Was sind das für Komponenten?
Das sind zum Beispiel Gießharztransformatoren. Die sind wichtig für die Stromverteilung im Mittel- und Hochspannungsbereich und können im Vakuum sozusagen lupenrein hergestellt werden. Sie müssen frei sein von Lufteinschlüssen, Fehlstellen oder auch Feuchtigkeit, damit es später nicht zu Kurzschlüssen und damit zu einem Brand in Umspannwerken oder Trafoanlagen kommt, wodurch der Strom ausfallen würde. Diese Qualität lässt sich nur im Vakuum erreichen. Das technologische Leistungsspektrum reicht dabei vom einfachen Zehn-Kilovolt-Isolator bis hin zu Transformatoren mit der Höchstspannung von 1.200 Kilovolt und einer Leistung von 1.000 Mega-Voltampere. Für die Herstellung von Bauteilen in dieser Größenordnung sind wir sogar der einzige Anlagenanbieter weltweit.
Wo kommen Ihre Anlagen noch zum Einsatz?
Unsere Anlagen sind auch gefragt, wenn es um die Miniaturisierung von elektronischen Geräten geht oder um die Verarbeitung von Verbundwerkstoffen, wie etwa bei der Herstellung von Rotorblättern für Windkraftanlagen aus Glasfasern und Epoxidharz. In einem Rotorblatt können bis zu 15 Tonnen Epoxidharz stecken, das entgast und unter Vakuum in die Rotorblätter gegossen wird. Auch hier wären Luftblasen im Harz fatal, da sie zu vorzeitiger Materialermüdung und sogar zum Bruch des Rotorblattes führen können. Um noch mehr auf die Verarbeitung aller Arten von Gießharzkomponenten reagieren zu können, haben wir gerade unsere „smartLine“ auf den Markt gebracht, ein hochflexibles und einfach zu bedienendes Vergusssystem im Baukastenprinzip für nahezu jede Anwendung. Da steckt alles drin, um Harz aufzubereiten, zu dosieren und unter Vakuum zu verarbeiten.
Wie digital ist Hedrich schon unterwegs?
Was digital möglich ist, haben wir bereits umgesetzt, sofern es für uns Sinn macht. Schichtpläne und Urlaubsanträge gibt es nur digital, Konstruktionspläne werden in der Fertigung über Touchscreen-Computer ebenso eingesehen wie Lagerkapazitäten, Lieferstände und einzelne Fertigungsschritte. Per Fernwartung können zudem Betreiber am anderen Ende der Welt beim Fahren ihrer Anlagen begleitet werden. Alle zwei Wochen treffen sich bei uns Geschäftsleitung, IT-ler und Kollegen aus anderen Abteilungen, um weitere Ideen zu entwickeln. Aktuell arbeiten sie am Einsatz von künstlicher Intelligenz zum Optimieren von Prozessen oder auch, um - Stichwort Wissenstransfer - über Interviews von Chatbots das Wissen und Können der Teams im Unternehmen zu halten.