunen: „Die Steuereinnahmen brechen weg, insbesondere die Städte im Südwesten haben durch die schwächelnde Automobilindustrie ein Problem. Zugleich fressen uns die steigenden Sozialausgaben die Haare vom Kopf.“

Beide plädierten für einen Abbau von Überregulierung. „Die Bürokratie ist der größte Standortnachteil. Sinnlose und realitätsferne Gesetze wie zur Lieferkettensorgfaltspflicht lösen kein einziges Problem. Sie sind eine zusätzliche Bürde für die Wirtschaft und schwächen die deutsche Wettbewerbsfähigkeit“, meinte Alsleben. Er und Palmer waren sich darin einig, dass es mehr Mut in Politik und Wirtschaft braucht. Leute, die Rückgrat zeigen und offen unbequeme Themen ansprechen.

Porträt von Michael Reitz
Michael Reitz

Referent Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit