Rückblick: Defense Connect INSIGHT #3

v.l.n.r.: Katja Farfan (Moderation), Frank Christian Sprengel (Moderation), Stefan Haubner (Binary Bunker), Dominik Tomek (Othis), Dr. Jan Peter Müller und Dr. Markus Söhnchen (GÖRG)
v.l.n.r.: Katja Farfan (Moderation), Frank Christian Sprengel (Moderation), Stefan Haubner (Binary Bunker), Dominik Tomek (Othis), Dr. Jan Peter Müller und Dr. Markus Söhnchen (GÖRG)

Praktische Voraussetzungen für einen erfolgreichen Marktzugang: Der dritte INSIGHT von HESSENMETALL Defense Connect

Mit Defense Connect INSIGHT #3 „Marktmechanismen/‑zugänge und Limitationen“ hat HESSENMETALL am 27. Mai 2026 den dritten und für dieses Jahr letzten Online‑Impuls der Reihe HESSENMETALL Defense Connect durchgeführt. Nachdem INSIGHT #1 die sicherheits‑ und verteidigungspolitische Architektur und INSIGHT #2 die Beschaffungs‑ und Innovationslandschaft eingeordnet hatten, stand diesmal die praktische Umsetzungsfrage im Mittelpunkt: Welche formalen, regulatorischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen entscheiden darüber, ob ein Einstieg in sicherheits‑ und verteidigungsrelevante Märkte gelingt – und wo liegen typische Stolpersteine?

„Die Frage ist nicht mehr, ob sich der Markt öffnet, sondern wie Unternehmen konkret Zugang finden. Genau hier setzt unser dritter INSIGHT an: nicht bei Strukturen, Zuständigkeiten oder Innovationsbedarfen, sondern konsequent bei der Unternehmensperspektive.“, so Sascha Drechsel, Geschäftsführer HESSENMETALL Mittelhessen, in seinem Grußwort.

Impulse zu Marktzugängen, Anforderungen und Risiken

Zum Auftakt ordneten Dr. Jan Peter Müller und Dr. Markus Söhnchen, RAe und Partner bei der Görg Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB, den Markteintritt aus rechtlicher Perspektive ein. Sie zeigten, dass der Zugang zur Branche über unterschiedliche Pfade erfolgen kann: von Ausschreibungen über Kooperationen bis hin zu Joint Ventures oder M&A‑Konstellationen. Bei jedem dieser Zugänge entstehen jeweils spezifische Anforderungen an Zulassungen, Zertifizierungen und Genehmigungen. Zudem wurde der Rechtsrahmen als „Mehr‑Ebenen‑System“ eingeordnet, in dem nationale, europäische und internationale Vorgaben ineinandergreifen. Deutlich wurde dabei, dass ein fundiertes Verständnis vergabe‑ und beschaffungsrechtlicher Logiken eine zentrale Voraussetzung ist, um Erwartungen von Auftraggebern realistisch einordnen zu können.

Anschließend zeigte Dominik Tomek, CEO Binary Bunker, anhand eines Praxisbeispiels, wie sich diese Anforderungen in konkrete betriebliche Entscheidungen übersetzen. Er verdeutlichte, dass der Einstieg häufig an Fehlannahmen scheitert – etwa bei der Einordnung von VS‑NfD. Entscheidend seien vielmehr Architektur‑ und Prozessentscheidungen, die Aufwand und Kosten maßgeblich bestimmen. Zugleich wurde die Ambivalenz der Selbstakkreditierung deutlich: Sie ermöglicht Geschwindigkeit, verlagert aber Verantwortung stärker ins Unternehmen. Der Beitrag unterstrich, dass Geheimschutz kein einmaliges Projekt, sondern ein dauerhafter Betriebszustand ist.

Mit der Perspektive von Stefan Haubner, Co‑CEO Othis, rückte die Finanzierung im SVI‑Umfeld in den Fokus. Er zeigte, dass lange Projektzyklen, Vorfinanzierungsbedarfe und eine begrenzte Investorenbasis den Zugang zu Kapital prägen. Zusätzlich wirken regulatorische und ESG‑bezogene Anforderungen als Filter. Dabei wurde deutlich, dass Finanzierung frühzeitig strukturiert werden muss und eng mit der Positionierung im Marktumfeld zusammenhängt.

Den Abschluss bildete die makroökonomische Einordnung von Dr. Arne Holzhausen, Head of Insurance and Wealth Markets, Economic Research, Allianz SE. Er zeigte, dass steigende Staatsinvestitionen nicht automatisch zu stabilen Marktbedingungen führen. Vielmehr treffen hohe Budgets auf ein weiterhin anspruchsvolles wirtschaftliches Umfeld. Für Unternehmen bedeutet das, Markteintrittsstrategien sowohl an Chancen als auch an Risiken und Kapazitätsanforderungen auszurichten.

Diskussion und weitere Informationen

Ein großer Dank gilt allen Mitwirkenden, den Referenten und dem engagierten Publikum. Der fachliche Dialog bot wertvolle Einblicke in die praktischen Anforderungen des Marktzugangs und unterstützte die Teilnehmenden dabei, ihre eigenen Voraussetzungen, Chancen und Risiken differenziert zu betrachten.

Damit hat INSIGHT #3 den inhaltlichen Aufbau der Online INSIGHTS abgeschlossen: Ausgehend von Zuständigkeiten und Entscheidungsstrukturen (INSIGHT #1) und den Mechanismen von Innovation und Beschaffung (INSIGHT #2) wurde nun die operative Realität an der Schnittstelle von Recht, Organisation, Finanzierung und Risiko verdichtet.

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich beim abschließenden Defense Connect MATCH #1 gezielt mit wichtigen Akteuren der SVI, der Bundeswehr sowie Forschungsinstituten und weiteren relevanten Partnern zu vernetzen.

Alle Informationen und Anmeldemöglichkeiten zur Veranstaltungsreihe finden Sie HIER. Wichtiger Hinweis: Bitte buchen Sie alle Workshops einzeln.

Eine Übersicht mit relevanten Informationen, Anlaufstellen und Veranstaltungen für den Einstieg in den sicherheits- und verteidigungsnahen Markt finden sie im Serviceportal auf unserer Website HIER.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zum Thema haben oder Informationen zu unseren Serviceleistungen haben.

Porträt von Katja Farfan
Katja Farfan

Leiterin Digitales, Technologietransfer und Startups