Geförderte KI-Innovation „Sensorische Schutzabdeckung“

Arno Arnold als 1. Unternehmen aus dem HESSENMETALL-Innovations-Modell mit gefördertem F&E-Projekt gestartet

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Frankfurt am Main. „Predictive Maintenance“, also vorausschauende Wartung, heißt ein großes Zauberwort der Künstlichen Intelligenz bei den Maschinenbauern. Für einen speziellen Anwendungsbereich, nämlich sensorische Schutzabdeckung hat die Arno Arnold GmbH mit dem Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der Technischen Universität Darmstadt, ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt begonnen. Schutzabdeckungen mit integrierter Sensorik liefern sollen den digital transformierenden Industrieunter¬nehmen zukünftig genaue Daten zur Nutzungsbelastungen und ermöglichen rechtzeitige Wartung liefern. Durch das F&E-Projekt werden so wesentliche Bausteine für selbstüberwachende Maschinen und das Internet der Dinge (IOT) in smarten Fabriken geschaffen. Das Projekt läuft bis Mai 2021 und wird mit 440.000 Euro vom Land Hessen gefördert.

„Wir sind sehr froh, mit dem PTW-Team um Prof. Metternich den richtigen Partner gefunden zu haben, um aus einer Idee ein Produkt mit einem eleganten digitalen Prozess zu machen, der unsere Kunden vor Schaden bewahrt und reibungslose Prozesse garantiert. Darüber hinaus freuen wir uns sehr, dass wir dazu auch noch eine Innovationsförderung des Landes Hessen gewonnen haben, die wir für die Entwicklung unserer sensorischen Schutzabdeckung zur Marktreife gut gebrauchen können“, sagte Simone Weinmann-Mang, Geschäftsführerin der Arno Arnold GmbH. Das Familienunternehmen in 5. Generation versteht sich als Partner für flexiblen Maschinenschutz, Faltenbälge und Schutzabdeckungen und beschäftigt 100 Mitarbeiter in Obertshausen.

„Wir laden alle unsere 615 Mitgliedsunternehmen herzlich ein, sich bei ihren Innovationen ebenfalls um solche Unterstützung zu bemühen. Wir bei HESSENMETALL freuen uns sehr, dass unsere gut einjährige Innovationskooperation mit der TU Darmstadt Früchte trägt. Unsere Bezirksgruppe Nordhessen hat inzwischen mit der Universität Kassel eine weitere Innovationskooperation abgeschlossen. Damit erweitert sich der Kreis möglicher wissenschaftlicher Projektpartner. Nutzen Sie diese gerne“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL.


Sensorische Schutzabdeckungen
 

nullKonkret geht es bei dem Thema „Sensorische Schutzabdeckung“ um flexible Schutzabdeckungen, die eingesetzt werden, um bewegliche Maschinenkomponenten vor Verschmutzungen zu schützen und Gefahrenzonen abzusichern. Durch das millionenfache Strecken und Stauchen verschleißt jedoch jede handelsübliche Schutzabdeckung nach einiger Zeit. Bleibt der Schaden unerkannt oder wird er ignoriert, kommt es schnell zu teuren Maschinenschäden. Die prospektive Innovation besteht nun darin, eine moderne Schutzabdeckung mit Sensoren zu versehen, um den aktuellen Verschleißzustand zu ermitteln und die verbleibende Restlebensdauer abzuleiten. Dadurch lässt sich der individuelle Wartungsbedarf bestimmen und teure Anlagenschäden können zuverlässig vermieden werden.

Hinter den vier verschiedenen Sensoren für Beschleunigung, Druck, Temperatur und Vibration, die in die „schlaue“ Schutzabdeckung eingebaut werden, muss noch ein Informations- und Managementprozess aufgebaut werden, der aus diesen Wartungsdaten dann auch für einen rechtzeitigen Ersatz sorgt. „Um diesen Prozess auf die Kundenbedürfnisse maßzuschneidern, suchen wir noch einen Pilotpartner aus dem Maschinenbau“, erläutert Weinmann-Mang. Und sie kann auf langjährige Kompetenz verweisen. Arno Arnold beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit intelligent-kommunizierenden Schutzsystemen, hat 1993 ein Patent für einen „Faltenbalg mit integrierter Detektoreneinrichtung“ erteilt bekommen und macht die damalige Pionierleistung nun IOT-fähig.

Die erarbeiteten Erkenntnisse sollen auch anderen Unternehmen vorgestellt werden und zur Entwicklung weiterer intelligenter Wartungssysteme anregen. Als Multiplikatoren für diesen Wissenstransfer dienen insbesondere die Prozesslernfabrik CiP des PTW und das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Darmstadt.
 

Schneller Innovations- und Bewilligungsprozess

Um diesen Innovations- und Bewilligungsprozess zu unterstützen, arbeitet HESSENMETALL mit der Jöckel Innovation Consulting GmbH (JÖIN) zusammen. Der Kontakt der Arno Arnold GmbH kam im Juli 2018 über HESSENMETALL zu Stande. „Forschung und Entwicklung bedeuten für Unternehmen vor allem, sich Zukunftschancen zu sichern. Wir freuen uns, dabei helfen zu können, aus einer ersten Projektidee mit den Unternehmen ein Innovationsprojekt mit einem passenden Partner aus der Forschung und einer Innovationsförderung des Landes Hessen zu machen“, erklärte Inhaber Bernhard Jöckel.

Nach der ersten Erfassung der Projektidee stellte JÖIN den Kontakt zum PTW her. In zwei moderierten Treffen im frischen Konsortium wurde gemeinsam die Projektstruktur erarbeitet und anschließend zur einer Projektskizze formuliert, die im Februar bei dem Auswahlgremium LOEWE 3 der Innovationsförderung Hessen eingereicht wurde. Nach einer positiven Rückmeldung und der Einreichung eines detaillierteren Förderantrags konnte das Projekt im Mai begonnen werden.

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Dieses Projekt (HA-Projekt-Nr.: 766/19-86) wird im Rahmen der Innovationsförderung Hessen aus Mitteln der LOEWE – LandesOffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert.
 

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