Im Anschluss daran fanden sich die Mitgliedsunternehmen sowie Gäste aus lokaler und regionaler Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Vortragsveranstaltung mit dem Kölner Vortragsredner, Executive Coach und Autor Peter Holzer ein.
Bürgermeister Wolfgang Rittershauß von Langenselbold eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit Werner Kroth, Vorstandsvorsitzender des AGV Osthessen, und Christof Zimmermann, Erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender von HESSENMETALL Osthessen. Thematischer Schwerpunkt des Tages waren die wirtschaftliche und personelle Produktivitätsleistung von Unternehmen. „Wer heute unternehmerische Verantwortung trägt, der bewegt sich in einem anspruchsvollen Umfeld: überbordende Bürokratie, explodierende Berichtspflichten, Fachkräftemangel und globale Unsicherheiten. Es ist daher völlig legitim und notwendig, dass Arbeitgeberverbände eine deutliche Sprache sprechen“ und Forderungen stellen, so Rittershauß in seinem Grußwort. Kroth und Zimmermann betonten vor allem die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die regionale Industrie. Mit Blick auf das aktuell schwache Produktivitätswachstum in Deutschland forderte Zimmermann mehr wirtschaftliche Freiräume sowie gemeinsame Anstrengungen von Unternehmen und Politik: „Nur so können wir das Potential, über das wir verfügen, nutzen und langfristig in Produktionsgewinne umsetzen“, sagte Zimmermann. Kroth ergänzte: „High Potentials gehen Deutschland verloren und wandern ins wirtschaftlich attraktivere Ausland ab.“
Peter Holzer ergänzte die Forderungen an die Politik mit Handlungsempfehlungen an die Unternehmen selbst. Im Mittelpunkt seines Vortrags „Aufstand der Leistungsträger“ zu seinem gleichnamigen Buch standen wirkungsvolle Führung, klare Kommunikation und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Unternehmen müssten sich die Frage stellen, welchen Anspruch sie an ihre Leistungskultur haben. Er stellte in Frage, dass gute Arbeit ausreicht. Um im harten Wettbewerb jedoch zu bestehen, brauche es den klaren Willen, exzellent zu sein. „Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen setzen. Unternehmen müssen die daraus entstehenden Spielräume mit Führung, Eigenverantwortung und Spitzenleistung füllen“, betonte Holzer.
Der Vortrag gab den Gästen vielfältige Denkanstöße für das anschließende Networking im After-Work-Ambiente vor dem Stucksaal im Schloss Langenselbold. „Gerade in herausfordernden Zeiten ist der persönliche Austausch wertvoll. Er bringt neue Ideen hervor, stärkt bestehende Kontakte und bringt unsere Unternehmen in der Region enger zusammen“, sagte Elena Wolf, Geschäftsführerin des AGV Osthessen. Jörg Hermann, Geschäftsführer HESSENMETALL Osthessen, ergänzte: „Eine starke Wirtschaftsregion lebt vom gemeinsamen Handeln. Mit unseren Veranstaltungen schaffen wir den Raum, um wichtige und aktuelle Impulse aufzugreifen und den Dialog über tragfähige Lösungen fortzuführen.“