MINT-Frühjahrsreport 2026

Pollert: MINT-Lücke bleibt Risiko für Hessens Industrie. Wir müssen Kinder früher fördern und internationale Fachkräfte schneller gewinnen

Frankfurt am Main. Hessen bleibt im MINT-Bereich unter Druck. Laut dem heute in Berlin vorgestellten MINT-Frühjahrsreport 2026 fehlen in Hessen rechnerisch rund 3.700 MINT-Fachkräfte. Besonders betroffen sind industrierelevante Bereiche wie Metallverarbeitung, Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik und IT. HESSENMETALL fordert deshalb eine Doppelstrategie: mehr frühe MINT-Bildung in Kitas und Schulen sowie schnellere Wege für internationale Fachkräfte in den hessischen Arbeitsmarkt.

„Hessens wirtschaftliche Stärke beginnt nicht erst in der Berufsschule oder an der Hochschule. Sie beginnt dort, wo Kinder Neugier entwickeln, beim Fragen, Ausprobieren, Bauen, Rechnen und Forschen. Wer morgen Fachkräfte in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik haben will, muss heute frühkindliche Bildung ernst nehmen“, sagte HESSENMETALL-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert.

Das Land verfolge bereits wichtige Ansätze. Der Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen betone basale Kompetenzen von Sprachentwicklung bis zu ersten naturwissenschaftlichen Erfahrungen. „Das ist richtig und wichtig. Viele Kitas leisten unter schwierigen Bedingungen Enormes. Damit frühe MINT-Bildung im Alltag tatsächlich stattfinden kann, brauchen sie verlässliche personelle Rahmenbedingungen, praxistaugliche Materialien und starke Partner. Kooperationen mit Unternehmen, Stiftungen und Bildungsinitiativen können hier zusätzliche Chancen eröffnen“, so Pollert.

Neben dieser langfristigen Perspektive sieht HESSENMETALL kurzfristig erheblichen Handlungsbedarf bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte. „Die angekündigte Fast Lane für internationale Fachkräfte ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend ist jetzt, dass sie schnell, digital und verlässlich funktioniert. Unternehmen brauchen planbare Verfahren, klare Zuständigkeiten und kurze Bearbeitungszeiten“, betonte Pollert.

Zudem sollten die Potenziale internationaler Studierender an hessischen Hochschulen besser genutzt werden. „Wer in Hessen studiert hat, hier Kontakte knüpft und hier gebraucht wird, sollte nicht an Sprache, Bürokratie oder fehlender Orientierung scheitern. Hessen sollte mehr internationale Absolventinnen und Absolventen im Land halten. Dafür brauchen wir verbindliche Deutschkursangebote in englischsprachigen Studiengängen und eine frühere Verzahnung von Hochschulen, Unternehmen und Arbeitsverwaltung“, sagte Pollert.

Download der Studie:
https://www.nationalesmintforum.de/fileadmin/medienablage/content/presse/2026/mint-report/MINT-Fruehjahrsreport-2026-Arbeitsmarktbericht-05-05-2026.pdf
 

Porträt von Jonas Fidler
Jonas Fidler

Leiter Bildung