Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?
Mich hat das Buch „Die stille Revolution“ von Bodo Janssen sehr inspiriert. Es betont die Bedeutung von Achtsamkeit und Menschlichkeit am Arbeitsplatz. Zudem arbeiten hier um die 100 Menschen, die auch Ideen einbringen. Warum nur über schlechte Nachrichten reden, weil das Positive schnell untergeht? Genau das wollen wir hier umdrehen. Das Lächeln, wenn man sich begegnet, ist ein Anfang. Und es ist so wichtig zuzuhören und auch zu verstehen, was der andere will. Zur Personalentwicklung gehört bei uns nicht nur die fachliche Fortbildung, sondern auch die persönliche Entwicklung, etwa bei einer Auszeit im Kloster. Das bringt Menschen selbst weiter und ist am Ende auch gut für den Betrieb.
Wollten Sie immer Unternehmer werden?
Ich glaube schon. Meine Eltern haben AC Motoren 1998 gegründet, deshalb ist mir das Unternehmen von klein auf vertraut. Für mein Taschengeld habe ich in der Firma sogar geputzt. Deshalb mag ich es gar nicht, wenn sich manche zu fein sind für eine Arbeit. 2013 musste ich entscheiden, ob ich einsteige oder meine Eltern eine andere Lösung suchen. Mit der Übernahme der Geschäftsleitung zogen sie sich dann sehr schnell zurück. Es hatte was vom Sprung ins kalte Wasser, war aber wohl der richtige Weg, damit wir AC Motoren fit für die Zukunft machen können.
Wo werden Ihre Motoren eigentlich gebraucht?
Letztlich überall, wo Dinge bewegt werden müssen. Sie gehen an Maschinenbauer, an Erstausrüster, in die Hydraulik-Industrie oder auch an Hersteller von sonstigen elektrischen Anlagen wie Förderbänder. Unsere Motoren treiben Maschinen in der Landwirtschaft und in der Recyclingindustrie an, stecken in Pumpen in Schwimmbädern, in Hebebühnen in der Kfz-Werkstatt und in Straßentunneln, damit dort bei einem Notfall die Entrauchungsanlagen anspringen. Ein Klassiker sind auch die Motoren für die Bugstrahlruder zum Beispiel von Kreuzfahrtschiffen, die für das Manövrieren beim An- und Ablegen zum Einsatz kommen. Wir haben zudem Kunden, die Ersatzmotoren brauchen, etwa ein Entsorgungsbetrieb, bei dem die Müllpresse laufen soll, oder ein Dönerladen, dessen Lüftungsanlage rund um die Uhr in Betrieb sein muss, wegen eines defekten Motors aber gerade steht. Zur Not verschicken wir den Motor in dringenden Fällen dann sogar mit dem Taxi.