HESSENMETALL zur Forderung der IG Metall

Pollert: „Kunden immer weniger bereit, deutsche Preise zu bezahlen“. Forderung der IG Metall wäre ein Brandbeschleuniger

Frankfurt am Main. Der HESSENMETALL-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert warnt vor einer Vertreibung der Industrie aus Hessen und Deutschland. „Für die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie wird es immer schwerer, unter den hier geltenden Bedingungen wettbewerbsfähig für den Weltmarkt zu produzieren. Die Produkte unserer Unternehmen sind immer noch Weltklasse und in vielen Bereichen weiterhin technisch führend. Aber der Vorsprung ist nicht mehr groß genug, sodass die Kunden oftmals nicht bereit sind, die durch die Produktionskosten in Deutschland verursachten hohen Preise zu bezahlen. Deshalb investieren auch die Firmen immer weniger im eigenen Land. Nun ist kluges und entschlossenes Handeln von Politik und Sozialpartnern gefragt, um dies zu ändern.“

Hessen ist von der aktuellen Krise in der Metall- und Elektro-Industrie und von strukturellen Standortdefiziten stark betroffen. Aktuell gehen jeden Monat 500 bis 600 Arbeitsplätze verloren. Seit dem Höchststand 2018 summiert sich der Verlust damit bereits auf rund 34.000 Arbeitsplätze – nur in Hessen.

„Wenn eine bundesweite Umfrage unter rund 1.000 Mitgliedsunternehmen ergibt, dass fast die Hälfte der Unternehmen in diesem Jahr ihre Investitionen in Deutschland in diesem Jahr kürzen wird, unterstreicht dies die schlechten Voraussetzungen am Standort. Über zwei Drittel der Unternehmen nannten die hohen Arbeitskosten als wichtigsten Grund für den Investitionsrückgang. Noch vor den hohen Energiekosten und der ausufernden Bürokratie.“

Pollert unterstrich, dass diese Ergebnisse den dringenden Handlungsbedarf bei diesem Thema aufzeigten. In der anstehenden Tarifrunde gelte es, sich ehrlich zu machen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Standorts und der Arbeitsplätze zu entwickeln. „Die Forderung der IG Metall nach 5 Prozent geht deshalb völlig an der Realität vorbei und wäre nichts anderes als ein Brandbeschleuniger. Ich bin fest davon überzeugt: Durch kluge tarifpolitische Weichenstellungen haben wir selbst einen entscheidenden Hebel in der Hand, ob wir auch zukünftig eine starke innovative Industriebasis in unserem Land erhalten werden“, so Pollert abschließend.

Porträt von Patrick Schulze
Patrick Schulze

Geschäftsführer Kommunikation