bei den Mitgliedsunternehmen im Frühjahr 2011. An ihr hatten sich 116 Mitgliedsunternehmen mit 52.300 Beschäftigten beteiligt. Die größte hessische Industrie hatte 2010 mit 200.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 51 Mrd. Euro erzielt. Zum vollständigen Bild – so der Vorsitzende - gehörten aber auch die Risiken: Energiepreisexplosion, Wachstumseinschränkungen aus Fachkräftemangel und drohende Überregulierung flexibler Arbeitsmarktinstrumente – wie Zeitarbeit.

Die allgemeine Geschäftslage im Frühjahr 2011 wird von fast zwei Drittel der hessischen M+E-Unternehmen als „gut“ oder „sehr gut“ beurteilt, für 31 Prozent stellt sie sich als „befriedigend“, für lediglich vier Prozent als „schlecht“. Beim Ausblick zum Herbst 2011 erwarten 38 Prozent der beteiligten Unternehmen eine Verbesserung. Für 56 Prozent bleibt es „vergleichbar“. 40 Prozent der Unternehmen rechnen für das kommende Halbjahr mit zunehmenden Auftragseingängen, 50 Prozent mit gleichbleibenden. Weiter steigende Umsätze erwarten 45 Prozent, 46 Prozent gleichbleibende. Fast zwei Drittel der Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Investitionen auf dem gegenwärtig hohen Niveau bleiben. 35 Prozent rechnen
sogar mit „steigenden“ und lediglich drei Prozent mit „fallenden“ Investitionen.
Die Sonderfrage lautete: „Bauen Industrieunternehmen Dienstleistungsgeschäft auf und aus?“ Die Antworten darauf analysierte Volker Fasbender, der Hauptgeschäftsführer von HESSENMETALL. Ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen gab an,
dass sie auch Umsätze mit Dienstleistungen erwirtschaften. Im Durchschnitt beträgt deren Dienstleistungsanteil an den Gesamtumsätzen über 11 Prozent. Fast drei Viertel aller befragten Unternehmen sehen in der Kombination aus Industrie und Dienstleistung einen „Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg“. „Das erscheint uns sehr viel. Wenn diese Einschätzung sich durchsetzt, müssten es bald noch viel mehr Industrieunternehmen mit Dienstleistungsgeschäft sein“, resümierte Fasbender.
Der Trend weist in diese Richtung: Immerhin 42 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie den Umsatz mit Dienstleistungen im vergangenen Jahr gesteigert ha¬ben. Bei 53 Prozent ist er konstant geblieben. Für das laufende Jahr planen aber bereits 53 Prozent, ihre Dienstleistungsaktivitäten weiter zu erhöhen. Verringerung plant niemand. Die Unternehmen mit Umsätzen aus Dienstleistungen versprechen sich davon eine stärkere Kundenbindung (42 Prozent), mehr Umsatz (27 Prozent) und mehr Neugeschäft (23 Prozent). Und ihre Erwartungen werden nach eigenen Angaben weitgehend erfüllt. Das Dienstleistungsgeschäft der M+E-Industrie wird wichtiger und weiter wachsen.
Zwei Unternehmensbeispiele als Hintergrundinformation für „Mehr Neugeschäft“
Rückwärts in der Wertschöpfungskette geht der Wartungsdienstleister
Röder Präzision auf dem Weg in die Komponentenfertigung. Röder überholt am Flugplatz in Egelsbach Flugzeuge bis zu 5,7 Tonnen Abfluggewicht in eigenen Werkstätten. Räder und Bremsen der Flugzeuge großer Airlines werden hier ebenso gewartet, wie Navigations-Instrumente und andere elektronische Bauteile sorgfältig repariert. Dank besonderem Know-how in der Oberflächentechnik und einer eigenen Galvanik
fertigt Röder inzwischen sogar Bauteile für den Airbus.
20 Prozent mehr Geschäft erzielt
Maschinenbau Koch in Baunatal durch Fokussierung auf sein Cluster. Heute versteht sich das Unternehmen als Problemlöser seiner Kunden in allen Bereichen, nimmt deshalb alle Aufträge an und gibt sie dann unter Umständen weiter. Die entscheidende Basis dafür ist das Cluster „DieMaschinenbauPartner“. Hier deckt Maschinenbau Koch ein weites Feld ab, von der Metallbearbeitung bis zu Ingenieur-Dienstleistung oder sogar Marketing- und PR-Beratung. Die Kunden sind zufrieden und kommen wieder.
Die komplette Umfrage finden Sie unter
M+E in Hessen/Konjunkturumfragen