E-Batterien im Härtetest

Maschinenbau: Weiss Technik realisiert für FEV Group das weltweit größte Batterieprüfzentrum

Reiskirchen. Ein Kaltstart am Nordpol, eine holprige Fahrt durch die staubige Wüste, den Stadtverkehr von Bangkok oder über eine schlammige Piste im Tropenwald: Ob unter solch widrigen Bedingungen auch batteriebetriebene und teilautonom laufende Fahrzeuge einwandfrei funktionieren, muss nicht unbedingt in der Realität getestet werden, sondern das gelingt im Labor dank modernster Umweltsimulationsanlagen von Weiss Technik in Reiskirchen.

Längere Lebensleistung für Li-Ionen-Batterien

Das Unter­nehmen begleitet bereits seit rund 15 Jahren die Prüfung von Li-Ionen-Batterien mit Umweltsimulationsanlagen für Zellen, Module, Akkupacks, komplette Antriebseinheiten und Batteriemanagementsysteme. Und auch das weltweit größte Batterie-Testzentrum für E-Mobilität in Sandersdorf-Brehna in Sachsen-Anhalt, das im Herbst 2020 in Betrieb genommen wurde, setzt auf die hochmoderne Weiss Technik. Mit dem neuen Entwicklungszentrum für elektrische Dauerlaufprüfungen (eDLP) reagiert der Betreiber FEV, ein führender Dienstleister in der Fahrzeug- und Antriebsentwicklung, auf den Wandel in der Automobilbranche, die zunehmend auf batteriebetriebene und teilautonom fahrende Fahrzeuge setzt. Damit die dafür notwendigen Li-Ionen-Batterien künftig noch mehr Leistung bringen, eine längere Lebensdauer haben und den Fahrzeugen größere Reichweiten ermöglichen, werden sie im eDLP tagelang zum Beispiel extremen Temperaturen ausgesetzt, stundenlang durchgerüttelt, mit Eiswasser bestrahlt oder auch bei wechselnden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit aggressiven Chemikalien ausgesetzt.

Testmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos

Weiss Technik hat für das eDLP insgesamt 62 Prüfschränke und Prüfkammern in nur 18 Monaten geplant, gebaut und in Betrieb genommen, in denen nun alle möglichen Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs getestet werden. „Mit unseren Prüfanlagen für Li-Ionen-Batterien sind wir in der Lage, sämtliche klimatischen Bedingungen der Welt im Labor abzubilden und die Prüflinge normgerecht zu stressen“, erläutert Hartmut Möglich, Vertriebschef von Weiss Technik für den deutschsprachigen Raum. Für ihn steht fest: „Den Testmöglichkeiten sind nahezu keine Grenzen mehr gesetzt.“

MAJA BECKER-MOHR