Hessenforum 2018 - Start in die mobile Zukunft

Das Video zum Forum:


Spitzentreffen aus Wirtschaft und Politik diskutierte neue Antriebstechniken, neue Arbeitswelten und die Chancen für den Standort Hessen

Offenbach. Cube, ein Robo-Taxi von Continental Automotive in Frankfurt, war der Hingucker beim diesjährigen Hessenforum in Offenbach. Auch Ministerpräsident Volker Bouffier und der Hessenmetall-Vorsitzende Wolf Matthias Mang nutzten die Gelegenheit, sich das Entwicklungskonzept für fahrerlose Fahrzeuge gemeinsam mit Ariane Reinhart genauer anzuschauen.

Wie die Arbeitsdirektorin, Mitglied des Vorstands von Continental, erläuterte, sind bei Conti aktuell zwei Cubes auf dem Firmengelände in Frankfurt unterwegs, um so Erfahrungen zu sammeln für die Weiterentwicklung von Abstandswarnsystemen, Kameras, Radar und weiteres mehr.

Technologie und Sicherheit Hand in Hand

Das bunte Robo-Taxi war eins von vielen Konzepten und Ideen, über die beim 29. Hessenforum in der Alten Schlosserei in Offenbach diskutiert wurde. Die Großveranstaltung des Arbeitgeberverbands Hessenmetall stand diesmal ganz im Zeichen von „Mobile Zukunft: selbstfahrend, vernetzt, geteilt, elektrisch.“ 240 hochrangige Gäste aus Hessens größter Industrie kamen zum Erfahrungsaustausch.

Wie Vorträge und Diskussionen zeigten, fordern neue Mobilitätstrends und vier parallel laufende Antriebskonzepte die Unternehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie heraus. Gefragt sind Strategien für die (M+E) umweltfreundliche Weiterentwicklung der Benzin- und Dieselmotoren, die Entwicklung neuer Komponenten für Elektromobile und zum Umbau von Strukturen  und Arbeitsbedingungen.

„Das Automobilzulieferland Hessen und unsere hessischen M+E-Unternehmen sind gut auf diesen Wandel und die Mobilität der Zukunft vorbereitet“, betonte Vorstandsvorsitzender Mang und bezog sich dabei auf eine aktuelle Umfrage des Verbands bei seinen Mitgliedsunternehmen.

Laut Bouffier ist die Elektromobilität einer der Schwerpunkte der politischen Arbeit der Hessischen Landesregierung. So werden unter anderem Maßnahmen gefördert, die die Praxis- und Alltagstauglichkeit von E-Mobilität nachweisen. Schon jetzt sei man stolz auf das Erreichte, sehe aber weiter großes Potenzial vor allem beim Ausbau der Lade-Infrastruktur.

Beim automatisierten und vernetzten Fahren seien jedoch die Automobilhersteller gefragt. Bouffier: „Sie müssen Vertrauen in ihre Technologien schaffen, Technologie und Sicherheit müssen Hand in Hand gehen, damit die Bürgerinnen und Bürger später einmal einen Computer ans Lenkrad lassen.“

Wie gut sich die Betriebe bereits auf die Zukunft eingestellt haben, zeigen die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage unter den Mitgliedsunternehmen von Hessenmetall.  125 Mitgliedsunternehmen mit über 40 000 Beschäftigten haben sich daran beteiligt. 35 Prozent davon rechnen sich den Branchen Automobilhersteller und Zulieferer zu. Die Befragten sehen aktuell vier Mobilitätstrends. In der Reihenfolge ihrer stärksten Ausprägungen sind das: mehr vernetzte, mehr gemietete, mehr selbstfahrende Fahrzeuge und eine stärkere Kombination aus öffentlichem Personen-Nahverkehr (ÖPNV) und Individualverkehr.

Die Mehrzahl der Unternehmen hält den Trend zu vernetzten Fahrzeugen für wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich. Gut 70 Prozent rechnen damit, dass der Trend bereits innerhalb der nächsten zehn Jahre Wirklichkeit wird. Der Individualverkehr werde dennoch auch in Zukunft seine Bedeutung behalten, seine Ausprägung werde sich allerdings verändern.

Die Hälfte der Teilnehmer glaubt auch, dass sich die Grenzen zum ÖPNV lockern werden. Bei der wachsenden Vielfalt der Antriebe – Benziner, Dieselmotoren, batterie- oder brennstoff zellen-betriebene Elektromobile – erwarten die Befragten, dass alle vier Konzepte die nächsten 30 Jahre parallel laufen. Mang: „Diese Antriebe werden je nach Zweck und Regionen der Welt beziehungsweise in städtischen oder ländlichen Bereichen ihren Markt finden.“ Wie er betonte, geht es im Auto- und Mobilitätsmarkt um „evolutionäre Weiterentwicklungen und Optimierungen an den Märkten“ und nicht um Disruption wie bei der digitalen Transformation, also die Veränderung der Marktspielregeln oder Verdrängung bestehender Technologien durch Innovation. Der Arbeitgeberpräsident: „Technologieoffenheit und strategische Szenarios sind das Gebot der Stunde.“

Laut Bernd Diepenseifen von der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Verlagerung von Produktionsstätten aus Westeuropa in Weltregionen mit stark wachsender Bevölkerung teilweise folgen und müssen auch technologisch mehr Vielfalt wagen. Menschliche Vielfalt wertschätzen und fördern Diepenseifen nahm die Zeit bis 2030 in den Blick. Bis dahin werde Konnektivität die Standardausstattung von Fahrzeugen neu definieren. Autos würden stärker zu Datenkonsumenten und -produzenten.  Der KPMG-Partner: „Die Bedeutung klassischer Zulieferer wird wachsen, wenn sie eine Vertrauensposition im Bereich Data & Cyber-Sicherheit halten oder ausbauen können.“

Wie Continental-Arbeitsdirektorin Ariane Reinhart betonte, sind die wichtigsten Voraussetzungen, um die Chancen des digitalen Wandels vollständig nutzen zu können, off ene, lernbereite Mitarbeiter mit digitalen Kenntnissen und der Fähigkeit arbeitsplatzübergreifend zu denken, kombiniert mit einer agilen Organisation. Reinhart: „Unternehmen müssen ein Umfeld schaffen, in dem ihre Mitarbeiter
kreativ und innovativ sein können. Dazu bedarf es netzwerkartiger Organisationsstrukturen, wenig hierarchischem Denken, Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen und einer inspirierenden Unternehmens- und Führungskultur, die menschliche Vielfalt wertschätzt und fördert.“ MAJA BECKER-MOHR
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„Lernbereite Mitarbeiter“

Das sagen Chefs zu E-Mobilität und zur mobilen Zukunft

„Bis 2020 werden wir bei Opel vier elektrifizierte Baureihen auf dem Markt haben.“
Christian Müller, Geschäsführer Engineering von Opel Automobile, Rüsselsheim

„Für uns ist das selbstfahrende Auto ein Riesenthema, weil es viel mehr Sensoren und Aktuatoren braucht.“ Arno Roth, Vorsitzender der Unternehmensleitung der Schunk Group, Heuchelheim

„Wichtigste Voraussetzung, um den digitalen Wandel vollständig nutzen zu können, sind offene und lernbereite Mitarbeiter.“ Ariane Reinhart, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektorin von Continental, Hannover

„Wir sind eng eingebunden in alle Neuentwicklungen bei der E-Mobilität und der mobilen Zukunft.“ Wolfgang Niedziella, Geschäftssführer VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut, Offenbach

„Die Bedeutung klassischer Zulieferer wird wachsen, wenn sie eine Vertrauensposition im Bereich Data & Cyber-Sicherheit halten.“ Bernd Diepenseifen, KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt


Einen Vorgeschmack auf das HESSENFORUM gibt Ihnen das Video und Vorabinterview von Dr. Arno Roth, CEO Schunk Group Heuchelheim:



Das Interview von Dr. Arno Roth, CEO Schunk Group Heuchelheim:


Von der Kohlebürste zum Thermomanagement

„Wir sind ein Technologiekonzern mit einem ungeheuer großen Knowhow. Wir sind es gewohnt, schnell zu reagieren und auch schnell neue Produkte auf den Markt zu bringen. Die Automobilindustrie ist mit einem Umsatzanteil von etwa 40 % unser wichtigster Kunde. Für sie produzieren wir technologisch anspruchsvolle Komponenten von der Kohlebürste und Bauteilen für das  Thermomanagement von E-Motoren bis zur Klimakammer.“ Dr. Arno Roth, Vorsitzender der Unternehmensleitung der Schunk Group in Heuchelheim

Herr Dr. Roth, Wie geht es Schunk?

Gut. Wir haben 2017 gut abgeschlossen – unser Umsatz liegt aktuell bei 1,2 Milliarden Euro -  und wir freuen uns über ein Wachstum von über 5 Prozent. Das Weltwirtschaftswachstum war deutlich geringer. In den letzten Jahren sind wir stetig gewachsen, nicht durch Zukäufe, sondern organisch, aus eigener Kraft. Ein Vorteil für uns ist sicher, dass Schunk einer Stiftung gehört, die auf das Testament des Firmengründers Ludwig Schunk zurückgeht. Ähnlich wie bei vielen Familienunternehmern geht es nicht um Shareholder-Value sondern um die langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens. Dadurch können wir strategisch an die Dinge heran gehen und auch vieles ausprobieren.

Welche Rolle spielen bei Schunk Investitionen?

Im Schnitt investieren wir etwa 10 Prozent des Umsatzes jedes Jahr in das Wachstum fördernde Maßnahmen, also zum Beispiel in neue Maschinen, Hallen und sonstige Einrichtungen und natürlich auch in neue Produkte und Technologien. Am meisten investieren wir in Deutschland. Hier arbeiten wir an vielen hoffnungsvollen Projekten, die wir vorfinanzieren müssen. In die Wachstumsmärkte USA und Asien wird natürlich auch kräftig investiert. Asien wächst aktuell stärker als USA, Indien holt auf. Wir tun eben alles, um uns als globales Unternehmen gut aufzustellen.

China und USA, Trump und Xi Jinping! Machen Ihnen die Herren Sorgen?

 Unser gesamter Wohlstand hängt inzwischen vom internationalen Freihandel ab. Also hängen wir direkt und auch indirekt von dem ab, was in einem Land wie China passiert. Kommt es zu einem Handelskrieg, haben alle ein großes Problem. Wir befürchten dann zum Beispiel 25 Prozent Strafzoll auf Klimakammern, die wir von China in die USA liefern. Nur weil unsere Zentrale in Mittelhessen und damit im Herzen von Deutschland liegt heißt das jedoch nicht, dass uns ein Handelskrieg zwischen USA und China nichts angeht. Führende Köpfe der Welt haben sich da ziemlich verrannt und nun muss man das in Ordnung bringen, ohne dass die Beteiligten ihr Gesicht verlieren. Und das Ganze geht ja noch weiter. Wir folgen Märkten und Kunden. Als Automobilzulieferer folgen wir  den OEMs an ihre Produktionsstandorte in der ganzen Welt, nicht zuletzt, weil sie das von uns so verlangen. Aktuell bauen wir unseren Standort in Mexiko aus. Ohne NAFTA-Abkommen  haben nicht nur wir, sondern die gesamte Automobilindustrie samt Zulieferer ein ernst zu nehmendes Problem.

Wie hoch ist Ihre Exportquote?


Wir sind in Deutschland groß geworden und inzwischen ein europäisches Unternehmen. 2/3 unseres Umsatzes erzielen wir in Europa, den Rest in der ganzen Welt, wobei der asiatische Markt stärker ist als der amerikanische.

Wachsen Sie auch bei den Beschäftigtenzahlen?

Ja. Vor allem technisch versierte Mitarbeiter, also speziell qualifizierte Facharbeiter, Techniker, Ingenieure, ITler und Software-Leute haben wir in den letzten Jahren eingestellt. Auch 2018 planen wir wieder um die 4 Prozent mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Wir könnten sogar noch mehr einstellen. Aber der Fachkräftemangel bremst uns. In Mitteleuropa sind Mitarbeiter eine knappe Ressource geworden. Gut ausgebildete, motivierte, auch mobile Menschen, die auch international tätig sein wollen, würden wir gerne mehr einstellen. Vor allem Arbeitskräfte, die gerne Verantwortung übernehmen wollen, sind rar.

Wie verändert sich Schunk durch die Digitalisierung?

Alles ist im Wandel, nicht zuletzt durch die zunehmende Digitalisierung. Schunk ist diversifiziert, also brauchen wir viele verschiedene Lösungen, aber möglichst basierend auf einer gemeinsamen Software. Das macht es komplex. Da wollen wir nicht sparen, damit wir eine ordentliche digitale Unterstützung für unsere Geschäftsprozesse haben. Wir müssen an allen Stellen angreifen. Zum einen müssen alle Geschäftsprozesse digitalisiert werden. Zum anderen brauchen wir neue  digitale Produkte und zum Dritten brauchen wir auch ganz neue Geschäftsmodelle, eben digitale Geschäftsmodelle. Viele unserer Produkte kann man zum Beispiel gut über den Flächenvertrieb verkaufen. Bei erklärungsbedürftigen Produkten ist das das Mittel der Wahl. Bestimmte Produkte kann man aber auch über das Internet verkaufen. Also müssen wir neue Modelle entwickeln, den Vertrieb und den Digitalen Vertrieb vernetzen und vieles mehr. Da sind wir dran. Alle Bereiche müssen so ganz neu durchdacht werden. Und man muss sicher sehr kreativ werden, um ein Unternehmen für die Zukunft zu rüsten. Wir wollen deshalb auch eine „spezielle“ Einheit gründen, ein „Digital Lab“, in dem wir junge kreative Leute beschäftigen, die Schunk digital angreifen. Seid mal der Wettbewerber, zeigt, was digital geht. Dieses Team wird sicher nicht in den Werken arbeiten, sondern eher in der Berliner Startup-Szene unterwegs sein. Traditionelle Lösungen mit solch neuen Formen von ganz anderen Geschäftsmodellen unter einem Dach neu zusammenführen ist die Herausforderung. 

Wo berührt die Mobilität der Zukunft Schunk?

Für Schunk sind die beiden Trends selbstfahrende Autos und E-Mobilität relevant. Speziell für unsere Division Sonosystems ist das selbstfahrende Auto ein Riesenthema, weil ein Fahrzeug dadurch viel mehr Sensoren und Aktuatoren benötigt. Sonosystems ist der weltweit führende Spezialist mit Systemlösungen für das Ultraschallmetallschweißen. Und solche Systemlösungen braucht auch die Auto-Industrie. Im elektrischen Nervensystem des Autos, dem Kabelbaum, sorgen wir so für perfekte Verbindungen, millionenfach, weltweit. Aber auch bei Umweltsimulationen sind wir gut unterwegs.

Das Aus für den Verbrennungsmotor durch die E-Fahrzeuge würde auch für uns einen großen Wandel bedeuten. Die Frage ist, wie schnell der Wandel kommt. Wir arbeiten schon seit längerem daran, wie wir wegfallende Volumen auffangen können und sind da trotz allem sehr optimistisch. Die Keimzelle von Schunk war die Kohlebürste zur Stromübertragung in Motoren. Damit sind wir groß geworden. Fast alle OEMs sind unsere Kunden. Wir verfügen hier über ein ungeheures Knowhow und sind beispielsweise der Weltmarktführer für die Kohlebürste, die die Benzinpumpe in sich hat. Das ist ein wichtiger Umsatzbringer. Aber auch im Elektroauto gibt es viele spannende Probleme, für die Schunk Lösungen bietet. Die Batterien zum Beispiel brauchen ein gutes Thermomanagement. Wir entwickeln gerade einen Graphitwerkstoff, der sich hervorragend für das Thermomanagement von Batterien eignet. Und es gibt noch andere Produkte für weitere Anwendungen. Die Entwicklung ist noch am Anfang, aber auch hier sind wir recht guter Dinge.

Das heißt, die Zukunft ist elektrisch?

Ja, es sieht so aus, auch wenn viele Fragen noch lange nicht beantwortet sind. In den Innenstädten will man den Verbrennungsmotor nicht mehr. Wo dann allerdings der Antrieb den Strom her bekommt, ist noch nicht entschieden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir auf Dauer 600 kg-Batterien im Fahrzeug mit rum schleppen. Dazu das Thema Rohstoff-Abbau in politisch schwierigen Ländern unter verheerenden Bedingungen. Ich glaube, die die Brennstoffzelle hat als Energielieferant gute Chancen. Zudem darf man den globalen Maßstab nicht vergessen. Nehmen Sie China, dort ist die Elektromobilität stärker auf dem Vormarsch. In den USA dagegen sind Elektro-Antriebe vielleicht in Kalifornien durchzusetzen, aber in welchen anderen Bundesstaaten?

Ein Problem ist vermutlich auch die fehlende Lade-Infrastruktur, oder?


Ja. Wer hat denn schon die Geduld, viele Stunden zu warten, bis die Batterie vollgeladen ist, wenn ich alternativ nach 10 Minuten Halt zum Spritauffüllen an der Tankstelle locker wieder 1000 Kilometer und mehr fahren kann. Auf diese Freiheit wollen wir doch nicht wirklich verzichten. Anders sieht es aus bei der Elektrifizierung von Bussen. Da sind wir stark involviert, zum Beispiel mit Smart Charging, unserer Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Das ist ein Wachstumsmarkt für uns. Bei jedem Halt bekommt das Fahrzeug über einen automatischen Stromabnehmer Strom zugeführt. So kann man in Städten Emissionen drastisch reduzieren. Der Bereich ist schon jetzt ein kleiner Umsatzbringer, der sich jedes Jahr verdoppelt, weil wir die Technik in Städte in der ganzen Welt liefern.

Wie wird sich das in den nächsten Jahren weiter entwickeln?


Aktuell merken wir noch keine signifikanten Umbrüche, im Gegenteil. Wir stellen mehr Kohlebürsten für Autos mit Verbrennungsmotoren her denn je. Das wird sich in 10 Jahren sicher geändert haben. Aber erst in 20 Jahren werden wir vielleicht einen Gleichstand haben, d.h. einen Mix aus 50 % Teilen für Verbrennungsmotoren, 50 % für E-Mobilität. Die globale Differenzierung wird bleiben. China und Europa setzen auf E-Mobilität, andere Länder und natürlich der ländliche Raum werden weiter ihren Verbrennungsmotor haben wollen und auch brauchen.

Von wem erwarten Sie am ehesten Impulse zur Lösung der Diesel-Krise?

Die Dieselthematik kommt durch das NOx-Thema, das uns seit vielleicht drei Jahren betrifft. Davor drehte sich alles um CO2 und der Diesel war damals Teil der Lösung des Klimaproblems. Außerhalb der Städte haben wir mit NOx aber kein Problem. Ohne Frage war es ein großer Fehler der OEMs mit falschen Angaben zu arbeiten, aber dafür jetzt den Diesel zu verteufeln ist m.E. einfach falsch. Wir müssen im Sinne des Klimaschutzes die CO2-Emissionen weiter im Griff behalten und über vernünftige Wege nachdenken, um das NOx-Problem zu lösen.

Passt die aktuelle Arbeitsorganisation mit ihren starren Regeln und Vorgaben noch zu einem Unternehmen, das sich so im Wandel befindet?


Das bestehende Regelungssystem passt immer weniger zu den modernen Arbeitswelten. Sicher brauchen wir auch in Zukunft noch Tarifregelungen, Schichtmodelle und Regelungen zu den Arbeitszeiten. Aber wir werden irgendwann auch immer mehr Abteilungen haben, die völlig losgelöst von diesen Regeln arbeiten. Dafür brauchen wir gute Lösungen. Service-Mitarbeiter und die IT müssen hochflexibel auf auftretende Probleme reagieren und diese schnell lösen können. Die sind im Bereitschaftsdienst, kommunizieren über verschiedene Zeitzonen. Das passt aktuell nicht wirklich zum Tarifvertrag und zum Gesetz. Eine 10-Stunden Ruhepause, weil man nochmal Mails angesehen oder ein Dokument geöffnet hat, ist nicht sinnvoll. Oder nehmen Sie unsere Idee mit dem Digital Lab, den jungen Kreativen in Berlin. Die wollen Freiheit, keine Kontrolle. Solche Leute bekommt man gar nicht, wenn man Ihnen ein strammes Korsett verpassen will.


Das Unternehmen

Die Schunk Group ist ein global agierender Technologiekonzern mit über 8.200 Beschäftigten in 29 Ländern. Das Unternehmen bietet ein breites Produkt- und Leistungsspektrum aus den Bereichen Kohlenstofftechnik und Keramik, Umweltsimulation und Klimatechnik, Sintermetall und Ultraschallschweißen. Die Schunk Group hat 2017 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erzielt.

Zur Person

Dr. Arno Roth wurde 1961 in Bärenbach im Hunsrück geboren. Der begeisterte Läufer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er studierte mit anschließender Promotion an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Danach mehrere Jahre Tätigkeit als Unternehmensberater bei McKinsey & Company. 1998 Eintritt in die Schunk Group als Generalbevollmächtigter der Schunk GmbH. In Folge verschiedene Geschäftsführerpositionen innerhalb der Gruppe. Seit 2007 Mitglied der Unternehmensleitung der Schunk Group, seit 2013 Vorsitzender.


Auf dem HESSENFORUM: Top Start-up´s präsentieren sich - ausgewählt durch die TU Darmstadt:


COMPREDICT

COMPREDICT wurde 2016 in Darmstadt gegründet und hat eine rein softwarebasierte Lösung entwickelt, um Ausfallwahrscheinlichkeiten und Restlebensdauern von Automobilkomponenten zu berechnen. Das sogenannte Last- und Lebensdauermonitoring berechnet durch Sensorfusion die auf die Komponenten wirkenden dynamischen Lasten und aggregiert die Teilschädigungen in Echtzeit. Das anwendungsorientierte, einfach implementierbare und zuverlässige Last- und Lebensdauermonitoring verwendet die in jedem Serienfahrzeug auf dem CANBus verfügbaren Sensorsignale und benötigt keine zusätzliche Hardware. Es wurde entwickelt, um direkt auf vorhandene Fahrzeugsteuergeräte implementiert zu werden. Die generierten Datenmengen und die benötigte Rechenleistung sind dementsprechend niedrig. Der softwarebasierte Ansatz ermöglicht die Überwachung von kompletten Fahrzeugflotten und somit die Einführung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses und von kundenorientierten Leichtbaumaßnahmen. Für die Softwarelösung wurde COMPREDICT im Jahr 2017 vom Bundeswirtschaftsministerium beim Gründerwettbewerb als einziges Startup mit einem Hauptpreis und dem Sonderpreis für Big Data ausgezeichnet.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Die Software von COMPREDICT nutzt die in jedem Serienfahrzeug vorhandenen Daten, um Ausfälle vorherzusagen, Leichtbau zu ermöglichen und Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.

Dr.Ing. Rafael Fietzek, CoFounder, Business Development / COMPREDICT GmbH, Rheinstraße 40 -42, 64283 Darmstadt / Tel.: +49 6151 16 23273 / Mail: contact[at]compredict[dot]de


ConSenses GmbH

Die ConSenses GmbH ist ein technologiegetriebenes, entwicklungsstarkes Unternehmen. Kernmotivation des Teams ist es, messtechnische Aufgaben im industriellen Umfeld einfacher, schneller und sicherer zu lösen, um Innovationskraft, Produktivität und Nachhaltigkeit von Kundenunternehmen zu steigern.

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal für die ConSenses GmbH ist die fachliche Breite des hoch qualifizierten Teams. Das Team kombiniert theoretische und praktische Expertise der Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik und Data-Mining. Diese Kompetenzen entlang der gesamten Messkette befähigen ConSenses dazu, Standards in Hinblick auf Einfachheit, Usability und Effizienz zu setzen. Das Team kann damit Fragestellungen ausgehend von der Applikationsberatung über die Sensorfertigung, Signalleitung und Signalaufbereitung bis hin zur Datenanalyse, Darstellung und Kommunikation komplexer Zusammenhänge und Sachverhalte begleiten.

ConSenses wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2013 als herausragendes forschungsbasiertes Gründungsvorhaben identifiziert und genoss eine Anteilförderung im Rahmen eXist-Programms Forschungstransfer.

Was wir machen
 Wir haben mehrfach

  • Maschinenausbringung in der Metallumformung erheblich gesteigert
  • Stillstandzeiten reduziert
  • Maschinen und Anlagensicherheit auf ein neues Niveau gehoben
  • Innovative Lösungen entwickelt, die neue Märkte für unsere Kunden öffneten

Wir ermöglichen revolutionär einfach Digitalisierung von Maschinen und Anlagen

  • Hochwertige Daten
  • Geringer Aufwand
  • Sicher, einfach und schnell realisiert
  • Nachrüstung mit minimalem Einsatz

Wir sind neutraler Ansprechpartner bei Sensorauswahl und Beschaffung.  Wir unterscheiden uns durch die neuartige Industriemesstechnik, die nachweislich innerhalb von Minuten installiert ist und unmittelbar Werte in Laborqualität liefert.

Wir bieten Geräte und Software, die diese Informationsflut strukturiert und damit menschliche Entscheidungen vereinfacht/ermöglicht bzw. gezielt übergeordnete IT-Systeme mit hochwertigen Daten versorgt.

ConSenses GmbH / Arheilger Weg 11 / 64380 Roßdorf / Tel: +49 (0)6154 / 608 75-10 / Email: info@consenses.de

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IT-Seal

Nachhaltig und messbar: Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter durch Phishing Awareness-Kampagnen

Social Engineering-Angriffe nutzen den Faktor Mensch in der IT-Sicherheitsstruktur.

IT-Seal zeichnet sich aus durch erstklassigen Mitarbeiterschutz und eine Full Service-Dienstleistung.

Wir bieten effektive und praxisnahe Weiterbildung im E-Mail Postfach, damit Ihre Mitarbeiter sich gegen Social Engineering-Bedrohungen behaupten können.

IT-Seal GmbH / Hilpertstr. 31 / 64295 Darmstadt / David Kelm, Alex Wyllie & Yannic Ambach / E-Mail: kontakt [at] it-seal [dot] de / Tel: 06151 4938990

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Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse