8. ARBEITSRECHTSFORUM IN GRÜNDAU

Zwischen Arbeitsrecht im Dienstalltag und langfristigen Entwicklungen

Text und Redaktion: Jule Hoffmann

Am 02. März 2026 kamen dutzende Personalverantwortliche der ansässigen Mitgliedsunternehmen und die Rechtsabteilung des Gesamtverbands der Arbeitgeber Osthessen (AGV) sowie der Bezirksgruppe HESSENTMETALL Offenbach & Osthessen zum diesjährigen Arbeitsrechtsforum auf dem Gut Hühnerhof in Gründau zusammen. Das Arbeitsrechtsforum findet jedes Jahr statt, um Einblicke in die aktuelle Rechtsprechung zu geben, Spezialgebiete zu vertiefen und über gesetzliche Neuerungen und deren Auswirkungen zu informieren.

 

Rechtsänwältinnen und -anwälte der VhU, HESSENMETALL Offenbach & Osthessen sowie AGV Osthessen, v.l.n.r.: Sabine Prößl, Jina Talwar, Antonia Kühler, Stefan Niedenthal, Prof. Dr. Franz-Josef Rose, Jörg Hermann, Elena Wolf, Anna-Lena Reuter


Von Sonderkündigungsschutz über Entgeltfortzahlung bis zum Dienstwagen

An diesem Tag begrüßte Geschäftsführer der Bezirksgruppe HESSENMETALL Offenbach & Osthessen Jörg Hermann die Teilnehmenden. Auf der Vortragsliste standen verschiedene arbeitsrechtliche Themen wie ein kompakter Überblick zur aktuellen Rechtsprechung von Prof. Dr. Franz-Josef Rose, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Vom AGV Osthessen klärten Rechtsanwalt Matthias Machel über die verschiedenen Formen des Sonderkündigungsschutzes auf. Rechtsanwalt Stefan Niedenthal informierte über die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Thema Dienstwagen. Seitens HESSENMETALL gaben die Rechtsanwältinnen Antonia Kühler und Anna-Lena Reuter vertiefte Einblicke zum Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 Abs. 1 S. 1 EFZG). Die Rechtsanwältinnen Elena Wolf und Jina Talwar boten angesichts der neuen Entgelttransparenzrichtlinie und deren Umsetzung in nationales Recht einen Überblick über die Herausforderungen, denen sich Unternehmen im Zusammenhang mit der neuen Richtlinie stellen müssen und informierten darüber, was die Unternehmen bereits jetzt tun können, um vorbereitet zu sein.


Lieber früh sensibilisieren als zu spät Panik bekommen

Nach einem global nachrichtenträchtigen Wochenende fügte sich der einleitende Beitrag von VhU-Rechtsanwältin Sabine Prößl passend ein: Wie können Unternehmen ihr Personal in Krisenzeiten sicherstellen? Angesichts bestehender Kriege und neuester Entwicklungen erscheint es langfristig betrachtet wenig sinnvoll, mögliche Gefahren zu verdrängen. Europas Sicherheitsordnung ist auf dem Prüfstand, die USA als ehemalige Schutzmacht für Europa bleiben zunächst unberechenbar und die Wirkungsweise technologischer Innovationen bleibt abzuwarten. Der Standort Deutschland ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt für Wirtschaft und Industrie, sondern auch – im Verbund mit unseren ausländischen Partnerländern – Garant für Stabilität und Frieden in Europa. Daher muss das Land, aber auch jedes Unternehmen und damit alle Führungskräfte die eigenen Sicherheitsvorkehrungen analysieren und stärken.

Unternehmen sollten „Vorbereitungen treffen, die hoffentlich nicht gebraucht werden; aber [im Ernstfall] nicht vorbereitet zu sein, ist auch keine Alternative“, so Prößl. Die gegenwärtigen Bedrohungen vielfältig: Unternehmen sollten einen Krisenplan bereithalten, der sie im Fall von Cyberangriffen, Stromausfällen, Sicherheitsrisiken und vielem mehr schützt.

Wenn Sie sich nun fragen, was Sie für Ihr Unternehmen tun können, hier ein Tipp für Sie: Unter Resilienzcheck finden Sie eine KI-gestützte Selbstbewertung für Unternehmen zur Resilienz in Krisenlagen. Hierfür beantworten Sie Fragen von Cyber-Sicherheit über finanzielle Robustheit, Personal bis hin zu Führung und Unternehmenskultur, und erhalten konkrete, praxisnahe Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit. Ihre Daten werden anonym und vertraulich behandelt. Melden Sie sich auch gerne bei unserer Veranstaltungsreihe HESSENMETALL DEFENSE CONNECT an, bei der gemeinsam Wege in die Sicherheits- und Verteidigungswertschöpfungskette begangen werden.

 

 

Talisa Dean

Leiterin PR & Bildung
Offenbach und Osthessen

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