Teambuilding im Eventformat

CEO Angelika Birk vom Startup dreamteam im Interview

Frankfurt am Main. Das neue Mitgliedsunternehmen dreamteam bietet Teambuilding-Events und -Workshops an - vom virtuellen Escape Game über Teamanalyse-Workshops bis hin zum gemeinsamen Hüten einer Schafherde. Angelika Birk und Frank Marschall haben das Frankfurter Startup 2021 gegründet. Die Co-Founderin und Geschäftsführerin Angelika Birk spricht über Mitarbeitendenbindung und wie das Schafe treiben dabei hilft.

Stelle bitte kurz euer Unternehmen und Geschäftsmodell vor.

Angelika Birk: Wir sind eine B2B-Plattform für Team- und Culture Building. Wir fungieren somit als Schnittstelle zwischen den rund 90 Anbietern über die wir über 300 Formate anbieten und den Unternehmen. Unsere Teambuildingmaßnahmen sind auf die Bedarfe der Firmen angepasst, etwa um Konflikte zu lösen oder neue Mitarbeitende zu integrieren. Über unsere Plattform können Unternehmen sowohl Einzelmaßnahmen buchen als auch sich ein individuelles Paket aus fortlaufenden Maßnahmen zusammenstellen lassen. Der branchenübergreifende Fokus liegt auf Konzernen und dem Mittelstand. Momentan beobachten wir vermehrt das Phänomen „Back to Office“. Mit aufbauenden Maßnahmen helfen wir den Unternehmen das Sozialleben im Büro wieder zu stärken und Zusammenhalt zu schaffen, ganz ohne Office-Pflicht.

Vor wenigen Monaten habt ihr euren Namen von GREWP zu dreamteam geändert. Warum?

Birk: Unsere Mission ist es Mitarbeitende zusammenzuführen. Das Team steht für uns im Mittelpunkt. Eine starke Team- und Unternehmenskultur ist für Unternehmen in Zeiten von Arbeitskräftemangel, Kulturwandel und digitaler Transformation ein mächtiges Instrumentarium um langfristig erfolgreich Talente zu finden, zu binden und zu motivieren. Daher möchten wir Unternehmen dabei unterstützen aus ihren Teams Dreamteams zu machen.

Angelika Birk und Frank Marschall

Wie wirkt sich das kulturelle Umdenken in den Betrieben auf euer Geschäftskonzept aus?

Birk: Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch, was schon vor der Pandemie mit dem Arbeitskräftemangel begonnen hat. Es gibt einen Kulturwandel bei den Millenials und der Generation Z. Ihr Mindset dreht sich mehr um Purpose, also dem verantwortungsvollen Handeln, als um das wirtschaftliche Wachstum und Leistungsprinzip. Die Bindung und Motivation der Mitarbeitenden wird schwieriger. Unternehmen müssen darauf reagieren und gute Rahmenbedingungen für sie schaffen.

Eine weitere Herausforderung ist die digitale Transformation, die teilweise Ängste bei den Beschäftigten erzeugt. Wir haben gemerkt, dass Unternehmen im Bereich People & Organisation hadern. Häufig geschehen Veränderungen in den Firmen eher auf Einzel- oder Gesamtorganisationsebene und weniger auf der komplexeren Teamebene. Viele Betriebe haben große Mühe, zukünftige Talente zu finden und binden. Mit unseren Teambuildings möchten wir die Mitarbeitendenbindung und Unternehmenskultur stärken.

Wie entstehen eure Teambuilding-Maßnahmen?

Birk: Wir arbeiten deutschlandweit mit Anbietern und Teamcoaches zusammen, die vor Ort die Maßnahmen durchführen. Unsere Scouts suchen nach neuen Angeboten, die dann erstmal einen Qualitätssicherungsprozess durchlaufen. Anschließend rankt ein Algorithmus die Bedarfe der Teams und es wird über den Suchfilter auf unserer Homepage ein passendes Angebot gematcht.

Welche Angebote werden besonders stark nachgefragt?

Birk: Es ist ein Mix aus virtuellen, hybriden und Live-Angeboten. Gerne wird zurzeit alles rund um Gamification angenommen. Insbesondere Escape Games und Challenges, bei denen es auf Kooperation ankommt, stehen hoch im Kurs. Auch unsere Outdoor-Aktivitäten wie der Bau eines Floßes, GPS-Rallyes oder das Hüten von Schafen werden stark nachgefragt. Bei letzterem Teambuilding-Event wird eine ganze Schafherde mit bis zu 1.000 Tieren über fünf Kilometern von A nach B getrieben. Hier muss das Team in einem komplett anderen Szenario als gewohnt zusammenarbeiten und kommunizieren. Beim Schafe hüten kommt es vor allem auf die Rollenverteilung an. Neu in unserem Angebot sind Erlebnisse mit Virtual Reality-Brillen. 90 Minuten lang versetzen sich die Teammitglieder im virtuellen Escape Room gemeinsam in eine andere Welt. Daneben bauen wir aktuell stark unser Workshop-Portfolio durch Angebote wie Lego Serious Play-Workshops oder Teamanalyse mit beispielsweise dem DISG-Modell aus.

Wie macht ihr potentielle Kunden auf eure Teamevents aufmerksam?

Birk: Anfragen durch Neukunden erreichen uns über Suchmaschinen wie Google sowie Content Marketing bei LinkedIn. Längerfristige Beziehungen zu den Unternehmen sind uns sehr wichtig. In Frankfurt bauen wir gerade eine New Work-Community auf Basis einer LinkedIn-Gruppe sowie regelmäßige Event-Formate auf. Es werden Speaker aus den verschiedensten Branchen eingeladen. Wir schlagen so eine Brücke zwischen Startups und Unternehmen sowie zwischen HR und Technologie.

Wie viele Mitarbeiter sind bei dreamteam beschäftigt?

Birk: Wir sind derzeit sieben Mitarbeitende sowie zwei Freelancer. Nächstes Jahr planen wir das Team zu verdoppeln.

Warum seid ihr Mitglied bei HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus geworden?

Birk: Wir finden die Metall- und Elektro-Industrie interessant. Es treffen die digitale Transformation und das produzierende Gewerbe sowie die Blue- und White-Collar-Worker aufeinander. Darüber hinaus schätzen wir als Technologieunternehmen sowohl den Wissensaustausch als auch die arbeitsrechtlichen Unterstützungsangebote des Verbandes. Wenn Netzwerke gebündelt werden, ergeben sich Synergien.

Text und Redaktion: Michael Reitz, Referent Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, HESSEN­METALL Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus e. V.

Michael Reitz

Referent Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

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