Wie kamen Sie auf die Idee, Optalio zu gründen?
In großen Unternehmen ist PLM längst Standard, arbeiten Konstruktion, IT, Produktion und andere eng zusammen. Viele Konzerne haben sogar eigene Kompetenzzentren dafür. Von all dem kann der Mittelstand nur träumen. Was die digitale Transformation angeht, hinken viele kleinere Unternehmen einfach noch hinterher. Die Digitalisierung lastet auf den Schultern der Führungskräfte noch on top neben den vielen anderen Aufgaben, die das Management zu leisten hat. Dabei entwickeln sich allein schon das Thema KI und die damit verbundenen Möglichkeiten in einem unglaublich rasanten Tempo weiter.
Woher kommt der Name Optalio?
Es ist der Mix aus Optimieren, Algorithmus, Input und Output. Der Name sollte zu uns passen, gut klingen und durfte noch nicht geschützt sein. In einer launigen Runde kamen wir dann auf Optalio.
Wann sind Sie mit Optalio gestartet?
Die Idee, mit intelligenter Software die digitale Transformation des produzierenden deutschen Mittelstands voranzutreiben, hatten Mitgründer Alexander Brehm und ich 2020. Wir sind beide im gleichen Hockeyklub und waren dort auch ehrenamtliche Trainer. Also hatten wir immer mal Zeit, um über Tools und Modelle zu diskutieren, die für den Mittelstand interessant sein könnten. Alexander ist Betriebswirt und auch in der Finanzwelt unterwegs. Ich entwickelte damals als Mathematiker in einem Ingenieurbüro entsprechende Programme für die Großindustrie. Für uns beide war absehbar, dass der Mittelstand bei der Digitalisierung nur schwer hinterherkommen würde. 2021 gründeten wir dann Optalio und haben inzwischen schon viele spannende Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation unterstützt.
Haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Unternehmen keine digitalen Daten zur Verfügung stellen konnte?
Die Zeiten von Excel, Klemmbrett und Papier in der Produktion sind vorbei. Gar keine Daten haben wir noch nicht erlebt. Aber manche Firmen haben eine schlechte Datenqualität. Das heißt, sie erheben Daten, aber die sind lückenhaft. Man hat zum Beispiel einen digitalen Fertigungsplan, aber längst ganz andere Einstellungen als ursprünglich geplant. Erfahrene Mitarbeiter wissen genau was zu tun ist, weil sie „ihre“ Maschine kennen, dokumentieren aber nicht konsequent genug, was sie bei einem Werkzeugwechsel, Stillständen und ähnlichem tun. Aber genau das sind wichtige Informationen, die die KI braucht, um arbeiten zu können.