Sie pflegen enge Kontakte zu verschiedenen Hochschulen und Bildungseinrichtungen. Warum?
Ein enger Kontakt zu solchen Bildungseinrichtungen ist für uns wichtig, um nah an technischen Entwicklungen zu sein, gemeinsam zu forschen und Lösungen zu entwickeln und nicht zuletzt auch, um qualifizierten Nachwuchs zu generieren. Wir haben bundesweit gute Hochschulkontakte, sind hier in der Region eng vernetzt mit den Technikerschulen in Dillenburg, Weilburg und Wetzlar, der TH Mittelhessen mit Studium Plus, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg. Über die Jahre haben wir so viele gute Mitarbeiter gefunden und auch spannende Entwicklungen mit vorangetrieben.
Haben Sie dafür ein paar Beispiele?
Ja klar. Viele Beispiele drehen sich um sehr spezielle Entwicklungen rund um Chips und Leiterplatten, ganz aktuell unter anderem bei der Entwicklung und der Programmierung von Schaltungen mit FPGAs (Field Programmable Gate Array). Wir haben aber auch mit einem bekannten Mikroskop-Hersteller einen Objektiv-Revolver ohne klassische Rastfeder für das schnellere Wechseln der verschiedenen Objektive entwickelt. Im Rahmen des Forschungsprojekt „Wetzlar Network: X-Ray Cam“ haben wir an der Elektronik für eine schnelle Röntgenkamera mitgearbeitet. Es gibt seit unserer Gründung dutzendweise spannende Beispiele für unsere Entwicklungsarbeiten, durch die wir tolle Produkte der Kunden mit auf den Weg gebracht haben.
Wie sehen Sie die Zukunft von Brückmann?
Drangehen! Machen! Das wird auch in Zukunft unsere Devise sein und ist aus meiner Sicht der richtige Weg, um den täglichen Herausforderungen zu begegnen. Unser Erfolg beruht darauf, Aufgaben anzunehmen und mit Mut und Durchhaltevermögen langfristig zu verfolgen. Dafür wird kontinuierlich geplant, kalkuliert und manchmal auch was riskiert. Wenn man jede Bestellung eines Kunden als Investition versteht, ist es nur konsequent, das, was die Firma verdient hat, wieder in den Betrieb zu reinvestieren. Auch das ist Unternehmertum.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten?
Dann würde ich mir 50 Millionen Euro wünschen und noch mehr „machen“. 30 Millionen gingen in den nächsten Anbau auf unserem Werksgelände in Lahnau, 10 Millionen in die Einrichtung inklusive Materialvorräten, um Lieferengpässen vorzubeugen, und für den Rest würde ich Werkswohnungen bauen. Wir pflegen eine starke Bindung zu unserer Belegschaft und zeigen das durch umfangreiche Benefits und Veranstaltungen wie unser beliebtes Familienfest im Sommer. Werkswohnungen wären dafür das Sahnehäubchen, denn gute, bezahlbare Wohnungen sind auch in Mittelhessen gar nicht mehr so leicht zu bekommen.
Warum wurden Sie Mitglied bei HESSENMETALL?
Wir sind im ersten Corona-Jahr Mitglied geworden, weil Bosch Mitgliedsunternehmen des Verbandes ermöglichte, deren Maschinen für die Maskenproduktion nachzubauen. Leider haben wir den Absatz nicht sicherstellen können. Wir sind dann aus vielerlei Gründen Mitglied geblieben: wegen der guten Betreuung in vielerlei Hinsicht, der Unterstützung im Arbeitsrecht, der Bereitstellung von Weiterbildungsangeboten, den Informationen und Handlungsempfehlungen zu grundsätzlichen und aktuellen Themen für die tägliche betriebliche Praxis. Daneben schätzen wir die Unterstützung im Kampf gegen den Fachkräftemangel von der Ausbildung bis zur Förderung und Gewinnung von Fachkräften, das gute Netzwerk und den Meinungsaustausch unter Unternehmen in der gleichen Branche. Und nicht zuletzt schätzen wir auch die Angebote des Bildungswerk der hessischen Wirtschaft und von Consult, der Personaldienstleister der hessischen Wirtschaft
Oliver Brückmann:
- geboren 1967 in Wetzlar
- 1988 bis 1994 Studium Raumplanung mit Abschluss Diplom-Ingenieur, anschließend Tätigkeit als Stadtplaner.
- 1997 Einstieg bei Brückmann Elektronik und Start eines BWL-Studiums an der FH Gießen-Friedberg, heute THM.
- 2001 Diplom-Betriebswirt (FH).
- 2005 Übernahme der Geschäftsführung der Brückmann Elektronik in Lahnau gemeinsam mit seinem Bruder Hans-Martin.
Interview: Maja Becker-Mohr
Fotos: Gerd Scheffler