Was lässt sich denn ansonsten noch verbessern?
Forschung und Entwicklung sind zentrale Treiber bei Poly-clip. Unser Ziel ist es, für unsere Kunden nachhaltige, wirtschaftliche und effiziente Verpackungslösungen zu entwickeln. So kam schon ein Jahr nach der Erfindung des Strangclips, das Patent für den Spreizverdränger dazu. Der sorgt dafür, dass die „Wursthülle“ bzw. das clip-pak® vor dem Clippen ausgestrichen wird, der Clip luftdicht sitzt und auch im Wurstzipfel nichts hängen bleibt, das war eins der ersten Patente. Heute verfügen wir über rund 1.000 Patente und Schutzrechte. Der Fokus liegt zunehmend auf Digitalisierung, individuellen Maschinen -und Anlagenkonzepten und integrierten Automatisierungslösungen, von der einzelnen Produktionsstrecke bis zur vollautomatisierten Anlage inklusive Robotik, jeweils individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten. Außerdem arbeiten wir kontinuierlich am Ausbau der Anwendungsbereiche.
Wo sehen Sie neue Anwendungsbereiche?
Unter anderem bei Obst, Gemüse, Suppen und weiteren flüssigen oder pastösen Produkten. Unsere Lösungen ermöglichen erhebliche Materialeinsparungen und hohe Recyclingfähigkeit. Im Vergleich zu klassischen Verpackungen wie Dosen, Kartuschen oder Tiefziehschalen lassen sich CO₂-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren, und der Verpackungsanteil am Gesamtprodukt liegt unter 2 Prozent. Bei einer Weißblechdose sind es rund 11, beim Schraubglas fast 35 Prozent[1] für typische Haushaltsgrößen.
Ergänzend dazu haben wir mit net-pak® eine industriell kompostierbare Netzverpackung für lose Waren wie Obst, Nüsse und Süßigkeiten entwickelt – insbesondere für Märkte ohne funktionierende Recycling-strukturen. Das System besteht aus Bio-Netzen, Bio-Clips und Bio-Labels, die zusammen ein geschlossenes, zertifiziertes Ökosystem bilden. Als Technologieführer wollen wir weltweit neue Standards setzen, die den Materialeinsatz auf ein Minimum reduzieren, den CO2 -Fußabdruck optimieren und durch die Kompostierbarkeit einen hohen gesellschaftlichen Beitrag leisten zur Abfallvermeidung.
Was hat sich durch die fortschreitende Digitalisierung verändert?
Unsere Entwicklungs-, Produktions- und Serviceprozesse sind heute stark digital vernetzt. Von der Konstruktion über den Prototypenbau bis zur Fernwartung per Augmented Reality und smarten Brillen profitieren wir von digitalen Technologien. Sie beschleunigen Entwicklungszyklen, verbessern den Service und ermöglichen eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen. Benötigten wir z.B. von der Idee bis zum Prototype früher viele Monate, sind es heute dank eigenem 3D-Drucker-Labor nur noch wenige Tage oder Stunden.
Wollten Sie immer schon Chef eines Unternehmens werden?
Mit der Idee an sich habe ich mich schon früh beschäftigt und mich bereits im Studium mit Unternehmertum und Existenzgründung auseinandergesetzt. Mich hat dabei weniger die Position interessiert als die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und Dinge gestalten zu können. Mein Vater hat mir immer Mut gemacht, zu träumen und meinen Träumen zu folgen, und mir gleichzeitig vermittelt, dass man mit Lernen, harter Arbeit und auch Mut seine Ziele erreichen kann.
Ein Gedanke begleitet mich dabei bis heute: Wenn man in einer Sache zum Meister geworden ist, sollte man in einer neuen Aufgabe wieder bereit sein, Schüler zu werden. Diese Haltung ist für mich entscheidend – gerade in einem technologiegetriebenen Umfeld wie bei Poly-clip, in der Innovation, Lernen und Weiterentwicklung zum Alltag gehören.