Die Beschaffungs- und Innovationslandschaft: Fortsetzung von HESSENMETALL Defense Connect
Die Veranstaltungsreihe HESSENMETALL Defense Connect ging am 29. April 2026 mit dem INSIGHT #2 „Die Beschaffungs‑ und Innovationslandschaft“ in die zweite Runde. Rund 130 Teilnehmende nutzten den Online-Impuls, um sich vertieft mit den Strukturen der militärischen Beschaffung, den Innovationsmechanismen der Bundeswehr sowie mit den Schnittstellen zwischen Forschung, Industrie und Streitkräften auseinanderzusetzen.
„Wir setzen auf Orientierung, Transparenz und konkrete Andockpunkte – damit auch kleinere und mittelständische Unternehmen ihre Rolle in dieser Wertschöpfungskette realistisch finden können. Je besser dieses Verständnis wird, desto mehr Tempo entsteht am Ende auch in der Praxis – weil Erwartungen, Anforderungen und Möglichkeiten klarer sind.“, so Thomas Frey, Geschäftsführer HESSENMETALL Rhein‑Main‑Taunus in seinem Grußwort.
Impulse zu Strukturen, Verfahren, Akteuren und Kooperationsformen
Den inhaltlichen Auftakt übernahm Ulf Häußler, Ministerialrat im Bundesministerium der Verteidigung, mit einer Einordnung der Innovationslandschaft der deutschen Verfähigkeit. Er skizzierte die sicherheitspolitische Ausgangslage, den damit verbundenen Veränderungsdruck sowie die Rolle neuer und etablierter Akteure. Im Mittelpunkt standen das Innovationssystem der Bundeswehr, die beteiligten Organisationen auf nationaler, EU- und NATO-Ebene sowie die unterschiedlichen Wege der Fähigkeitsentwicklung und Beschaffung. Häußler machte deutlich, dass Marktkenntnis, technologische Reife und die Einhaltung formeller Verfahren zentrale Voraussetzungen für erfolgreiche Zusammenarbeit sind.
Anschließend beleuchtete Rechtsanwalt Norbert Dippel die Beschaffungswege der Bundeswehr aus vergabe‑ und haushaltsrechtlicher Perspektive. Er stellte die rechtlichen Grundlagen, Zuständigkeiten und Verfahren der Bedarfsdeckung dar und gab einen strukturierten Überblick über offene, nicht offene und verhandlungsbasierte Vergabeverfahren. Dabei verdeutlichte er, dass eine fundierte Auseinandersetzung mit Fristen, Verfahren und Formvorgaben eine zentrale Voraussetzung ist, um sich im Verteidigungsmarkt zu positionieren.
Oberst i. G. Dipl.‑Kfm. Matthias Puschnig ergänzte diese Perspektiven um einen praxisorientierten Blick auf die Beschaffungs‑ und Unterstützungsstrukturen der Bundeswehr. In seinem Beitrag stellte er zentrale Anlaufstellen, formelle und informelle Zugänge sowie niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten vor. Zudem zeigte er auf, welche Rahmenbedingungen Unternehmen beachten müssen und welche Unterstützungsangebote beim Einstieg in den Rüstungsmarkt zur Verfügung stehen.
Den Abschluss bildete der Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Koch vom Fraunhofer‑Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE. Er erläuterte, wie angewandte Forschung zur gesamtstaatlichen Verteidigung und Sicherheit beitragen kann und welche Rolle Kooperationen zwischen Wissenschaft, Bundeswehr und Industrie dabei spielen. Anhand konkreter Beispiele aus der Sensor‑ und Informationsfusion verdeutlichte er, wie Forschungsdienstleistungen, Experimente und Demonstratoren den Übergang von der Idee zur industriellen Umsetzung unterstützen.
Die anschließende Diskussion und die zahlreichen Rückfragen der Teilnehmenden unterstrichen das große Interesse an Orientierung in der komplexen Beschaffungs‑ und Innovationslandschaft. Der zweite Termin der Reihe verdeutlichte, dass ein fundiertes Verständnis von Verfahren, Akteursrollen und Kooperationsmöglichkeiten eine zentrale Grundlage für strategische Entscheidungen im sicherheitsnahen Umfeld bildet.
Informationen zur Veranstaltungsreihe, Anlaufstellen und Förderangeboten
Nutzen Sie die Gelegenheit, sich in den kommenden beiden Veranstaltungen der Reihe zu informieren (HESSENMETALL Defense Connect INSIGHTS #3, 27.05.2026, 10:00 bis 12:00 Uhr) und sich gezielt mit wichtigen Akteuren der SVI, der Bundeswehr sowie Forschungsinstituten und weiteren relevanten Partnern zu vernetzen (HESSENMETALL Defense Connect MATCH #1, 25.08.2026, 10:00 bis 14:00 Uhr).
Alle Informationen und Anmeldemöglichkeiten zur Veranstaltungsreihe finden Sie HIER. Wichtiger Hinweis: Bitte buchen Sie alle Workshops einzeln.
Eine Übersicht mit relevanten Informationen, Anlaufstellen und Veranstaltungen für den Einstieg in den sicherheits- und verteidigungsnahen Markt finden sie im Serviceportal auf unserer Website HIER.
Diejenigen Teilnehmenden, die sich für Förderangebote zu sicherheitsnahen Innovationen/Dual Use interessieren, finden unsere Förderinformationen zum Thema HIER.
Dazu bitte bereits vormerken:
- 20.05.2026, Online-Förderimpulse "Förderung sicherheitsnaher Innovationen und Investitionen in Land, Bund und EU", 10:00 bis 11:30 Uhr.
Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zum Thema haben oder Informationen zu unseren Serviceleistungen haben.