Wie sieht es heute bei Heck + Becker aus?
Wir treiben die Transformation weiter voran, kooperieren eng mit Hochschulen und achten auf eine extrem schlanke Verwaltung. Neben dem Formenbau zeichnen uns besonders unser Prototyping-Verfahren aus, mit dem wir die Entwicklung neuer Fahrzeugplattformen unterstützen. Wir liefern seriennahe Prototypen aus Aluminium-Druckguss in maximal zwölf Wochen. Das spart bis zu einem Jahr Entwicklungszeit. So kann ein OEM (Original Equipment Manufacturer) oder eine Gießerei mit unserem Prozess Teile schneller testen, schneller zur Serienreife kommen und so einen entscheidenden Vorteil im internationalen Wettbewerb sichern. In einer Zeit, in der die Automobil-Industrie weltweit unter enormem Innovationsdruck steht, ist diese Geschwindigkeit ein echter Gamechanger.
Was raten Sie Unternehmen, die noch nicht so weit sind mit der Transformation?
Ich rate ihnen: Hinterfragen Sie Ihre Prozesse und schauen Sie auch nach den „low hanging fruits“. Die findet man, wenn man mit offenen Augen durch den Betrieb geht, mit den Mitarbeitern redet und ihnen auch zuhört. Dann lassen sich oft sogar mit minimalem Aufwand tolle Erfolge erzielen. Und sorgen Sie dafür, dass das Wissen in den cleveren Köpfen ihrer Leute nicht verloren geht, wenn sie in den Ruhestand gehen. Packen Sie es besser mit deren Unterstützung und der Hilfe von KI in unternehmensinterne Datenbanken. Und nicht zuletzt: Schaffen Sie Raum, damit man gemeinsam im positiven Sinne an neuen Ideen spinnen kann.
Was muss sich in Deutschland ändern, damit sich Firmen im internationalen Wettbewerb besser behaupten können?
Am wichtigsten sind sicher die Punkte Energie, Bürokratie und Digitalisierung. Die Energiekosten müssen dringend runter, denn für Strom oder Gas zahlen wir fast doppelt so viel wie Wettbewerber in den USA oder China. Die Bürokratie muss radikal entschlackt werden. Der Dokumentations- und Verwaltungsaufwand bei Genehmigungsverfahren, Umweltauflagen und Berichtspflichten ist kaum noch zu stemmen. Wir brauchen eine Verwaltung, die Unternehmen als Partner sieht und nicht als Antragsteller, die man verwalten muss. Und es muss mehr getan werden für die digitale Infrastruktur.