Haben Sie dafür ein Beispiel?
Marco Zimmer: In den 1970er Jahren begann man in Deutschland Müll zu trennen. Daraus hat sich eine ganz neue Branche entwickelt, nämlich die Recyclingindustrie. Die ist für uns inzwischen ein wichtiger Zukunftsmarkt. So stecken zum Beispiel in einem Schredder zum Zerkleinern von Kunststoff 240 Messer, die regelmäßig nachgeschliffen werden müssen. Und mal schauen, welche Entwicklungen es noch geben wird.
War es für Sie selbstverständlich, die Firma weiterzuführen?
Uwe Zimmer: Ja. Am 6. September 1883 wurde Theo geboren, der erste Sohn von Gustav Göckel. Noch am gleichen Tag gründete Gustav seine Firma in der Hoffnung, dass die einmal mit Theo weitergeht. Dafür wollten dann später auch mein Bruder Steffen, der leider schon verstorben ist, und ich gerne sorgen. Und ich finde es toll, dass nun meine Söhne Sören und Marco Göckel in die Zukunft führen möchten. Mein Vater Hans Kurt Zimmer sagte immer, die ganz Alten – damit meinte er den Firmengründer Gustav Göckel und dessen Söhne Theodor und Ludwig Göckel - werden sich freuen, dass es weiter geht. Und heute freue ich mich, dass mit Sören und Marco nun schon die fünfte Generation in der Verantwortung steht.
Marco Zimmer: Wie viele Unternehmerkinder sind auch wir mit der Firma groß geworden. Aber es gab nie den Zwang, hier einzusteigen. Deshalb konnten wir wohl beide gut ja sagen. Mein Bruder ist hier heute verantwortlich für den Vertrieb. Ich bin gelernter Industriemechaniker und war sechs Jahre als Servicetechniker in der ganzen Welt unterwegs. Als bei Göckel ein Meister ausfiel, hat mich mein Vater gebeten einzusteigen. Ich begann als Montageleiter, bildete mich weiter und bin nun in der Geschäftsleitung. Am Ende ist es vielleicht doch der Geist unserer Vorfahren der meinen Vater und nun auch mich antreibt.
Ist Nachhaltigkeit auch bei Ihnen im Haus ein Thema?
Marco Zimmer: Natürlich. Beim Energie sparen, Photovoltaik und vielem mehr sind auch wir gut dabei. Unabhängig von all dem sind unsere Maschinen auf Langlebigkeit und höchste Effizienz ausgelegt. Deshalb kaufen wir alte Maschinen zurück, restaurieren sie und bringen sie wieder in den Markt. Manche davon waren mehr als 30 Jahre in Betrieb. Elektronik, Kabel und auch Lager fliegen komplett raus. Aber wichtige Bauteile wie Tisch und Schleifwagen sind aus hochwertigem Stahl gefertigt und werden aufbereitet. Auch das ist eine gute Form von Nachhaltigkeit. Die generalüberholten Maschinen stehen für Göckel-Qualität und kommen gut an. Ein ausländischer Kunde bekam tatsächlich mal Probleme mit dem Zoll, weil dort beim ersten Blick keiner glauben wollte, dass man eine gebrauchte Maschine vor sich hatte. Das konnten wir dann aber schnell klären.