Threedy in Darmstadt zählt bei Fachleuten zu den spannendsten Technik-Start-ups Europas - dank der Entwicklung einer besonderen Plattform, die 3-D-Daten an nahezu allen Endgeräten in Rekordzeit sichtbar macht. aktiv sprach mit dem Gründer und CEO Christian Stein darüber, wie Threedy den industriellen Einsatz von 3D-Daten revolutionieren will.
Herr Stein, wie war Ihr Jahr? Wie war es für das Unternehmen Threedy?
Sehr anstrengend, denn 2024 war für Threedy ein Jahr der großen Veränderungen. Wir haben in 2023 vier neue Investoren für uns gewinnen können und fast 20 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das klingt vielleicht simpel, bedeutet aber tatsächlich einen Riesenaufwand neben der normalen Geschäftstätigkeit. Passende Investoren muss man erst einmal finden und dann davon überzeugen, dass ihr Geld hier gut angelegt ist. Und wenn wir Mitarbeiter suchen, denken wir an hochqualifizierte IT-Spezialisten, die schwer zu finden sind. Zudem gibt es zusätzlich jede Menge für uns neue gesetzliche Auflagen und Vorschriften, die wir als Betrieb mit nun mehr als 50 Beschäftigten beachten und umsetzen müssen. All das haben wir jetzt weitgehend bewältigt. Deshalb hoffe ich, dass wir mit mehr Ruhe ins neue Jahr starten und uns wieder verstärkt auf den weiteren Kundenaufbau konzentrieren können.
Wie kam es zur Gründung von Threedy?
Das Kernteam von Threedy sind Ingenieure und Informatiker der TU Darmstadt und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD Darmstadt. Hier forscht man daran, Informationen in Bilder zu verwandeln und aus Bildern Informationen zu gewinnen. Unser Gründerteam hat sich in den rund zehn Jahren entwickelt, in denen wir am IGD gemeinsam die Plattform Instant3Dhub zum Leben erweckt haben. 2020 haben wir dann Threedy gegründet mit dem Ziel, den industriellen Einsatz von 3D-Daten zu revolutionieren. Denn 3D kann keiner so schnell wie wir in Bilder umsetzen. Und das ist bildlich gesprochen der Spaten, mit dem Unternehmen den Schatz ihrer 3D-Daten im Unternehmen heben und bestmöglich nutzen können.
Warum sprechen Sie davon, dass man den Schatz „3D-Daten“ erst heben muss?
In den Unternehmen unserer Kunden entstehen jeden Tag unglaubliche Mengen an Daten, die digital verwaltet werden müssen. Allein in einem Auto stecken mehrere Tausend verschiedene Teile und hinter jedem Teil verbergen sich jede Menge 3D- Daten, die das Teil mathematisch beschreiben, Materialangaben, Herstellungsort und -zeit und vieles mehr. All diese Daten gibt es, aber sie sind oft nicht greifbar, weil ein Zuviel an Daten bisher nicht zu bewältigen war.