CEO-Interview – Katrin Ariki, Standortleiterin der ZEISS Halbleitersparte SMT in Wetzlar, über das Arbeiten in der Nano-Welt
Wetzlar. Für Smartphones und Computer sind Mikrochips unverzichtbar, aber auch für die Industrie 4.0, Elektromobilität und autonomes Fahren. Ein Großteil des weltweiten Bedarfs an Chips wird produziert mit Technologien der Zeiss-Halbleitersparte Semiconductor Manufacturing Technology (SMT). aktiv sprach mit Katrin Ariki, Standortleiterin der Zeiss Halbleitersparte SMT in Wetzlar, über die Rolle der SMT für die fortschreitende Digitalisierung.
Wie lebt es sich in der Nanowelt?
Es ist ungeheuer faszinierend. Durch unsere Maschinen und die darin verbauten Linsen kann die Halbleiter-Industrie stetig neue Chip-Generationen auf den Markt bringen mit noch feineren und leistungsfähigeren Strukturen. Unsere neuesten Optiken mit extrem ultraviolettem Licht (EUV) ermöglichen Strukturen von weniger als 20 Nanometern. Das ist 4.000-mal dünner als ein menschliches Haar. Produkte der Zeiss-Halbleitersparte SMT schaffen so die Voraussetzung für mikroelektronische Innovationen. Damit treibt Zeiss die Digitalisierung weiter voran.
Welche Bedeutung hat denn die Digitalisierung für Sie?
Ich kann mich für innovative Technik begeistern und damit auch für die zahlreichen Möglichkeiten, die sie eröffnet. Ein gutes Beispiel dafür sind smarte Geräte wie ein Tablet. Ich genieße es, dass ich damit via Internet überall arbeiten kann. Alle Unterlagen, die früher Aktenschränke füllten, stecken da drin. Wie hilfreich das sein kann, sehen wir ja gerade in der aktuellen Corona-Krise, weil viele ins Homeoffice wechseln mussten. Ich bin überzeugt, dass das der Digitalisierung jetzt einen richtigen Schub geben wird und bei vielen nun Vorbehalte und auch Ängste wegfallen.
Wie haben Sie im Unternehmen auf die Corona-Krise reagiert?
So gut wie jede Branche braucht Mikrochips. Deshalb produzieren wir auch in Zeiten von Corona Lithographieoptiken in Volllast. Auf die Pandemie hat Zeiss mit umfassenden Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter reagiert, wo möglich gingen sie ins Homeoffice. In der Produktion mussten wir alles durchdenken, manches umgestalten. Es hat geholfen, dass wir von den Erfahrungen unserer Zeiss-Werke in China profitieren konnten. Neben den üblichen Maßnahmen wie Mundschutz, Desinfektionsmitteln und mehr haben wir die Zugangsberechtigungen zu den verschiedenen Bereichen beschränkt. Vieles wird telefonisch, per Mail oder Videokonferenz geklärt. Oberste Priorität für uns ist es, Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu schützen und den Geschäftsbetrieb bestmöglich weiterzuführen.