Digitalisierung, Dekarbonisierung, geoökonomische Unsicherheiten und der demografische Wandel verändern die Arbeit in Hessens Industrie. Neue Technologien allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, ob Unternehmen über die Kompetenzen verfügen, um Prozesse anzupassen, Innovationen voranzutreiben und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die HESSENMETALL-Studie Future Skills Hessen 2032 – Welche Kompetenzen die industrielle Transformation tragen untersucht, welche Fähigkeiten bis 2032 an Bedeutung gewinnen. Grundlage sind 359.215 Online-Stellenanzeigen der hessischen Industrie aus den Jahren 2019 bis 2025 sowie eine Befragung von 134 hessischen M+E-Unternehmen. Insgesamt wurden 4.499 Einzelkompetenzen zu 41 Kompetenzclustern zusammengeführt.
Künstliche Intelligenz mit der höchsten Dynamik
Für alle 41 Kompetenzcluster prognostiziert die Studie bis 2032 ein Wachstum. Die stärkste Dynamik zeigt Künstliche Intelligenz mit rund 96 Prozent. Es folgen Elektrifizierung und Energieeffizienz mit 60 Prozent, Problemlösungsfähigkeit mit 59 Prozent sowie Cloud-Kompetenzen mit 55 Prozent. Auch Automatisierung und Robotik sowie Data Analytics gewinnen deutlich an Bedeutung.
Future Skills umfassen jedoch mehr als digitale Spezialkenntnisse. Kommunikation, Kollaboration, Leadership, Management und digitale Basiskompetenzen sind bereits heute breit gefragt. Besonders die Problemlösungsfähigkeit verbindet eine hohe Wachstumsdynamik mit großer Bedeutung für zahlreiche Tätigkeitsfelder. Der Kompetenzwandel betrifft daher nicht nur hoch spezialisierte Funktionen, sondern die gesamte industrielle Arbeitswelt.
Kompetenzentwicklung als betriebliche Schlüsselaufgabe
Für Unternehmen wird die Kompetenzentwicklung zu einer zentralen Transformationsaufgabe. Bestehende industrielle Kernfähigkeiten bleiben wichtig, müssen aber gezielt um digitale, datenbezogene und nachhaltigkeitsorientierte Kompetenzen ergänzt werden. Qualifizierung sollte dabei an konkreten Tätigkeiten, Prozessen, Technologien und betrieblichen Zielen ansetzen.
Ob Hessens Industrie neue Technologien produktiv einsetzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern kann, hängt damit wesentlich von der systematischen Weiterentwicklung der Kompetenzen ihrer Beschäftigten ab.