MINT Herbstreport 2021

Der Bericht wird vom Institut der Deutschen Wirtschaft halbjährlich im Auftrag von Gesamtmetall, BDA und der Nationalen Initiative "MINT Zukunft schaffen" erstellt. Der von der Corona-Pandemie verursachte konjunkturelle Einbruch, der sich auch auf die Nachfrage nach MINT-Fachkräften auswirkte, ist demnach überwunden. Die so genannte MINT-Lücke öffnet sich wieder, besonders stark in den akademischen Berufen. Besorgniserregend ist die Nachwuchssituation. 

Wesentliche Ergebnisse des aktuellen Reports aus dem Herbst 2021 sind: 

  • Den Unter­nehmen fehlten im Oktober 2021 insgesamt 276.900 MINT-Arbeitskräfte. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Zuwachs von 155 % dar. Auch im Vergleich zur Situation vor Corona hat sich die Situation verschärft: Im letzten Vergleichsmonat vor der Pandemie (Oktober 2019) lag der Bedarf noch bei 263.000 Personen.
  • Insbesondere in den Elektro- und Energieberufen mit 81.300, den Maschinen-/Fahrzeugtechnikberufen mit 49.000, den IT-Berufen mit 46.400 und Bau-Berufen mit 37.900 zeigen sich große Engpässe.
  • Klimaschutz ist MINT: Die angestrebte Dekarbonisierung führt zu steigenden Bedarfen an MINT-Fachkräften: 90 % der Forschungsinstitute mit dem Forschungsschwerpunkt Nachhaltigkeit/Klima/Energie stammen aus dem MINT-Bereich, zudem können sich durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die Energie- und Ressourceneffizienz in zahlreichen Unter­nehmen steigern lassen.
  • Digitale Geschäftsmodelle werden immer wichtiger und führen zu einem starken Anstieg im Fachkräftebedarf nach IT-Expertinnen und -Experten: Für 53 % der Unter­nehmen ist fehlende Fachexpertise aktuell ein wichtiges Hemmnis für datengetriebene Geschäftsmodelle.
  • Eine besondere Herausforderung wird kurzfristig der demografische Effekt bilden, da deutlich mehr MINT-Fachkräfte den Arbeitsmarkt aus Altersgründen verlassen werden als neue Absolventen und Absolventinnen nachfolgen. Der jährliche demografische Ersatzbedarf wird in fünf Jahren um 27.000 Stellen zunehmen.
  • Frauen sind nach wie vor in den MINT-Berufen deutlich unterrepräsentiert. Zwischen dem vierten Quartal 2012 und dem ersten Quartal 2021 konnte der Anteil der Frauen in MINT-Berufen im Bundesdurchschnitt nur leicht von 13,8 % auf 15,5 % erhöht werden. Mitausschlaggeben hierfür könnte sein, dass die MINT-Kompetenzen von Mädchen durch Eltern und Kinder selbst strukturell unterschätzt werden.
  • Das MINT-Beschäftigungswachstum von ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern war im Zeitraum vom vierten Quartal 2012 bis zum ersten Quartal 2021 überproportional hoch. So ist die Beschäftigung von Deutschen in MINT-Facharbeiterberufen in diesem Zeitraum leicht gesunken (-2,1 %) unter Ausländern nahm die Beschäftigung in MINT-Facharbeiterberufen jedoch um 55 % zu.

Den aktuellen MINT-Report können Sie  hier abrufen.