Aufstiegs-BAföG

Aufstiegs-BAföG

Was wird gefördert?

Das bundesweite Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) fördert Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Unter­nehmen, die einen Fortbildungsabschluss anstreben. Damit können wie bisher typische Aufstiegsfortbildungen wie etwa Meister- und Fachwirtkurse oder Fortbildungen zum Techniker oder zur Technikerin gefördert werden.
Mit der 4. Novellierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (kurz: AFBG) können seit dem 1. August 2020 neben der Fortbildungsstufe zum/zur geprüften Berufsspezialist/in die Fortbildungsstufen zum Bachelor Professional und zum Master Professional gefördert werden. Damit kann die Förderung von bis zu drei Fortbildungen mit dem Aufstiegs-BAföG beantragt werden.

Wie wird gefördert?
Die Förderung beinhaltet einkommens- und vermögensunabhängige Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Seit dem 1. August 2020 sind folgende Leistungsverbesserungen in Kraft getreten:

Erhöhung der Zuschussanteile zu Fortbildungskosten:
Einkommens- und vermögensunabhängig besteht die Förderung in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren, maximal 15.000 Euro. Davon werden 50 Prozent als Zuschuss gezahlt.

Großzügigere Darlehenserlasse der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren nach erfolgreichem Abschluss und Existenzgründung:
Für den verbleibenden Teil der Kosten kann ein zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden. Das Darlehen ist während der Dauer der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren zins- und tilgungsfrei. Wird die Prüfung erfolgreich bestanden, ist ein Erlass auf das Darlehen i. H. v. 50 Prozent möglich. Bei einer anschließenden Existenzgründung wird das Darlehen vollständig erlassen.

Vollzuschuss zum Lebensunterhalt bei Fortbildung in Vollzeit:
Abhängig vom Einkommen und Vermögen gibt es einen Vollzuschuss i. H. v. bis zu 892 Euro zum Lebensunterhalt. Zudem gibt es einen monatlichen Aufschlag für Verheiratete und Verpartnerte von bis zu 235 Euro und je Kind bis zu 235 Euro. Alleinerziehende bekommen einen einkommens- und vermögensunabhängigen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 150 Euro für Kinder unter 14 Jahren (die Altersgrenze wurde angehoben) oder für Kinder mit Behinderung im eigenen Haushalt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Personenbezogene Voraussetzungen sind:

  • In der Regel sollte eine abgeschlossene erste Berufsausbildung und anschließende Berufspraxis vorliegen.
  • Absolventen und Absolventinnen eines Bachelor-Studiums, Studienabbrecher/innen und Abiturienten und Abiturientinnen ohne Erstausbildungsabschluss können eine Förderung erhalten, wenn sie Berufspraxis für ihre Fortbildung vorweisen können.
  • Der maximal höchste Bildungsabschluss ist ein Bachelorabschluss.
  • Es gibt keine Altersgrenze für die Förderung nach dem Aufstiegs-BAföG.

Organisatorisch-Administrative Voraussetzungen sind:

  • Die Maßnahmen müssen auf öffentlich-rechtliche Prüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder auf gleichwertige Abschlüsse nach Bundes- oder Landesrecht vorbereiten.
  • Die durchgeführte Maßnahme muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Förderfähige Unterrichtsstunden sind physische und virtuelle Präsenzlehrveranstaltungen, deren Inhalte in der Prüfungsregelung verbindlich vorgegeben sind.
  • Vollzeitmaßnahmen dürfen maximal drei Jahre lang dauern und müssen in der Regel in jeder Woche an vier Werktagen mit mindestens 25 Unterrichtsstunden stattfinden.
  • Teilzeitmaßnahmen dürfen maximal vier Jahre lang dauern und müssen durchschnittlich mindestens 18 Unterrichtsstunden im Monat umfassen.
  • Fernunterrichtslehrgänge sind als Teilzeitmaßnahme förderfähig, sofern die Voraussetzungen des AFBG erfüllt sind.
  • Mediengestützte Lehrgänge mit Einbezug von beispielsweise Online-Lernplattformen werden gefördert, wenn sie durch Präsenzunterricht ergänzt und regelmäßige Leistungskontrollen durchgeführt werden.
  • Der Bildungsträger muss zertifiziert sein. Das heißt, die Anbieter müssen über ein Qualitätssicherungssystem verfügen.

Wo gibt es weitere Informationen?
Die wesentlichen Informationen sind auf dem Infoportal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) enthalten (siehe „Links“). Dort können Antragsformulare und die zuständigen Stellen abgerufen und Beispielrechnungen durchgeführt werden. Es gibt auch eine kostenlose Hotline unter der Telefonnummer: 0800 622 36 34.

Die Broschüre "Aufstiegs-BAföG" und den Link zur Antragstellung finden Sie im Serviceportal.