Wann kamen Sie ins Spiel?
Georg und ich haben uns im Studium kennen gelernt und wurden schnell Freunde. Zeitweise lebten wir sogar in einer WG. Tobi und Georg lernten sich während der Promotion erst kennen. Und während die beiden promovierten sammelte ich Berufserfahrung. Wir hielten immer engen Kontakt. So bekam ich mit, dass sie eine Firma gründen wollten. Als die Idee konkreter wurde, fragten sie mich, ob ich mitmachen möchte. Mit der Gründung startete ich ein zweites Studium und machte dann berufsbegleitend in Ludwigshafen den MBA-Abschluss in Unternehmensführung.
Sie waren von Anfang an gleichberechtige Geschäftsführer. Wer übernimmt welche Aufgaben?
Georg ist für F+E verantwortlich, Tobi für das Projekt- und Produktmanagement und ich für den kaufmännischen Bereich inklusive Akquise. Gerade der Neukundenbereich macht mir großen Spaß.
Reisen Sie viel, um Kunden zu gewinnen?
Ja, sehr viel, auch zu über die deutsche Grenze hinaus. Kundenakquise klappt am besten durch ein persönliches Gespräch. Wir werden empfohlen, finden unsere Kunden aber zunehmend über Messen oder auch Veranstaltungen wie Start-ups X Hessenmetall, die der Arbeitgeberverband für seine Mitgliedsunternehmen anbietet. Bei vielen klassischen M+E-Unternehmen ist mehr Effizienz in der Produktion ein ständiges Thema. Wie wir da helfen können, ergibt sich meist schon bei einem ersten Kontakt, wenn man über konkrete Probleme mit Maschinen spricht. So kamen wir zum Beispiel zu Johannes Hübner, einem Spezialisten für Gebertechnik, oder zum Ventilatoren-Hersteller TROX X-Fans.
Wie viel Mut braucht so eine Gründung?
Mutig war es sicher und wohl auch ein bisschen verrückt. Aber wir waren überzeugt, dass man mit einer guten Idee und guter Arbeit auch gutes Geld verdienen kann. Natürlich braucht man einen langen Atem, aber wir haben alle drei unser Auskommen und knapp 20 Stellen geschaffen. Im Team sind fünf Promovierte, drei Maschinenbauer mit Schwerpunkt Lager und natürlich Informatiker – ohne die geht heute gar nichts mehr.
Wo steht HCP Sense heute?
Zu unseren Kunden zählen inzwischen fast alle deutschen OEM-Automobil- und auch etliche Nutzfahrzeughersteller zu unseren Kunden. Den Weg haben uns die Hersteller von Schmierstoffen geebnet. Für sie machen wir Tests in unserem Labor, da ihnen unsere Sensorlösung viel Zeit Spart. Letztlich hilft unsere Technologie, Autos besser zu machen. So erhöht zum Beispiel im E-Antrieb zu viel Schmierstoff den Energieverbrauch, ist zu wenig drin, geht er schneller kaputt, wenn das keiner merkt. Wir helfen bei der ständigen Herausforderung, Maschinen und damit auch Fahrzeuge zu optimieren.