Wie kommt nun Hexagon ins Spiel?
Hexagon ist ein führender Informationstechnologieanbieter, der durch seine Produkte die Qualität und Produktivität in Unternehmen steigert. Der Technologiekonzern ist ein an der schwedischen Börse notierter strategischer Investor, der 2001 mit dem Kauf von Messmaschinenbauern wie LEITZ, DEA und Brown & Sharpe startete. Hauptanteilseigner ist eine schwedische Familie. Nach und nach kamen Sensorik-Hersteller hinzu und in den letzten Jahren konzentrierte man sich auf den Zukauf von Software-Spezialisten. Man hatte erkannt, welches Potenzial die Digitalisierung und KI haben. Zu Hexagon gehört auch Hexagon Manufacturing Intelligence in Wetzlar. Die bauen die genauesten Messmaschinen der Welt und können selbst komplexe Schneckenradgetriebe vermessen. Hexagon hat bereits große Erfahrung im Erfassen, Analysieren und aktiven Nutzen von Messdaten. Dank des Knowhows von Q-DAS kann man die jetzt in aussagekräftige Informationen verwandeln und schneller und besser erkennen, wo es in einem Produktionsprozess innerhalb der Linie möglicherweise hakt und diesen Fehler dann beheben.
Gehen wir nochmals einen Schritt zurück und denken wir an eine klassische M+E-Produktion. Bohren, Drehen und Fräsen ist das eine. Das andere ist die Beurteilung, wie gut oder schlecht dabei die vorgegebenen Ziele erreicht werden. Und natürlich wird das auch genau dokumentiert. Genau das funktioniert über das reine Erkennen im System und wird in Zeiten von Traceability, also der Rückverfolgbarkeit zur Fehlerbehebung, wie sie beispielweise die Automobilindustrie verlangt, immer wichtiger. Der Komplexitätsgrad ergibt sich aus den vielen möglichen Varianten der Produkte. An genau dieser Komplexität arbeiten wir, durch das Kennenlernen von Produkten und Prozessen, durch das kontinuierliche Hinzunehmen weiterer Daten und Fakten über den Prozess. Kein Mensch will mehr ausschließlich am Ende des Prozesses messen und dann feststellen, wieviel Ausschuss er produziert hat – auch wenn es vielen Fällen noch gar nicht anders geht.
Und wie sorgt Hexagon für mehr Qualität bei gleichzeitiger Kostensenkung?
Wer Qualität will, muss präventiv denken. Wir tasten uns mit unserer Arbeit Schritt für Schritt an die neuralgischen Punkte im Prozess heran. Aktuell läuft beispielsweise ein Forschungsvorhaben, wie man die Anzahl von Stichproben herunterfahren kann, ohne die Aussagekraft der Stichproben zu schwächen. Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten 3 bis 5 Jahren dem Kunden sagen können: Wir bauen Dir ein individuelles Netz auf, und Du sparst Prüfaufkommen.
Bisher laufen Anwendungen von Hexagon noch so: Bauteil rausnehmen aus dem Prozess, vermessen, Messergebnisse auswerten und dann entscheiden, ob alles so bleibt oder im Produktionsprozess nachtariert werden muss. Wir wollen aber noch näher ran, am liebsten mit unseren Maschinen direkt in den Prozess hinein und die Messung inklusive Analyse als direkten Teil des Produktionsprozesses ablaufen lassen. Zum Teil gelingt das sogar schon, aber die Mess-Toleranzen sind dafür noch relativ grob. Wir arbeiten daran, das auch in sehr feinen Toleranzen hinzubekommen. Wir investieren deshalb sehr stark in Software, Robotik und Steuerungstechnologie, um die Messtechnik mehr in die Fertigungslinie hineinzubringen.