Rückblick: Weiterbildungsforum "Qualifizierung in Zeiten des Umbruchs"

Wie lässt sich Qualifizierung in Zeiten von Strukturwandel und Kurzarbeit gestalten? Und warum sollten sich Unter­nehmen gerade in diesen Zeiten mit dem Thema „Weiterbildung“ beschäftigen?  Diese zentralen Fragen standen im Fokus des ersten Hessenmetall-Weiterbildungsforums, das am 8. Dezember 2020 stattgefunden hat. Rund 60 Besucherinnen und Besucher nahmen an der virtuellen Veranstaltung teil, erhielten Einblicke von der Continental AG und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und tauschten sich über Bedarfe bei der Weiterbildung in turbulenten Zeiten aus.

Qualifizierung und Weiterbildung bei der Continental AG

Marcel Verweinen, HR Country Head Germany bei der Continental AG, zeigte anhand von Use-Cases auf, warum und wie das Unter­nehmen auf den Strukturwandel reagiere. So habe das Unter­nehmen mit dem Continental Institute for Technology and Transformation eine eigene Weiterbildungseinheit etabliert, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 15 Conti-Standorten modulare Qualifizierungen zum Beispiel zum Verfahrensmechaniker für Kautschuk- und Kunststofftechnik, Mechatroniker und Industrieelektriker für Betriebstechnik absolvieren können, verbunden mit dem Ziel, einen IHK-Berufsabschluss zu erwerben. „Der Strukturwandel und die Digitalisierung der Arbeitswelt ist im vollen Gange. Alle Unter­nehmen aber insbesondere natürlich der Automotive-Bereich sind hiervon betroffen, unabhängig von der Größe der Unter­nehmen. Mit dem Institut haben wir deshalb ein Kompetenzzentrum für die Ausgestaltung der Transformation errichtet. Wir setzen damit wichtige Impulse in der Weiterbildung und schaffen für unsere Mitarbeiter neue Perspektiven, die ihre Beschäftigungsfähigkeit erhalten.“, so Verweinen, der zudem die e-Learning-Einheit „Digitale Transformation“ der Continental AG vorstellte, die jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin absolvieren und so einen Überblick erhalten kann , was Industrie 4.0 und Digitalisierung für Continental bedeutet.

Weiterbildungsverbünde als Option

Die Continental AG plane außerdem, sich verstärkt in Netzwerken und Weiterbildungsverbünden zu engagieren, um in den Austausch mit kleineren und mittleren Unter­nehmen über Qualifizierungsbedarfe zu gehen. Dieses Thema vertiefte die Runde im anschließenden „Perspektivwechsel“ mit interaktiven Umfragen und der Diskussion. Rund zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab an, im Weiterbildungsverbünden einen Mehrwert für das eigene Unter­nehmen zu sehen. Das größte Interesse bestand hier an Information und Beratung innerhalb eines Verbunds wie auch an einem Netzwerk und Austausch mit anderen Unter­nehmen und Akteuren der Qualifizierung.

Unterstützung vom Staat bei Qualifizierung im Strukturwandel und Kurzarbeit

Dass auch die Agenturen für Arbeit Weiterbildungsmaßnahmen im Strukturwandel und während der Kurzarbeit tatkräftig unterstützen, verdeutlichte Petra Kern, Bereichsleiterin bei der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. „Über das Qualifizierungschancengesetz haben wir seit gut einem Jahr die Möglichkeit Maßnahmen umfänglich zu fördern, die zum Ziel haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unter­nehmen auf den Strukturwandel vorzubereiten und für die Digitalisierung fit zu machen. Unter­nehmen können abhängig von der Unter­nehmensgröße Zuschüsse zum Arbeitsentgelt und zu Weiterbildungskosten erhalten – finanziell geht das bis zu 100 Prozent. Wir unterstützen und beraten Sie über unseren Arbeitgeberservice sehr gerne“, konkretisierte Kern das Angebot und verwies auch darauf, dass die Agenturen für Arbeit Qualifizierungen während der Kurzarbeitsphase unterstützen, deren Fördervoraussetzungen derzeit neu gestaltet werden.

Bedarfe, Nutzen und Hürden aus Sicht der Unter­nehmenspraxis

Im anschließenden Perspektivwechsel tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Nutzen von Förderinstrumente aus. Matthias Rust, Leiter Koordination und Strategie, Querschnittsaufgaben und Steuerung des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft, nahm den Ball auf und stellte konkrete Maßnahmen vor, die Unter­nehmen – egal ob klein, mittel oder groß – für die Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nutzen können. Ein Beispiel hierfür sei der Zertifikatslehrgang „Industrie 4.0“, den das Bildungswerk zusammen mit der TU Darmstadt und der Robert Bosch GmbH anbiete.  

Mit der abschließenden Feedbackrunde, dem Dank an die Mitwirkenden und dem Verweis auf das Angebotsportfolio des Verbandes im Serviceportal beendete das Moderatorenduo Sebastian Kühnel und Sabine Stoll Wewior aus der Bildungsabteilung von HESSEN­METALL das erste Weiterbildungsforum des Verbandes.

Die Präsentationen von der Continental AG und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und weitere Projekte zur Qualifizierung von Mitarbeitenden (u. a. für die Zielgruppen Ausbilder/Ausbilderinnen, Auszubildende, Un- und Angelernte)  finden Sie >> hier im Service-Portal.