foerder­blog@hessen­metall

BEITRAG Juli 2026 (von Susanne Kienhorn)

aktueller Förderblog

Kreislaufwirtschaft – Neue Förderimpulse für Innovation und Ressourceneffizienz

Steigende Rohstoffpreise, geopolitische Unsicherheiten und der Wunsch nach resilienteren Lieferketten rücken die Kreislaufwirtschaft zunehmend in den Fokus der Industrie. Gleichzeitig verknüpft die Förderpolitik des Bundes Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik immer stärker mit Ressourceneffizienz und nachhaltigen Wertschöpfungsketten.

Für Unternehmen ergeben sich daraus neue Möglichkeiten, Innovationen voranzutreiben und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Nachfolgend stellen wir Ihnen ausgewählte aktuelle Förderprogramme und Entwicklungen vor.

Landesprogramm mit Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft

PIUS-INVEST - geht in 2026 weiter

Mit dem hessischen Förderprogramm PIUS-INVEST unterstützt das Land Hessen kleine und mittlere Unternehmen bei Investitionen in innovative Produktions- und Organisationsprozesse, die den Ressourcenverbrauch senken und CO₂-Emissionen reduzieren.

Im Mittelpunkt stehen:

Investitionen zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz, zur Etablierung geschlossener Stoffkreisläufe entlang der gesamten Prozesskette sowie zum Einsatz innovativer und ressourcenschonender Fertigungstechnologien.

Gefördert werden:

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Hessen, die Prozess- oder Organisationsinnovationen umsetzen und dabei eine messbare Verbesserung der CO₂-Bilanz erreichen. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 30 %, maximal 500.000 Euro je Vorhaben.

Nächster Förderaufruf

Nach dem erfolgreichen Förderaufruf 2026 ist ein weiterer Call geplant. Die Förderung erfolgt im Rahmen eines wettbewerblichen Auswahlverfahrens, bei dem insbesondere die erzielte CO₂-Einsparung, der Innovationsgrad und die Umweltwirkung des Vorhabens bewertet werden.

 

Aktuelles zu Förderprogrammen des Landes Hessen

DIGI-Zuschuss Hessen wird eingestellt

Mit dem DIGI-Zuschuss Hessen endet leider eines der bekanntesten Förderprogramme des Landes für kleine und mittlere Unternehmen. Das hessische Wirtschaftsministerium hat angekündigt, das Programm nicht fortzuführen. Damit entfällt künftig eine niedrigschwellige Fördermöglichkeit für Digitalisierungsinvestitionen.

 

Green-Energy-Programm für Startups: Nur noch bis 31. Juli bewerben!

Das House of Energy sucht hessische Startups mit Bezug zu Green Energy für den genesis Akzelerator. Das Programm richtet sich sowohl an Gründungsteams in der frühen Entwicklungsphase als auch an Startups mit ersten Kunden oder Pilotprojekten und unterstützt sie mit individuellem Coaching, Expertenwissen und einem starken Netzwerk. Bewerbungsschluss ist bereits der 31. Juli 2026.

Unabhängig davon können sich Green-Energy-Startups jederzeit für das Mentoringprogramm genesis Tandem bewerben. Erfahrene Expertinnen und Experten aus der Energiewirtschaft begleiten die Gründerinnen und Gründer in individuellen 1:1-Mentorings.

 

Bundesprogramme mit Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft

DigiRess Circular

Mit dem neuen Förderprogramm „DigiRess Circular“ unterstützt das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) Vorhaben, die durch den Einsatz digitaler Technologien den Material- und Ressourceneinsatz optimieren, Stoffkreisläufe schließen und neue zirkuläre Geschäftsmodelle ermöglichen.

Im Mittelpunkt stehen:

insbesondere digitale Anwendungen, die Abfälle vermeiden, Wertstoffe länger im Wirtschaftskreislauf halten oder die Wiederverwendung und das Recycling von Materialien verbessern. Die Förderung richtet sich insbesondere an innovative Projekte mit hohem Praxisbezug.

Gefördert werden:

gewerbliche Unternehmen darunter insbesondere Kleinstunternehmen, Start-ups und KMU. Ihre Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht und wird bei der Projektbegutachtung berücksichtigt. Große Unternehmen sind nur in Verbundprojekten antragsberechtigt.

Der nächste Stichtag ist der 15. September 2026.

 

Robots4CleanTech

Ein weiteres spannendes Programm ist die neue Förderbekanntmachung Robots4CleanTech. Hier verbindet das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die Themen Robotik, Künstliche Intelligenz und Kreislaufwirtschaft in einem gemeinsamen Förderansatz.

Im Mittelpunkt stehen:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Entwicklung intelligenter Robotiksysteme für Anwendungen der Umwelttechnik. Dazu gehören beispielsweise automatisierte Demontageprozesse, Sortier- und Recyclinganlagen sowie innovative Sensorik zur Analyse und Optimierung von Stoffströmen.

Gefördert werden:

Unternehmen, kleine und mittlere Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die ihre Kompetenzen in Verbundprojekten zusammenführen.

Projektskizzen können bis zum 15. September 2026 eingereicht werden.

 

KMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft

Mit dem bestehenden Förderprogramm „KMU-innovativ: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft“ unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung innovativer Technologien und Verfahren für eine ressourceneffiziente und zirkuläre Wirtschaft.

Im Mittelpunkt stehen:

innovative Recyclingverfahren, Urban Mining, ressourceneffiziente Produktionsprozesse sowie digitale Lösungen zur Verbesserung von Stoffkreisläufen.

Gefördert werden:

kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Innovationsvorhaben allein oder gemeinsam mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder weiteren Unternehmen umsetzen möchten.

Projektskizzen können fortlaufend eingereicht werden; die Begutachtung erfolgt zu festgelegten Stichtagen im März und im Oktober.

 

Aktuelles zu Förderprogrammen des Bundes

Wichtige Information: ZIM - Vorübergehender Antragsstopp aufgrund hoher Nachfrage

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gehört seit Jahren zu den wichtigsten Förderprogrammen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Nachfrage ist jedoch seit dem vierten Quartal 2025 erheblich gestiegen. Vor dem Hintergrund begrenzter Haushaltsmittel können seit dem 7. Juli 2026 vorübergehend keine neuen Anträge oder Projektskizzen mehr eingereicht werden. Der Antragsstopp gilt für alle Projektformen des ZIM.

Bereits eingereichte Anträge werden weiterhin geprüft und – sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind und ausreichende Haushaltsmittel zur Verfügung stehen – bewilligt. Unternehmen, die aktuell ein Innovationsvorhaben planen, sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und sich frühzeitig auf eine Wiederöffnung des Programms vorbereiten.

 

Neben den Förderprogrammen zur Kreislaufwirtschaft gibt es auch in anderen Innovationsfeldern interessante Entwicklungen auf Bundesebene. Zwei aktuelle Programme möchte ich Ihnen nachfolgend vorstellen:

Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP)

Das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) ist in eine neue Förderrunde gestartet. Der aktuelle Förderaufruf richtet sich an Unternehmen, die gemeinsam innovative Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder digitale Lösungen entwickeln möchten.

Im Mittelpunkt stehen:

unter anderem neue Organisationsformen, digitale Anwendungen, innovative Dienstleistungen sowie sogenannte Cross-Innovationen, also Kooperationen zwischen unterschiedlichen Branchen und Disziplinen.

Gefördert werden:

Konsortien aus mindestens zwei Unternehmen.

Teilnahmeanträge können noch bis zum 20. August 2026 um 15:00 Uhr eingereicht werden.

 

Software Sprint – Open Source als Innovationstreiber

Mit der aktualisierten Förderrichtlinie „Software Sprint“ stärkt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die Entwicklung innovativer Open-Source-Software. Neu hinzugekommen ist das Themenfeld „Souveräne Software für Endnutzerinnen und Endnutzer“. Damit gewinnen digitale Souveränität und unabhängige Softwarelösungen weiter an Bedeutung.

Im Mittelpunkt stehen:

innovative Softwareprototypen in den Bereichen Datensicherheit, Softwarebausteine für Innovationen und souveräne Software.

Gefördert werden:

selbstständige Entwicklerinnen und Entwickler sowie kleine interdisziplinäre Teams.

Weitere Einreichungsstichtage sind bis Ende 2029 vorgesehen, der nächste am 30. November 2026.

 

Aktuelles zu Defense & Dual-Use

Sicherheitstechnologien bleiben im Fokus

Auch ohne aktuelle Förderaufrufe bleibt der Bereich Defense und Dual-Use für innovative Unternehmen hochinteressant. Bund und Europäische Union investieren weiterhin gezielt in Technologien mit zivilen und sicherheitsrelevanten Anwendungsfeldern.

Besonders im Fokus stehen Künstliche Intelligenz, Robotik, Sensorik, Cybersecurity, autonome Systeme und neue Werkstoffe. Unternehmen, die frühzeitig entsprechende Kompetenzen und Partnerschaften aufbauen, schaffen gute Voraussetzungen für künftige Fördermöglichkeiten.

 

Europäische Programme im Blick behalten

Für technologieorientierte Unternehmen lohnt sich weiterhin ein Blick auf etablierte Programme wie den European Defense Fund (EDF), das EU Defense Innovation Scheme (EUDIS) oder den Cyber Innovation Hub der Bundeswehr.

Erfahrungsgemäß werden erfolgreiche Projekte bereits lange vor der Veröffentlichung konkreter Ausschreibungen vorbereitet.


Vernetzung & Partnersuche

Für viele europäische Förderprogramme ist die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern Voraussetzung. Unterstützung bietet das Enterprise Europe Network (EEN), das Unternehmen kostenfrei bei der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern begleitet.


EDF Partner Pool

Der EDF Partner Pool ist eine vom EEN betriebene Plattform zur Partnersuche speziell für EDF-Anträge. Derzeit sind rund 400 validierte Unternehmen europaweit registriert. Die Plattform ist bis Ende 2026 offen.


EEN-Kooperationsdatenbank

Die weltweit größte Datenbank für Technologie- und Kooperationsangebote ermöglicht die gezielte Suche nach Projektpartnern. Das EEN Hessen unterstützt bei der Erstellung eines eigenen anonymen Unternehmensprofils.

Beratung durch das Enterprise Europe Network Hessen

Unternehmen, die den Einstieg in europäische Defense- und Dual-Use-Projekte planen oder sich über geeignete Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten informieren möchten, können die kostenfreien Beratungsangebote des Enterprise Europe Network Hessen nutzen.

Ausblick

Die Förderlandschaft bleibt in Bewegung. Insbesondere an der Schnittstelle von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neuen Technologien entstehen kontinuierlich neue Fördermöglichkeiten für Unternehmen.

Eine aktualisierte Übersicht über relevante Förderprogramme in den Bereichen Digitalisierung, Forschung und Entwicklung, Energieeffizienz, Startups sowie Defense & Dual-Use finden Sie wie gewohnt in den beigefügten Übersichten.

Über neue Förderaufrufe und aktuelle Entwicklungen auf Bundes-, und Landesebene halte ich Sie selbstverständlich weiterhin auf dem Laufenden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Fördervorhaben!

Ihre
Susanne Kienhorn

Susanne Kienhorn
Kienhorn Beratung & Coaching

Tel. 0661 – 968 931 30
Mobil 0171 – 123 24 59
E-Mail:
www.kienhorn.de

Porträt von Katja Farfan
Katja Farfan

Leiterin Digitales, Technologietransfer und Startups

Melanie Schöyen

Referentin Digitales, Technologietransfer und Startups