Was ist eine Torro Schelle?
Auch eine Torro Schelle ist eine Schlauchschelle, genauer eine Schneckengewindeschlauchschelle. Man erkennt sie leicht durch die asymmetrische Form. Durch das Schneckengewinde ist sie besonders belastbar, hält dank ihrer besonderen Konstruktion selbst hohen Drücken oder auch Erschütterungen stand, ohne nachzugeben oder zu verrutschen. Über 360 Millionen Stück fertigen wir davon im Jahr. Von relativ einfach bis zu sehr speziell, darauf ausgerichtet, was Leitungssystem und Schelle aushalten müssen - und im Zweifel wird sie anforderungsspezifisch weiterentwickelt.
Und das beschert Ihnen zufriedene Kunden in der ganzen Welt?
Ja. Kunden zufriedenzustellen, egal ob es um Gartenbewässerung geht, um Kühlschläuche in E-Motoren, Waschmaschinen oder auch Wärmepumpen, gelingt nur durch hohe Ingenieurkunst, wie wir sie betreiben. Hier am Stammsitz in Maintal gibt es neben der Firmenzentrale und unserem Werk auch eine Entwicklungsabteilung inklusive Labor und Prototypenbau. Die Norma Group ist aber auch ein weltweites Netzwerk aus 27 Produktionsstätten und Verkaufsniederlassungen mit über 8.700 Beschäftigten. Gut 300 davon sind reine Entwicklungsingenieure.
Sie haben in den vergangenen zehn Jahren in den USA und zum Teil in Mexiko gelebt. Wie ist es, nach Deutschland zurückzukehren?
Spannend, zumal ich inzwischen Familie habe. Meine Frau und meine Kinder lernen nun Deutsch und erleben endlich mein Heimatland. Für mich ist es aber auch beruflich sehr spannend. Wir arbeiten hier mit einer ungeheuren Fertigungstiefe. Bisher konnten wir uns noch gut im internationalen Wettbewerb behaupten, aber das Werk muss noch schneller, noch fitter werden. Raffinesse und Können sind bei der Umsetzung neuer Ideen gefragt. Wir haben gerade die neueste Maschinengeneration für die Produktion von Torro Schellen selbst entwickelt und in Betrieb genommen. Weitere werden folgen. Das macht mir Mut. Denn der Kostendruck durch China ist einfach enorm und nimmt gerade auch bei der E-Mobilität Fahrt auf. Das betrifft zum Beispiel Lohn- und Lohnnebenkosten genauso wie Administration oder Energiekosten. Allein für das Jahr 2023 mussten wir erhebliche Mehrkosten für die Energieversorgung tragen - am Ende entscheidet auf dem globalen Markt jedoch der Preis.
Und in Mexiko kann man günstiger produzieren ...
Ja, das stimmt. Unter anderem deshalb haben wir ja das Werk in Tijuana im Nordwesten Mexikos aufgebaut. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen wir auf Effizienz. Höhere Kosten müssen durch mehr Effizienz ausgeglichen werden. Das ist eine einfache Rechnung.
Hilft Ihnen die Digitalisierung?
Ja. Die Welt ist im stetigen Wandel, und wir gehen mit. Was vor zehn Jahren noch nicht möglich war, ist auch bei uns schon selbstverständlich. Die Digitalisierung verschafft uns Über- und Durchblick und eröffnet neue Möglichkeiten. Weniger Papierflut schafft Freiraum für neue Ideen. Wir beginnen gerade mit Hololens-Brillen, um die Aus- und Weiterbildung zu verbessern und um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer Arbeit besser unterstützen zu können. Manchmal sind es aber die Gespräche, die etwas zum Guten verändern. So erfuhr ich von einem Projektmanager, dass er lieber in der Produktion arbeiten würde. Wenn man auf so etwas richtig reagiert, bekommt man richtig gute Ergebnisse, denn das Wichtigste ist, dass Menschen gerne zur Arbeit kommen und jeden Tag ihr Bestes geben. Das ist meine Erfahrung. Und ich bin froh, dass ich ein 500 Menschen starkes gutes Team habe, das mit mir gemeinsam an unserer Zukunft arbeitet.