Wangemann: Die Arbeitgeber haben ein konstruktives und der Situation angemessenes Angebot vorgelegt, um den Standort zu stärken
Frankfurt am Main. Nach der heutigen ergebnislosen dritten Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie in den Tarifgebieten von M+E MITTE (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) dringt die Arbeitgeberseite wiederholt auf situationsgerechte Verhandlungen über das vorliegende Angebot und eine zügige Einigung. Eine Nachbesserung des Angebots sei angesichts der unverändert schwierigen wirtschaftlichen Lage nicht angezeigt.
„Unser Angebot berücksichtigt die Einkommensinteressen der Beschäftigten und die engen wirtschaftlichen Spielräume der Unternehmen. Es bietet eine tragfähige Grundlage für einen Kompromiss“, erklärte Ralph Wangemann, Verhandlungsführer der vier Arbeitgeberverbände von M+E MITTE. „Jetzt erwarten wir, dass sich die IG Metall konstruktiv damit auseinandersetzt.“
Das Angebot der Arbeitgeber sieht bei einer Laufzeit von 26 Monaten bis Ende 2028 eine differenzierbare Einmalzahlung von 640 Euro im Juli 2027 und eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 1,3 Prozent im Juli 2028 vor. Bereits zum 1. April 2026 waren die Tabellenentgelte aus dem laufenden Tarifvertrag um 3,1 Prozent gestiegen.
Ralph Wangemann: „Entscheidend ist nicht, wer die größere Zahl nennt, sondern was die Unternehmen wirtschaftlich tragen können. Wir verhandeln hier die Mindestbedingungen für den Flächentarifvertrag und brauchen einen Abschluss, der auch morgen noch Investitionen und Beschäftigung in Deutschland wirtschaftlich tragfähig macht. Deshalb muss der Abschluss dort Entlastung ermöglichen, wo die Arbeitskosten Investitionen und Arbeitsplätze gefährden. Seit 2018 hat die M+E-Industrie bundesweit fast 350.000 Arbeitsplätze verloren, weitere 300.000 Arbeitsplätze sind in den nächsten Jahren stark gefährdet. Diese Entwicklung können wir nur gemeinsam stoppen.“
Deutlich kritisierte Wangemann die Warnstreiks der IG Metall. „Warnstreiks bringen uns einer Lösung keinen Schritt näher. Sie stoppen die Produktion, verursachen zusätzliche Kosten und verschärfen die wirtschaftliche Lage gerade in den eng verknüpften Wertschöpfungsketten unserer M+E-Industrie drastisch. Das hilft weder den Betrieben noch den Beschäftigten. Lösungen werden nur am Verhandlungstisch gefunden, alles andere verstehen insbesondere die weltweiten Kunden nicht.“
„Ziel muss eine zügige Einigung sein, die Unternehmen Planungssicherheit gibt und industrielle Beschäftigung sichert. Eine Eskalation löst kein einziges unserer Standortprobleme. Wir brauchen jetzt ernsthafte Verhandlungen und einen Abschluss, der Produktion und Investitionen in Deutschland wieder attraktiv macht.“