Wie behält man da den Überblick?
Unsere PGAs sind internetfähig, das heißt, sie melden ihre Messergebnisse in Echtzeit an ihre Leitwarte, ganz egal, wo auch immer auf der Welt diese steht. Schon minimale Abweichungen der eingegebenen Grenzwerte lösen dort ein Signal aus. Die Zeiten, in denen Anlage und Leitwarte eng beieinanderstehen müssen, sind übrigens lange vorbei. Heute kann man diese Anlagen auch über Laptops und sogar Smartphones steuern. Unser Mutterkonzern ist ein weltweiter Anbieter von Automatisierungslösungen. Industrie 4.0 ist hier Tagesgeschäft und unsere PGAs sind kleine, aber wichtige Rädchen, wenn man Anlagen mit höchster Effizienz betreiben will.
Wir haben ein großes Testlabor, das jedes PGA durchlaufen muss. Manche Geräte bekommen sogar eine Zertifizierung vom Umweltbundesamt. Bei diesen Gerätetypen gehen die Tests auch schon mal über Jahre. So weisen wir nach, dass jedes Gerät später dauerhaft jeden Tag exakte Daten liefert und diese dann auch verlässlich sind.
Hilft bei all dem die Digitalisierung, auch künstliche Intelligenz (KI)?
Ja klar. Auch das ist ein Thema, wenn auch noch in der Entwicklungsphase. Eine KI kann effizient helfen, beim Bewältigen der Datenmengen, bei der Dokumentation oder auch weitergehenden Analysen. Zudem setzen wir inzwischen auf die vorausschauende Wartung, das heißt, verknüpft mit einer KI meldet sich das Gerät bereits, bevor eine Komponente funktionsunfähig wird und bestellt automatisch ein Ersatzteil. Solche Prozesse werden die Wartungskosten zukünftig erheblich reduzieren.
Haben Sie ein Lieblingsprojekt?
Vor kurzem rüsteten wir einen Eisenbahntunnel so aus, dass dort kontinuierlich die Konzentration giftiger Gase gemessen wird. Klingt simpel, aber die Sensoren müssen auch dann funktionieren und sichere Daten liefern, wenn ein Zug vorbeirast und alles vibriert. Selbst unter diesen Bedingungen konnten wir zeigen, dass unsere Geräte zuverlässig arbeiten.
Text: Maja Becker-Mohr
Zur Person: Dr. Ralf Noetzel
- Geboren 1969 in Bottrop, verheiratet.
- Physikstudium mit anschließender Promotion in Festkörperphysik an der Ruhr-Universität in Bochum.
- 2000 Berufseinstieg bei IBM.
- Verschiedene Management-Positionen in der Industrie.
- 2016 Wechsel zum amerikanischen Emerson-Konzern als Werkleiter von Emerson Process Management am Standort Hasselroth.