Ausbildungsumfrage von HESSENMETALL
Im Juli 2026 startete HESSENMETALL zum siebten Mal eine Ausbildungsumfrage. 123 ausbildende Mitgliedsunternehmen beteiligten sich. Die Ergebnisse geben einen guten Einblick in das Ausbildungsgeschehen der hessischen M+E+IT-Industrie:
Viele Unternehmen ohne vollständige Besetzung
Viele der befragten Unternehmen (42 %) konnte zum Ausbildungsstart 2026 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Als Hauptgründe nannten die befragten Personal- und Ausbildungsverantwortlichen einen Mangel an geeigneten Bewerbungen.
Ausbildungsangebot unter Druck – Chancen bleiben
Rund 36 Prozent der Betriebe reduzieren ihr Ausbildungsangebot aktuell. Gründe sind vor allem die schwache Konjunktur und der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern.
Die Umfrage zeigt jedoch auch die Entschlossenheit der Unternehmen: 61 Prozent der Betriebe mit unbesetzten Stellen suchen aktuell – über den offiziellen Ausbildungsstart hinaus – weiter aktiv nach Auszubildenden. Für das Ausbildungsjahr 2027/2028 plant über drei Viertel der Betriebe mit unverändert vielen oder mehr Ausbildungsplätzen.
Die Übernahmequote liegt mit 85 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau: Fast alle Auszubildenden erhalten nach Abschluss ein Angebot für ein festes Arbeitsverhältnis. Nicht-Übernahmen von Auszubildenden hängen maßgeblich (35 %) damit zusammen, dass Auszubildende sich selbst umorientiert haben.
Nachholbedarf bei Kompetenzen: Bildungssystem gefordert
72 Prozent der Unternehmen nennen Defizite beim Arbeits- und Sozialverhalten als Herausforderung für die Ausbildung. Jeweils 70 Prozent sehen zudem fehlende schulische Basiskenntnisse sowie Schwächen bei lernmethodischen Kompetenzen wie Selbstorganisation und Lernstrategien.
Die Unternehmen erwarten stärkere Unterstützung durch das Bildungssystem. Aus ihrer Sicht sind eine stärkere Förderung von Arbeits- und Sozialverhalten, die konsequente Vermittlung von Grundkompetenzen und eine bessere personelle sowie technische Ausstattung der Berufsschulen besonders wichtig.