Vom Impuls zur Vernetzung: Defense Connect MATCH #1 bringt Akteure der sicherheitsnahen Wertschöpfungskette zusammen
Mit Defense Connect MATCH #1 „Kontaktforum – Chancen, Zugänge und Vernetzung“ hat HESSENMETALL am 25. August 2026 im Haus der Wirtschaft Hessen die Veranstaltungsreihe Defense Connect 2026 abgeschlossen. Mehr als 120 Teilnehmende aus Industrie, Bundeswehr, Forschung, Förderung und Finanzierung kamen zusammen, um die Impulse der drei digitalen INSIGHTS in persönliche Gespräche und konkrete Anschlussmöglichkeiten zu überführen.
Die gesamte Veranstaltung fand unter der Chatham House Rule statt. Um einen offenen und vertrauensvollen Austausch zu ermöglichen, wurde bewusst auf Foto-, Video- und Tonaufnahmen verzichtet. Dies schuf den geschützten Rahmen für einen ehrlichen Dialog über Herausforderungen, Bedarfe und Kooperationsmöglichkeiten entlang der sicherheitsnahen Wertschöpfungskette.
Impulse für industrielle Umsetzung und konkrete Marktzugänge
Zum Auftakt unterstrich Coralie Zilch, Geschäftsführerin HESSENMETALL Nordhessen, die Bedeutung von Innovation, industrieller Leistungsfähigkeit und belastbaren europäischen Lieferketten. Aktuelle Entwicklungen rund um das Hessische Drohnenkompetenzzentrum (HDKZ) am Kassel Airport und dem geplanten Innovationshub Mobility & Defense verdeutlichen, welche Rolle regionale Kompetenzen und industrielle Skalierung für sicherheitsnahe Innovationen spielen. „Verteidigungsfähigkeit entsteht dort, wo technologische Exzellenz, industrielle Umsetzungskraft und starke Partnerschaften zusammenkommen“, betonte Zilch.
Generalleutnant a. D. Gert Nultsch griff diesen Gedanken in seiner Keynote auf und machte deutlich, dass Innovation erst dann Wirkung entfaltet, wenn sie in industrielle Strukturen überführt wird: „Innovation muss sich materialisieren. Europäische Lieferketten müssen etabliert und stabilisiert werden, Produktion in Europa stattfinden. Das geht nicht ohne eine Landschaft von Foundern, Ausgründungen und KMU und die erforderliche Vernetzung.“
Einen praxisnahen Blick auf konkrete Marktzugänge eröffnete Stephan Cloots, IW Medien, mit der Vorstellung des Pilotprojekts „Ausschreibungsradar für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“, das zur Zeit von HESSENMETALL-Unternehmen getestet von den Teilnehmende via mentimeter bewertet werden konnte. Der vorgestellte KI-gestützte Ansatz identifiziert relevante öffentliche Ausschreibungen, bewertet sie unternehmensspezifisch und bereitet zentrale Informationen kompakt auf. Damit zeigte der Impuls, wie insbesondere mittelständische Unternehmen bei der Orientierung in fragmentierten Vergabeportalen entlastet und gezielter auf passende Ausschreibungen aufmerksam gemacht werden können.
Im Zentrum der Veranstaltung standen die thematisch gegliederten Vorstellungsrunden der Aktiven: „Sicherheits- und Verteidigungsindustrie/Industriepartner“, „Bedarfsträger der Bundeswehr/institutionelle Schnittstellen“ sowie „Forschung, Förderung und Finanzierung“. SVI-Unternehmen jeglicher Größe, von den Primes bis zum Drohnenstartup repräsentierten die Lieferkette. Technologieanbieter, Bundeswehr-Akteure, Forschungseinrichtungen sowie Förder- und Finanzierungspartner zeigten ihre Kompetenzen, Technologien und Unterstützungsangebote in jeweils 3-Minuten-Pitches.
Für den anschließenden Austausch mit den Aktiven wurden die Teilnehmenden auf drei Breakout-Räume mit jeweils rund 40 Personen verteilt, die alle 20 Minuten von Raum zu Raum rotierten. Hier übernahmen drei ausgewiesene Branchenexperten die Moderation der vielen Fragen an die Aktiven. Christian Leber (GRAVITY Advisors) brachte seine langjährige Erfahrung in den Bereichen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie resiliente Lieferketten ein. Björn Stahlhut (CPM Verlag / Security-Network.com) begleitete die Gespräche mit seiner Expertise zu den Strukturen und Akteuren der Sicherheits- und Verteidigungsbranche sowie seiner Perspektive als Reserveoffizier. Christian Sprengel, Subject Matter Expert für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, moderierte die Diskussionen zu Forschung, Förderung und Finanzierung und steuerte seine langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Industrie, Innovation und öffentlichen Auftraggebern bei.
Vom Austausch zu konkreten Anknüpfungspunkten
Der anschließende Austausch im freien Netzwerkteil wurde von allen Teilnehmende sehr intensiv genutzt und zeigte, dass erfolgreiche Innovations- und Beschaffungsprozesse nicht allein von technologischer Exzellenz abhängen, sondern ebenso von funktionierenden Netzwerken, die potenzielle Partner ins Gespräch bringen.
Danke & Ausblick
Die Gespräche machten deutlich, wie groß das Interesse ist, bestehende Kompetenzen zusammenzuführen und gemeinsame Lösungsansätze für aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.
Ein herzlicher Dank gilt insbesondere allen aktiven Mitwirkenden, die mit den Kurzvorstellungen, Einblicken und Angeboten eine ausgezeichnete Basis für die sich anschließenden Fragerunden und das Netzwerken gelegt haben, sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den offenen und engagierten Austausch.
Die erste Resonanz vor Ort war ausgesprochen positiv. Es gilt jetzt, die entstandenen Kontakte weiterzuführen und zu vertiefen. HESSENMETALL wird die Vernetzung von Industrie, Bundeswehr, Forschung, Förderung und Finanzierung auch künftig aktiv unterstützen. Nach den erfolgreichen INSIGHTS-Formaten und dem ersten MATCH-Event ist die Fortführung der Defense Connect-Reihe für 2027 vorgesehen. Geplant sind weitere Impulse zu aktuellen Entwicklungen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie vertiefende Angebote, die den direkten Austausch und die Anbahnung konkreter Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette fördern.