Software sorgt für weniger Aufwand und mehr Transparenz

Unternehmen Evalea digitalisiert die Personalentwicklung

Die Software des Mitgliedsunternehmens Evalea GmbH aus Frankfurt Main verknüpft alle strategischen Bereiche der Personalentwicklung miteinander. CEO David Maurer spricht im Interview darüber, wie die Digitalisierung von Mitarbeitergesprächen für mehr Transparenz im Unternehmen sorgt.

Stellen Sie bitte Ihr Unternehmen und Geschäftsmodell kurz vor.

David Maurer:
Wir sind ein Unternehmen aus dem Bereich Software as a Service (SaaS) und bieten digitale Lösungen für die Personalentwicklung. Unternehmen können sich bei uns ihre Module zusammenpuzzeln und die Anwendungen, die ihnen am besten gefallen, nutzen. Mit nur wenigen Klicks lassen sich etwa digitale Gesprächsleitfäden für alle Arten von Mitarbeitergesprächen erstellen, vom Jahresgespräch bis hin zum Projektfeedback. Unsere individuellen Templates ermöglichen fortlaufendes Feedback sowie das Kommentieren und Bewerten von Zielen. Dadurch werden die Mitarbeiter effektiver gefördert. Außerdem lassen sich mit unserem Seminarmanagement Weiterbildungen entspannter organisieren. Sie werden nur noch in einem intuitiven System erfasst anstelle eines Excel-Wirrwarrs. Anmeldeformulare, Seminarkataloge und Genehmigungsprozesse lassen sich so einfach an die Bedürfnisse und Vorgaben des Unternehmens anpassen. Darüber hinaus bieten wir Module zum E-Learning, zum Kompetenzmanagement, zu Mitarbeiterbefragungen und zur Evaluation von Weiterbildungen.

Wieso haben Sie Evalea gegründet? Welche Idee steckt dahinter?

Maurer:
Wir sind eine Ausgründung aus der Universität Bayreuth. Mein Mitgründer und ich kennen den Unternehmensalltag mit manuellen Prozessen in der Personalentwicklung. Unser erstes Modul im Jahr 2014 hatte die Nachhaltigkeit von Weiterbildungsmaßnahmen im Blick. Wir dachten, es gibt bessere Ansätze als Papierbögen zur Evaluation und haben uns gefragt: Wie kann man Personalentwicklung besser machen? Händische Prozesse sind limitierend und wir haben das Potential einer Software erkannt. Sie macht Prozesse einfacher, schneller, digitaler und fachlich besser.

2015 sind wir nach Frankfurt umgezogen. Wir entwickeln alles inhouse und sind ein gemischtes Team aus Programmierern, Kundenbetreuern und Marketing-Managern. Derzeit haben wir 15 Mitarbeitende. Der deutschsprachige Raum ist unser Kernmarkt, aber wir sind aufgrund unserer internationalen Komponente nicht auf eine Region beschränkt.

Was ist das Alleinstellungsmerkmal von Evalea im Vergleich zu Ihren Wettbewerbern?

Maurer:
Es gibt sozusagen die alte Softwarewelt mit Anbietern, die seit Jahrzehnten auf dem Markt sind. Dann gibt es neue Anbieter, die einzelne Teilbereiche abdecken. Unser Alleinstellungsmerkmal ist der ganzheitliche Ansatz. Wir betrachten die Personalentwicklung im großen Zusammenhang. Vom Mitarbeitergespräch über Weiterbildung und Audits bis hin zum E-Learning – all das lässt sich durch unser System abbilden. Sowohl das Self-Assessment als auch die Einschätzung der Führungskraft werden in einem Tool und an einem Ort gebündelt. Wenn sich herausstellt, welche Kompetenzen im Unternehmen fehlen, kann man im System sofort passende Weiterbildungen finden.

In welchen Bereichen werden Ihre Produkte eingesetzt?

Maurer: Unsere Produkte werden branchenübergreifend eingesetzt. Der kleinste Kunde hat 20 Mitarbeitende. Meistens betreuen wir Unternehmen, die zwischen 100 und 3.000 Beschäftigte haben. Aber auch deutlich größere Betriebe sind in unserem Kundestamm.

Der Automobilzulieferer Woco mit Hauptsitz in Bad Soden-Salmünster nutzt etwa unser Modul zur Digitalisierung von Mitarbeitergesprächen. Woco ist mit mehr als 20 Standorten in Asien, Nordamerika und Europa aktiv. Unser Modul automatisiert die oftmals sehr aufwendige Verwaltungsarbeit. Man kann alle Mitarbeitergespräche sofort im System einsehen. Die Ergebnisse der letzten schriftlichen Mitarbeitergespräche werden in Evalea erfasst und dokumentiert. Sie sind somit trotz des neuen Systems noch einsehbar und können als Grundlage für weitere Gespräche genutzt werden.

Wo sehen Sie zukünftig die größte Herausforderung in Ihrer Branche? Was für Lösungen bieten Sie dafür?

Maurer: Die Rahmenbedingungen des Marktes ändern sich. Die ständige Weiterentwicklung der Mitarbeitenden und Organisationen vollzieht sich immer schneller. Ohne digitale Lösung ist dies herausfordernd. Unsere Lösungen helfen bei der Geschwindigkeit mitzugehen. Sie machen vieles einfacher und transparenter. Die Software kann an bereits vorhandene Systeme und Stammdaten aus der Personalentwicklung andocken. Sie lässt sich direkt in die bestehende IT-Landschaft integrieren.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus geworden?

Maurer:
Uns gefallen der Netzwerkgedanke und die Angebote für kleinere Unternehmen. Dass digitale Themen bei HESSENMETALL so präsent sind, war uns zuvor gar nicht bewusst. Wir und viele Mitglieder können durch den fachlichen Austausch profitieren und gemeinsam die Challenges der Zukunft angehen.

Michael Reitz

Referent Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

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