Welche Bedeutung hat die E-Mobilität für die Isabellenhütte?
Wir sind wie gesagt führend bei Batteriemanagement-Systemen im Automotivebereich. Also war es nur schlüssig, dass wir - wie beim Tesla - von Anfang an mit in der E-Mobilität unterwegs waren. Es gibt sogar eine Stromschnellladesäule mit dem ersten nach deutschem Eichrecht zugelassenen Zähler, den wir produzieren. Für die Zukunft sehen wir für uns vor allem China als Wachstumsmarkt. Der E-Antrieb ist im Vergleich zum Verbrennungsmotor recht simpel, die Technik einfach zu beherrschen. Deshalb schießen Hersteller von E-Fahrzeugen speziell in Asien gerade wie Pilze aus dem Boden. Weltweit gibt es ja Tausende Firmen, die E-Fahrzeuge herstellen, Tendenz weiter steigend.
Ist China insgesamt ein wichtiger Markt für Sie?
Ja. Wir produzieren ausschließlich in Dillenburg, erzielen aber etwa ein Drittel unseres Umsatzes allein in China. Nach der Krise infolge der Corona-Pandemie konnten wir deshalb schon im Juli 2020 wieder durchstarten, weil es in China ohne große Unterbrechungen einfach weiterging. Aktuell ist die gesamte Industrie limitiert durch den weltweiten Mangel in der Halbleiter-Industrie, der auch die Automobilbranche hart trifft. Wäre das nicht, gingen die Auftragseingänge wohl durch die Decke.
Mit anderen Worten, die Isabellenhütte steht gut da?
Das kann man so sagen. Letzten Endes dreht es sich bei allem, was wir hier tun und produzieren, um die effiziente Erzeugung und Nutzung von elektrischer Energie. Damit werden wir in Zukunft in immer mehr Bereichen gebraucht. Nehmen Sie das Beispiel Energieversorgungssysteme: Präzision in der Messtechnik ist unerlässlich für eine korrekte Abrechnung, egal ob man Energie einspeist oder abnimmt. Im August haben wir den 1.000. Mitarbeiter eingestellt – einen von über 130, die 2021 trotz der Pandemie hinzukamen. Vor allem der Bereich Messtechnik wächst. Wir denken auch über digitale Geschäftsmodelle wie Cloud-Services nach. Wir sind keine Aktiengesellschaft, sondern familiengeführt und das gibt Raum für neue Ideen. Man lässt uns Zeit und Dinge auch mal ausprobieren, die uns langfristig vorwärtsbringen. Das ist gut. Und auch das macht die Isabellenhütte wohl mit einzigartig.
Text: Maja Becker-Mohr
Zur Person: Holger Spiegel
- Geboren 1967 in Stuttgart.
- 1987 bis 1992 Ingenieur-Studium an der Universität Stuttgart.
- 1992 Einstieg bei Robert Bosch in Stuttgart, verschiedene Positionen, zuletzt weltweiter Vertriebsleiter für Powertrain Solutions (Fahrzeugantriebe).
- Seit Juli 2020 Geschäftsführer der Isabellenhütte Heusler.