Starke Startups aus Hessen

Die Digitalisierung ändert alles rasant: von den Produkten über Prozesse bis zu den Geschäftsmodellen. Schon heute ist die Metall- und Elektro-Industrie hoch digitalisiert. Durch das Internet der Dinge werden Produktionsanlagen miteinander vernetzt und die gesamte Wertschöpfungskette digitalisiert. „Für unsere Mitglieder ist Industrie 4.0 keine ferne Zukunftsmusik mehr“, betont Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Hessenmetall.

Die Branche ist selbst die größte Anwenderindustrie. Junge Unter­nehmen der Startup-Szene können den Betrieben helfen, den Wandel zu meistern.  Neben den traditionsreichen Mitgliedsunternehmen zum Beispiel aus dem Maschinenbau oder der Automobil- und  der Zuliefer-Industrie zählt der Verband T-Anbieter und IT-Anwender inzwischen auch viele IT-Unter­nehmen zu seinen Mitgliedern.

Win-win-Gemeinschaft für IT-Anbieter und IT-Anwender

Pollert: „Indem wir IT-Anbieter und IT-Nutzer zusammenbringen, vernetzen wir Herstellerwissen mit Anwenderpraxis in einer konstruktiven Win-win-Gemeinschaft, die beide Seiten voranbringt – durch Austausch und Erweiterung von Digitalisierungswissen und den Zugang zu einem einzigartigen Netzwerk mit 636 Mitgliedsunternehmen aus Hessens größter und zukunftsorientierter Industrie.“

 

Von der Drohnenabwehr bis zur Cloud – wie IT-Start-ups die M+E-Industrie im Strukturwandel stärken

Kassel. In loser Folge stellt aktiv hier junge IT-Unter­nehmen aus Hessen vor, die Unter­nehmen im Strukturwandel begleiten. Diesmal sind es sechs Start-ups, die im Umfeld der Universität Kassel entstanden, darunter Dedrone, ein Spezialist für die Detektion und Abwehr von Drohnen. Denn Spionage­flüge über Betriebsgeländen lassen sich dank selbstlernender Software und Funkfrequenzsensoren leicht verhindern. Das steht beispielhaft für viele Firmen, die mit pfiffigen Ideen auf der Basis digitaler Lösungen neue Geschäftsmodelle entwickelten.

Digitaler Wandel nimmt immer mehr an Fahrt auf

Alle hier vorgestellten Firmen haben eines gemeinsam: Sie begleiten andere Unter­nehmen durch den digitalen Wandel – und der nimmt immer mehr an Fahrt auf. „Die Digitalisierung ist in vollem Gange und verändert alle Bereiche in der gesamten M+E-Industrie, von den Produkten über Prozesse und Geschäftsmodelle bis hin zur Arbeit 4.0“, erklärt Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Hessenmetall. Und er betont: „Veränderungen gab es schon immer, neu ist allerdings das Tempo, mit dem sie inzwischen erfolgen.“  

Info: Die hier vorgestellten sechs Unter­nehmen beschäftigen zusammen knapp 200 Mitarbeiter und erwirtschafteten 2020 einen Umsatz von mehreren Millionen Euro.

Text: Maja Becker-Mohr

Dedrone: Wir schützen Menschen und mehr vor illegalen Drohnenaktivitäten

Dedrone: Wir schützen Menschen und mehr vor illegalen Drohnenaktivitäten

Kassel. Drohnen werden immer häufiger in systemrelevanten Bereichen eingesetzt, um etwa Medikamente auszuliefern oder Reaktoren zu kontrollieren. Doch die unbemannten Flugsysteme werden auch genutzt für Wirtschaftsspionage und Drogenschmuggel – oder um gezielt Betriebsabläufe zu stören.

2014 hat Dedrone in Kassel ein Machine-Learning-System zur Drohnendetektion entwickelt, das Sicherheits­teams in Echtzeit alarmiert, sobald eine Drohne in einen geschützten Luftraum eindringt. Die Echtzeit-Warnmeldungen liefern aussagekräftige Informationen wie die Drohnentypen oder die GPS-Daten zur Lokalisierung der Fluggeräte und deren Piloten. „Dedrone-Nutzer können fast 250 unterschiedliche Drohnentypen detektieren, identifizieren, lokalisieren und bei entsprechender Genehmigung abwehren“, so Ingo Seebach, COO und Mitgründer von Dedrone.

Das Unter­nehmen hat seinen Hauptsitz seit 2016 in San Francisco, ist weltweiter Marktführer für Luftraumsicherheitstechnologie und schützt mit seiner Lösung neben dem US-Verteidigungsministerium unter anderem Gefängnisse, Flughäfen, kritische Infrastrukturen, Regierungen und Stadien in über 33 Ländern.

Mehr Informationen unter: https://www.dedrone.com/de/home

teamnext: Wir schaffen neue zeitliche Freiräume für mehr Kreativität

teamnext: Wir schaffen neue zeitliche Freiräume für mehr Kreativität

Kassel. Mit der teamnote® Media Cloud hilft das Kasseler Unter­nehmen teamnext Organisationen, effizienter mit digitalen Assets wie Bildern, Videos oder Grafikdateien zu arbeiten, damit sie unter anderem leichter und schneller über Suchmaschinen gefunden werden und dabei ihre mediale Reichweite steigern. Der Zugriff auf die in teamnote gelagerten Dateien ist jederzeit und an jedem Ort einfach möglich.

Aufgrund der Erfahrung im Umgang mit KI-gestützten Bildanalyseverfahren und dem Bereich des maschinellen Sehens erleichtert teamnote Marketing- und PR-Teams die tägliche Arbeit, denn die KI-basierten Algorithmen analysieren, verschlagworten und vergleichen digitale Assets und helfen dabei, schneller das passende Motiv zu finden. „Damit schaffen wir neue zeitliche Freiräume für mehr Kreativität“, erläutert Geschäftsführer Moritz Bartling. Die Kunden kommen aus allen Bereichen, aus der Industrie, der Verwaltung und auch aus dem Profisport.

Mehr Informationen unter: https://www.teamnext.de/new-ways-of-work/

eoda: Daten in Mehrwerte zu verwandeln ist unser täglicher Antrieb

eoda: Daten in Mehrwerte zu verwandeln ist unser täglicher Antrieb

Kassel. eoda sieht sich als Partner von Unter­nehmen im Umfeld von Big Data, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz. Das Start-up unterstützt ganzheitlich – von der Identifikation des richtigen Anwendungsfalls über die Datenanalyse und Interpretation der Ergebnisse bis zur Implementierung der entwickelten Lösung in Systeme. „Effektivere Vertriebskampagnen, zuverlässigere Industrieanlagen oder optimierte Lagerbestände: Der Schlüssel zur Erreichung dieser Ziele liegt in den Daten“, erklärt Geschäftsführer und Mitgründer Oliver Bracht.

Als Chief Data Scientist hilft er Kunden, sich Daten zunutze zu machen und sich optimal aufzustellen. Dafür setzt eoda auf konsequenten Wissenstransfer, verständliche Vorgehensweisen und spürbare Erfolge – seit 2010 für Kunden wie Trumpf, Obi, Rewe oder Covestro. Bracht: „Daten in Mehrwerte zu verwandeln ist unser täglicher Antrieb, und mit Data Science legen wir den Grundstein für digitale Erfolgsgeschichten.“

Mehr Informationen unter: https://www.eoda.de/

MAPA-Tech: Individuell und dynamisch auf dem Weg zur Industrie 4.0

MAPA-Tech: Individuell und dynamisch auf dem Weg zur Industrie 4.0

Kassel. „Lange Lieferzeiten für Sondermaschinen, Anlagen und Schaltschränke sind nicht mehr zeitgemäß“, sagten sich Lars Federau und Sven Illing und gründeten 2019 Mapa-Tech in Kassel. Mit den Kernkompetenzen in der mechanischen, elektrischen und pneumatischen Entwicklung und Kon­struktion sowie insbesondere der Software-Entwicklung hat das Unter­nehmen seitdem viele innovative Kundenprojekte realisiert. So hat Mapa-Tech mit den eigenen Sonder­anfertigungen Fuß gefasst bei namhaften Automobilherstellern und Zulieferern sowie auch als Innovationspartner in Verarbeitender und Prozess-Industrie.

Bei all dem hilft die Digitalisierung. Denn während andere Unter­nehmen sich noch fragen, wie viel Aufwand sie für die Pflege von detaillierten Stammdaten für ein womöglich einmaliges Sonderprojekt betreiben wollen, denkt man hier lieber darüber nach, wie sich Aufwand minimieren und automatisieren lässt. So werden zum Beispiel Stücklisten aus individuellen Kundenanfragen über firmeninterne Datenbanken mit aktuell 1,2 Millionen Einkaufspreisen in nur wenigen Klicks kalkuliert, wodurch kurzfristig umfangreiche Angebote selbst für Neuentwicklungen abgegeben werden. „Wir wissen, wie man die teilweise veralteten Denk- und Herangehensweisen ­erkennt und mit neuen Technologien und Lösungsansätzen auf einen Nenner bringt“, erläutert Illing. Denn für die beiden jungen Unternehmer steht fest: Individuell, dynamisch, lösungsorientiert und fortschrittlich ist die notwendige Realität auf dem Weg zur Industrie 4.0.

Mehr Informationen finden Sie unter: https://mapa-tech.de/

Hahn Projects: Unsere digitalen Werkzeuge verstehen auch Nicht-Informatiker

Hahn Projects: Unsere digitalen Werkzeuge verstehen auch Nicht-Informatiker

Volkmarsen. Gemeinsam mit den Kunden entwickelt Hahn Projects (Hahn Pro) in Volkmarsen Cloud-basierte Lösungen zur Vereinfachung der digitalen Transformation und Nutzung neuer Geschäftspotenziale. Schwerpunkt ist die Optimierung von Instandhaltungs- und Fertigungsprozessen durch die smarte Verknüpfung und Veredelung der Daten, die in den Prozessen anfallen. „Dazu entwickeln wir moderne, individuelle Software-Lösungen für jedes Problem und achten darauf, dass diese digitalen Werkzeuge auch Nicht-Informatiker verstehen“, erläutert Gründer und Geschäftsführer Marcel Hahn.

Ganz aktuell arbeitet Hahn Pro gerade mit in einem von der Bundesrepu­blik geförderten Forschungsprojekt, das Plattformen für kleine und mittlere Unter­nehmen (KMU) unterstützt zur Durchführung von sogenannten „kooperativen industriellen Dienstleistungen“. Dabei geht es unter anderem um die Cloud-­Anbindung von mehreren kleineren Betrieben, die aber alle in einen Produktionsprozess eingebunden sind und Dienstleistungen erbringen rund um die Herstellung und Wartung von Hochdruckrohren für Kraftwerke. Die müssen ein- und zur Wartung manchmal auch wieder ausgebaut werden, durchlaufen eine Induktionsglühanlage zur Wärmebehandlung vor und nach dem Schweißen und werden in Röntgenanlagen auf feinste Haarrisse hin untersucht. Über die Cloud lassen sich alle Prozessschritte nun sogar über die Firmengrenzen hinweg ohne Telefonate und Mailverkehr ganz einfach und ohne Zeitverluste problemlos planen und dann durchführen. Marcel Hahn: „Mit dem richtigen digitalen Werkzeug kann man so viel Zeit sparen, Geld und letztlich auch Nerven.“

Mehr Informationen unter: https://hahnpro.com/

3DIMETIK: Wir liefern nicht nur stumpfe Messergebnisse, sondern sagen auch, was sie bedeuten

3DIMETIK: Wir liefern nicht nur stumpfe Messergebnisse, sondern sagen auch, was sie bedeuten

Kassel. 3Dimetik in Kassel wurde gegründet, um Messtechnik etwas anders zu machen. Das heißt, hier gibt es mehr als nackte 3-D-Messtechnik und Messergebnisse. Vielmehr bereiten die Spezialisten die messtechnischen Daten beispielsweise in Form von Grafiken auch visuell auf. So wird offensichtlich, wo genau etwaige Abweichungen liegen und wo exakt nachzubessern ist.
Ziel von 3Dimetik sind effiziente Prozesse beim Kunden, die Entwicklungsschleifen von Produkten nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip konsequent minimieren. Zum Handwerkszeug gehören optische, taktile und Oberflächenmessungen sowie Computertomografie/Röntgen.

Weit über 5.000 Projekte wurden bisher erfolgreich abgewickelt, bei denen man die Kunden über den ganzen Entwicklungsprozess eines Produkts von der Idee bis zur Serienreife begleitete.

Mehr Informationen finden Sie unter: https://3dimetik.de/

F-ONE Future of Work: Prozessautomatisierung schafft Freiräume und Mehrwerte

F-ONE Future of Work: Prozessautomatisierung schafft Freiräume und Mehrwerte

Frankfurt. Artem Fadin, Geschäftsführer und Gründer von  F-ONE Future of Work GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, im Gespräch über den Nutzen, die Vorteile und den Herausforderungen bei der Implementierung von robotergestützter Prozessautomatisierung und die Vorzüge einer Mitglied­schaft im Arbeitgeberverband  HESSEN­METALL Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus e. V.

F-ONE Future of Work GmbH bietet Prozessautomatisierung für alle möglichen operativen Prozesse an. Gegründet wurde das Startup mit Sitz in Frankfurt am Main von Artem Fadin. Der studierte Finanzexperte bezeichnet sein Geschäftsmodell „als Manufaktur für digitale Mitarbeiter“.

Stellen Sie bitte Ihr Unter­nehmen und das Geschäftsmodell vor. Was genau bieten Sie an?
Wenn man darüber nachdenkt, sind digitale Geschäftsprozesse absolut faszinierend. Vor 15 Jahren fuhr ich noch zum Reisebüro, um Flugtickets zu kaufen. Heute geht das online in zwei Minuten und dann bekommt man alle Infos bis auf die Gate-Nummer in die Lufthansa-App zugestellt. Jedes Unter¬nehmen hat das Potenzial, seine Kunden zu begeistern und seine Mitarbeiter/-innen zu entlasten, wenn man wichtige Prozesse digitalisiert und automatisiert. Aber in Gesprächen mit Unternehmern und Managern kommen ganz andere Aspekte zur Sprache – alte EDV, schwerwiegende Projekte und extra Aufwand, um Daten in mehreren Systemen einigermaßen auf dem gleichen Stand zu halten. F-ONE ist ins Leben gerufen worden, um Prozessautomatisierung wieder spannend zu machen, so wie sie sein sollte.

Und wie genau machen Sie das?
In meinen ersten Monaten bei F-ONE, aber insbesondere nachdem ich bei dem DPAV (Red.: Deutschen Process Automation Verband) tätig wurde und Alessandro dazugekommen ist (Red.: Alessandro Mosca – Chief Engineer bei F-ONE, ausgebildeter Robotiker der früher bei CERN, UBS und Alten arbeitete), haben wir den Markt nach den besten Automatisierungslösungen durchsucht. Die Tools existieren – das ist nicht das Problem. Es ging uns darum, dass man die verfügbaren Technologien so bündelt, dass eine Geschäftsperson etwas damit anfangen und in ihrem Betrieb gewinnbringend einsetzen kann, und zwar nicht nur bei den Konzernen, sondern auch im Mittelstand. Kurz zusammengefasst: wir nehmen Workflow Engines, Containers, RPA, und KI und erstellen daraus „digitale Mitarbeiter“ oder „Softwareroboter“, die der Kunde ähnlich einsetzen kann wie Mitarbeiter im Home Office. Sie sind schnell und präzise, aber dafür weniger flexibel – genau das, was man für repetitive, regelbasierte Aufgaben braucht.

Ist das ähnlich wie Robotic Process Automation (RPA)? Davon hört man heutzutage häufig.
Ähnlich, aber viel besser. Die Robotic Process Automation (RPA) ist ein Ansatz zur Prozessautomatisierung, bei dem Softwareroboter (Bots) die menschlichen Tätigkeiten nachmachen und IT-Anwendungen über die Benutzeroberfläche bedienen. Damit haben wir angefangen, aber schnell festgestellt, dass RPA nur ein Teil der Lösung sein kann. Sie ist also ein Tool in unserer Toolbox.

Warum braucht man neben RPA noch weitere Tools bei der Prozessautomatisierung?
Hauptsächlich weil Geschäftsprozesse selten so einfach sind, dass sie in einem Lauf erledigt werden. Es gibt immer Ausnahmen, Wartezeiten und weitere betriebliche Herausforderungen. RPA-Lösungen sind dafür ursprünglich nicht ausgelegt. Plus, sie drehen sich um UI-Automatisierung (Red.: User Interface – Benutzeroberfläche), aber wenn es eine Schnittstelle gibt, dann sollte man sie immer nutzen, weil so die Stabilität und Zuverlässigkeit der Gesamtlösung erhöht wird.

Können Sie uns praktische Beispiele für die erfolgreiche Implementierung nennen?
Unser „robotischer Sachbearbeiter Rechnungswesen“ übernimmt die repetitiven Aufgaben im Rechnungseingang, Rechnungsausgang und Mahnwesen. Dabei werden die Lieferantenrechnungen automatisch ausgelesen, validiert, geprüft und ins System eingespeist, und Ausgangsrechnungen werden automatisch von Systemereignissen ausgelöst, vorbereitet und losgeschickt. Lediglich 15 % kann der Roboter aufgrund von verschiedenen Besonderheiten oder Fehlern nicht automatisch einordnen. Der Arbeitsanfall in der Rechnungsbuchhaltung wird dadurch deutlich reduziert und die Mitarbeiter können z.B. eine Fortbildung im Bereich Controlling machen – ein sehr wichtiges Thema im produzierenden Mittelstand.

Im Logistikbereich haben wir gemeinsam mit einem Kunden aus dem Bereich Spedition den sogenannten „robotischen Disponentenassistent“ erschaffen, der vollautomatisch die Frachtaufträge bearbeitet. Der „digitale Mitarbeiter“ prüft eigenständig die vorhandenen Transport-Kapazitäten, ruft Frachtaufträge bei der europäischen Frachtenbörse ab, berechnet Angebotspreise und lässt die besten Opportunitäten dem Disponenten zukommen. Damit kann der Disponent viel Zeit einsparen, aber noch wichtiger: er generiert 500 bis 1.000 Euro extra Umsatz pro Fahrzeug im Monat. Bei der Margenstruktur der meisten Spediteure macht das einen großen Unterschied.

Sehr spannend! Was sind die typischen Herausforderungen bei der Implementierung?
Bei der Implementierung selbst haben wir selten Probleme. Wir setzen uns selbst als Ziel, dass jedes Projekt innerhalb von vier Wochen abgeliefert werden muss. Uns geht es darum, dass wir das Rad nicht neu erfinden. Die Roboter werden aus den gleichen Modulen zusammengestellt, die wir individuell an die Bedürfnisse und Wünsche des jeweiligen Kunden anpassen.

Unsere größte Herausforderung als Firma besteht darin, neue Ideen für Roboter zu entdecken, zu validieren und umzusetzen. Wir sprechen ständig mit erfahrenen Beratern aus mehreren Branchen, um Probleme zu identifizieren, die von unseren Robotern gelöst werden können. Da sind wir natürlich jedes Mal sehr froh, von Kunden auf neue Problemstellungen angesprochen zu werden.

An welchen weiteren Ideen basteln Sie gerade?
Es sind einige. Wir möchten einen Roboter bauen, der Unter­nehmen bei der Stammdatenpflege und Datenmigration unterstützt. Das ist ein universales Problem. Der Roboter wird Datensätze durchgehen, auf Vollständigkeit prüfen, ergänzen, aktualisieren und vieles mehr.

Wir haben auch mit einem befreundeten Berater ein Konzept für einen Roboter besprochen, der auf Basis von Auftragseingängen im System prognostiziert, wann die Anlagen gewartet werden müssen. Das ist die wahre Predictive Maintenance. Viele Anlagenhersteller behaupten Predictive Maintenance anzubieten, in der Praxis bedeutet das aber selten Kostenoptimierung für das Unter¬nehmen. Sie werden Ihnen keine Einsparungspotenziale präsentieren – unser Roboter schon, weil das sein Job sein wird.
Und dann gibt es ein potenzielles Projekt mit einer Gruppengesellschaft von Siemens, um das PLM-System (Produktlebenszyklusmanagement) mit dem ERP-System (Enterprise-Resource-Planning) zu verknüpfen. Für solche hochsensiblen Prozesse sind unsere Roboter besonders gut geeignet.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Sie auf dem Gründungsweg überwinden mussten?
Am Anfang hatten wir die Frage, wo finden wir Softwareentwickler/-innen. Diese konnten wir dank einer soliden, langfristigen Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Personalunternehmen Kelly Services IT Solutions beheben. Nun steht uns ein großes internationales Team an Entwicklern zur Seite. Mit der zweiten Herausforderung schlagen wir uns noch: viele Unter¬nehmen sind müde von digitalen Transformationsprojekten. Es wurde in der Branche oftmals viel versprochen und wenig geliefert. Wie überzeugen wir die Kunden, dass wir wirklich auf ihrer Seite sind? Vergütung ist ein Aspekt: die Roboter werden erfolgsbasiert bezahlt (ähnlich wie Mitarbeiter) und es gibt keine Vertragsbindung. Aber das alles weiß der potenzielle Kunde nicht, wenn er das erste Mal von uns hört. Da müssen wir noch neue Wege finden.

Wie sieht es mit Datenschutz bei der Implementierung Ihrer Lösungen aus?
Die Frage ist wichtig. Das Thema Datenschutz hat für uns hohe Priorität, wir wollen eigentlich keine DSGVO-unterliegende Daten von unseren Kunden sehen. Da der Roboter am häufigsten beim Kunden „on-premise“ implementiert wird, erfordert dies in der Regel kein Datentransfer auf externe Server. Die Daten werden durch die Firewall des jeweiligen Kunden geschützt. Für technische Daten, so wie Uptime des Roboters oder Anzahl der Prozessiterationen für die Abrechnung, haben wir einen Server in Nürnberg.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband HESSEN­METALL Rhein-Main-Taunus geworden?
Ich habe schon die Herausforderung angesprochen, etablierte Industrieunternehmen zu überzeugen, dass unser Ansatz wirklich anders ist. Über gemeinsame Bekannten wurde ich Katja Farfan (Red.: Referentin für Digitalisierung bei Hessenmetall) vorgestellt mit dem Hinweis, dass sie helfen könnte. Wir haben uns sehr gut verstanden und später auch mit Friedrich Avenarius (Red.: Geschäftsführer der Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus).

Ich finde es beeindruckend, wie viel der Verband macht, um das Thema Digitalisierung bei den Mitgliedsunternehmen zu unterstützen – Events, Seminare, Newsletter, Vernetzungsmöglichkeiten. Mitglieder bei HESSEN­METALL sind die renommiertesten Industriebetriebe Hessens und ich bin gespannt auf die Vernetzungsmöglichkeiten. Und wir bekommen natürlich noch arbeitsrechtliche Beratung und alle anderen Vorteile der Mitglied-schaft, das finde ich super.

Sie haben Vernetzungsmöglichkeiten erwähnt. Gibt es spezielle Gebiete, wo Sie Partner aus der Industrie suchen?
Am meisten freue ich mich auf die Gespräche mit visionären Geschäftsführern, die nach Digitalisierungslösungen für ihre Prozesse suchen. So sind unsere ersten zwei Roboter entstanden und das ist unser Weg, um die Produktpalette stetig zu erweitern. Die Kunden haben den Vorteil, eine vollindividualisierte innovative Lösung zu den besten Konditionen zu bekommen. Ich wäre besonders gespannt auf Anwendungsfälle, die Prozesse auf dem Shopfloor mit den administrativen Prozessen verknüpfen, weil die zwei Welten häufig nicht so gut miteinander sprechen – das Digitalisierungspotenzial könnte indes sehr hoch sein.  

Vielen Dank für das Interview, Herr Fadin!

Redaktion: Yanka Schütz, HESSEN­METALL Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus e. V.

Optalio: Software-Lösung von Eschborner Start-up erleichtert Zugang zu Big Data Analytics

Optalio: Software-Lösung von Eschborner Start-up erleichtert Zugang zu Big Data Analytics

Eschborn. Benedikt Sturm, Mitgründer und CTO des Eschborner Start-up Optalio GmbH, erklärt, welche Potenziale insbesondere für kleine und mittelständische Unter­nehmen (KMUs) in der Analyse ihrer Daten stecken.

Was genau bedeutet datenbasierte Prozess- und Produktionsoptimierung und welchen Nutzen bringt sie?

In allen Unter­nehmen fallen an verschiedenen Endpunkten – wie beispielsweise Maschinen, PCs oder Laptops – große Mengen an Daten an. Häufig bieten diese Daten ein enormes Potenzial, um Prozesse oder die Produktionsabläufe eines Unter­nehmens zu überwachen, aber auch zu optimieren. Vor allem in KMUs mit teilautomatisierter Produktion werden diese Daten häufig jedoch noch nicht systematisch gesammelt und analysiert, um sie nutzbringend für das Unter­nehmen einzusetzen. Häufig fehlt noch der Überblick, da die Daten nicht zusammengeführt werden. Wir unterstützen Unter­nehmen dabei, ihre Chancen in diesem Bereich zu erkennen, und zeigen ihnen Wege auf, wie sie mit Hilfe der Optalio-KI und maschineller Lernsysteme ihre Daten zur Einsparung von Kosten und Ressourcen nutzen können. Unseren Kunden steht ein nach ihren Bedürfnissen und hinsichtlich ihrer Fragen gestaltetes übersichtliches Dashboard zur Verfügung. Hier haben Sie auf einer leicht zu bedienenden Oberfläche Zugang zu den Datenauswertungen, die für sie relevant sind, und können sich einen schnellen Überblick verschaffen.
 

Für welche Unter­nehmen und Einsatzbereiche sind die Lösungen von Optalio besonders geeignet?

Unsere Lösungen richten sich vor allem an KMUs. Die Einsatzbereiche sind aber sehr vielfältig und immer abhängig vom Unter­nehmen und den dortigen Produktionsprozessen und Arbeitsabläufen. Die Daten eines Unter­nehmens können hinsichtlich unterschiedlichster Zielsetzungen und Fragestellungen analysiert werden. So lässt sich beispielsweise der Produktionsablauf von verschiedenen Produktserien auf der gleichen Linie durch eine Optimierung der Fertigungsreihenfolge effizienter gestalten. Damit können Kosten und Ressourcen eingespart werden. Unsere Lösungen tragen so zum einen zum Unter­nehmenserfolg, zum anderen aber auch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Denn effizientere Produktionsabläufe mit geringerem Ressourceneinsatz und weniger Energieverbrauch verringern auch den CO2-Ausstoß. Nachhaltigkeit ist für uns eines der zentralen Zukunftsthemen. Daher arbeiten wir auch in diesem Bereich an immer neuen Lösungen. Zukünftig möchten wir unsere Kunden mit einem Tool unterstützen, mit dessen Hilfe sie ihre CO2-Emissionen live tracken und so Kompensations- und Einsparungsstrategien umsetzen können.

Vielen KMUs fehlt noch der Zugang zu Themen wie Big Data Analytics. Wie können Sie diese dabei unterstützen, ihre Potenziale in diesem Bereich zu erkennen?

Wir begleiten unsere Kunden vom ersten Kontakt über die Identifikation des Bedarfs und die Beratung bis hin zur Implementierung. Gemeinsam mit dem Kunden analysieren wir, welche Daten zum Beispiel zur Optimierung der Fertigungsreihenfolge genau benötigt werden. So schaffen wir die idealen Voraussetzungen, um die individuellen Unter­nehmensdaten zur Analyse mittels unserer Tools nutzbar zu machen. Der persönliche Austausch mit unseren Kunden ist dabei besonders wichtig, um die Chancen datenbasierter Produktions- und Prozessoptimierung für jedes Unter­nehmen individuell zu bestimmen. Wir bieten dazu auch kostenfreie Einstiegsworkshops und Webinare an, bei denen sich Unter­nehmen zunächst grundlegend mit dem Thema Data Engineering und Analytics auseinandersetzen können.

Wie werden die Daten der Unter­nehmen gespeichert und welche Sicherheitslösungen bieten Sie an?

Die Speicherung der Daten erfolgt in der Regel in der Cloud. Wir achten dabei selbstverständlich darauf, dass alle erforderlichen geltenden Datenschutzregularien eingehalten werden. Wir können aber auf Wunsch des Kunden auch On-Premise-Lösungen umsetzen. Zusätzlich bieten wir eine Software in Kombination mit unseren Tools an, die die Endpunkte (wie Server, Laptops und PCs) eines Unter­nehmens vor Schadsoftware schützt. Bisher war diese Lösung nur für internationale Konzerne erhältlich. Nun gibt es auch eine Variante für KMUs. So können wir nicht nur Daten aus verschiedenen Endpunkten zur Prozess- und Produktionsoptimierung erheben und analysieren, sondern auch die Endpunkte lückenlos schützen. Für eine schnelle Einschätzung der Sicherheitslage sorgt ein einfaches Ampelsystem, das einen sofortigen Überblick verschafft. Sollten Angriffe einer Schadsoftware festgestellt werden, unterstützen wir je nach Anforderung unsere Kunden, um ihre Endpunkte zu bereinigen und so die Sicherheit wieder herzustellen.

Über Optalio

Die Optalio GmbH mit Sitz in Eschborn ist ein deutscher SaaS-/PLM-Anbieter für komplexe Datenanalysen zur Prozess- und Produktionsoptimierung in der verarbeitenden Industrie innerhalb der DACH-Region. Mit den KI-gestützten Lösungen von Optalio können unter anderem Engpässe in der Produktion behoben und Lieferabläufe verbessert sowie die Überwachung von Maschinen und Anlagen für ein ganzheitliches Predictive Maintenance implementiert werden. Unter­nehmen sparen so Kosten und können ihre Produktionskapazitäten erhöhen. Zudem reduziert die Optimierung der Effizienz mit den Optalio-Tools den Verbrauch von Ressourcen und Energie – das steigert die Nachhaltigkeit und senkt den CO2-Ausstoß.

Mehr Informationen unter: https://www.optalio.de/

Redaktion: Yanka Schütz, HESSEN­METALL Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus e. V.

Weprofit: Digitaler Marktplatz unterstützt bei Suche nach seriösen Software-Entwicklern

Weprofit: Digitaler Marktplatz unterstützt bei Suche nach seriösen Software-Entwicklern

Start-Up WeProfit hilft Unter­nehmen bei Umsetzung ihrer Digitalisierungsprozesse

Frankfurt. Die WeProfit GmbH aus Frankfurt will mit dem ersten B2B-Marktplatz für Software Development kleinen und mittelständischen Unter­nehmen dabei helfen, die richtigen Partner für die Realisierung ihrer Digitalisierungsagenda zu finden. Das 2018 gegründete Start-Up unterstützt Unter­nehmen bei der Suche nach Anbietern von Softwareentwicklung.

Wenn mittelständische und kleinere Unter­nehmen Arbeitsprozesse digitalisieren möchten, aber keine eigenen Softwareentwickler haben, beginnt oft eine mühevolle Suche. Die drei Gründer Sahak Artazyan, Matteo Emmanuello und Arsen Abrahamyan haben ein Geschäftsmodell geschaffen, das Betrieben die Suche erleichtern soll. Auf ihrer weltweiten Plattform können Unter­nehmen rund um den Globus Softwareanbietern begegnen und mit ihnen ins Geschäft kommen. „Mit WeProfit möchten wir beweisen, dass jeder Betrieb von der Globalisierung profitieren kann“, sagt Matteo Emmanuello.

WeProfit reduziert Suchkosten, Suchzeit & Risiken in einem Meer aus Anbietern

Das WeProfit-Team filtert die Anbieter nach Qualität, Seriosität und Größe. Software-Entwickler können auf der Online-Plattform ihre Angebote ohne größere Marketing- und Vertriebsbudgets unterbreiten und internationale Qualitätsstandards erwerben. Das Start-Up steht im Verhandlungsprozess allen Parteien beratend zur Seite. Der virtuelle Marktplatz steht außerdem Einzelpersonen offen, die als Netzwerker Kontakte zwischen Suchern und Anbietern herstellen können.

Die WeProfit GmbH hat so eine Datenbank mit mehreren hundert Software-Entwicklungsunternehmen aus der ganzen Welt geschaffen. Diese Datenbank wächst stetig, ohne jedoch die Hürden für anbietende Unter­nehmen zu senken. Diese müssen einen mehrwöchigen Prozess durchlaufen, in dem sie beweisen, dass sie die nötigen Qualitätsmerkmale aufweisen, um auf dem deutschsprachigen Markt anbieten zu können. Diese Qualitätssicherung der Anbieter garantiert, dass auftraggebende Unter­nehmen auf dem WeProfit-Marktplatz nur von passenden Unter­nehmen Angebote erhalten. Sicherheit und Datenschutz bei diesem Matching und der Abwicklung sind hierbei neben der Reduktion der Suchzeit und Suchkosten die Erfolgsfaktoren, um wichtige Software-Entwicklungsprojekte effizient umzusetzen.

Gründungszentrum „Unibator“ der Goethe-Universität unterstützt das Start-Up  

WeProfit ist im Dezember 2020 in das universitäre Start-Up-Programm „Unibator“ aufgenommen worden. Der „Unibator“ ist das Gründungszentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Das Zentrum bietet allen Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und Alumni Unterstützung bei der Realisierung ihres Gründungsvorhabens an.

Sahak Artazyan (CEO) hat ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Goethe-Universität absolviert. Er verantwortet die strategische Ausrichtung und das Business Development von WeProfit. Matteo Emmanuello lässt für WeProfit sein Jurastudium an der Goethe-Uni pausieren und ist als COO neben der operativen Leitung auch für den Markenauftritt zuständig. Arsen Abrahamyan (CTO) hat ebenfalls an der  Frankfurter Universität studiert, nämlich im Fachbereich Physik. Er ist für die Programmierung und technische Umsetzung der Plattform verantwortlich. Die drei Gründer profitieren im Rahmen des universitären Innovationsprogramms unter anderem von Büroräumlichkeiten, Zugang zu einem großen Mentoren-Netzwerk, exklusiven Workshops und werden bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützt. Darüber hinaus stehen dem Frankfurter Start-Up fünf Investoren aus unterschiedlichen Branchen zur Seite, die bei verschiedenen Herausforderungen mit ihrer Expertise den Gründern weiterhelfen.

Digitalisierungsdruck steigt

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie erleben Remote Work und Outsourcing einen regelrechten Boom. Die richtigen B2B-Partner für Software Development-Projekte zu finden, ist aber nach wie vor eine große Herausforderung für zahlreiche Unter­nehmen.

Neue Technologien ermöglichen komfortable und effiziente Lösungen in jeder Branche. Kunden erwarten, dass Unter­nehmen diese Innovationen rasch an sie weitergeben. Sie wählen die Produkte und Dienstleistungen aus, die hierbei entweder den Markt anführen oder zumindest mithalten können. Digitalisierungsstrategien sind somit nicht nur für die langfristige Positionierung wichtig, sondern beeinflussen mittlerweile die kurzfristigen Ziele entscheidend. Bei der Umsetzung der Digitalisierungsagenda ist es daher von enormer Bedeutung geeignete Partner zu finden, die schnell und qualitativ diese wichtigen Vorhaben im reibungslosen Zusammenspiel mit internen Ressourcen realisieren. 

Weitere Informationen zu dem Frankfurter Unter­nehmen unter: https://weprofit.global/

Redaktion: Michael Reitz, HESSEN­METALL Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus e. V.

Tvarit: KI und Mensch als Team

Tvarit: KI und Mensch als Team

Digitalisierung - Das Start-up Tvarit verbindet deutsche Genauigkeit mit indischer Geschwindigkeit

Frankfurt. Zwei Männer, eine Vision: eine Welt mit nachhaltiger und abfallfreier Produktion. Und die ist laut Suhas Patel und Rahul Prajapat realisierbar mithilfe künstlicher Intelligenz (KI). „Denn die analysiert permanent alle Daten, die während eines Produktionsprozesses in einer Maschine anfallen, und kann darüber zum Beispiel frühzeitig erkennen, wenn Prozesse nicht optimal laufen, und sofort reagieren“, erläutert Patel. So gibt KI den Verantwortlichen bei Bedarf rechtzeitig auch Handlungsempfehlungen, damit diese korrigierend eingreifen können und zum Beispiel fehlerhafter Ausschuss gar nicht erst entsteht.

Anpassbare und sofort einsetzbare KI-Lösungen

Seit Jahren arbeiten die beiden IT-Spezialisten bereits mit prozess­orientierten Fertigungsunternehmen zusammen. 2019 gründeten sie schließlich in Frankfurt das Start-up Tvarit, um speziell für die Fertigungsbranche KI-Softwarelösungen anzubieten, die sie auf der Basis ihrer Erfahrungen entwickelt haben. Diese anpassbaren und sofort einsetzbaren Softwarelösungen helfen dabei, Produktion effizienter zu machen, Produktionsausfälle, Leerläufe und Stillstände zu vermeiden und so schließlich Kosten zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

Letztlich stehen über die eigene Tvarit-Plattform mehr als 160 Algorithmen zur Verfügung, die große Datenmengen aus einer Fertigung analysieren und daraus eben auch Handlungsempfehlungen ableiten können. Prajapat: „Industrielle KI funktioniert am besten, wenn sie auf den individuellen Anwendungsfall zugeschnitten ist. Damit die Betriebe diese Mammutaufgabe nicht allein stemmen müssen, fungieren wir für sie als Sparringspartner und unterstützen sie von der Identifizierung bis zur Umsetzung geeigneter KI-Anwendungen in der Fertigung.

Der Begriff „Tvarit“ leitet sich aus der 3000 Jahre alten indo-arischen Sprache Sanskrit ab und bedeutet übersetzt „schnell“. Es geht Hand in Hand mit dem dazugehörigen Firmenslogan „Fast and Persistent“. Das Unter­nehmen vereint deutsche Genauigkeit mit indischer Geschwindigkeit für nachhaltige, sichere und messbare Ergebnisse.

Auf KI basierende Softwarelösung revolutioniert die Fertigungsbranche

TVARIT hat durch seine auf künstlicher Intelligenz basierenden Softwarelösungen die digitale Transformation der deutschen Fertigungsindustrie ständig verbessert und erweitert. Darüber hinaus gibt die Software den Herstellern die Möglichkeit, intelligente und fundierte Entscheidungen auf Basis von umsetzbaren Erkenntnissen aus der KI-Plattform zu treffen.

TVARIT versteht sich als Anbieter von anpassbaren und sofort einsetzbaren Data Science- und KI-Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie. Diese Lösungen wurden auf Grundlage, der im Laufe der Jahre gesammelten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit prozessorientierten Fertigungsunternehmen und verschiedenen Produktionsanlagen entwickelt.

Im Mittelpunkt der benutzerfreundlichen Oberfläche und des Dashboards steht TiA als KI-basierte Softwarelösung für verschiedene Fertigungsprozesse und TiA for Die-Casting als dediziertes Produkt für den Niederdruckgussprozess, mit dem Hersteller Qualitätsabweichungen frühzeitig erkennen und mit Hilfe von Empfehlungen für optimale Prozessparameter Ausschuss signifikant reduzieren können. Die TiA-Software ist ein kombiniertes Framework aus über 160 algorithmischen Modulen für alle Data-Science-Projekte in der Fertigungsindustrie.

Seit seiner Gründung und bis heute hat TVARIT viele Stunden in die Forschung und Entwicklung investiert, namhafte Industrieexperten mit unterschiedlichen akademischen Hintergründen hinzugezogen und Verbindungen zu renommierten Universitäten und Forschungszentren wie Stanford, MIT, TU Darmstadt, etc. etabliert. Kürzlich wurde das Unter­nehmen vom European Data Incubator als eines der besten KI-Unter­nehmen in Europa ausgezeichnet - eine bedeutende Anerkennung nach europäischen Standards.

Inzwischen hat das IT-Start-up 32 Mitarbeiter, alles Experten unterschiedlicher Fachgebiete und Kulturen. Im vergangenen Jahr wurde das Unter­nehmen vom European Data Incubator als eines der besten KI-Unter­nehmen in Europa ausgezeichnet. Beim renommierten Wirtschaftspreis Hessen-Champions 2021 schaffte es Tvarit unter die Finalisten in der Kategorie Innovation.

Konkrete Anwendungsbeispiele

Die spezialisierten KI-Lösungen von Tvarit konzentrieren sich auf die Metallverarbeitung. Sie optimieren Prozesse rund um Schmelzen, Fräsen, Walzen, Gießen, Schweißen, Spritzgießen und Kaltumformung.

Benefits & messbare KPI’s:

  •     Erhöhte Maschinen- und Materialverfügbarkeit durch vorausschauende Bestandsplanung
  •     Gesteigerte Effizienz bei der Produktionsplanung
  •     Erhöhung der OEE (Gesamtanlageneffektivität) bei gleichzeitiger Senkung der Produktionskosten
  •     Reduzierung der Anzahl fehlerhafter Teile
  •     Optimierte Energieeffizienz und Steigerung der Nachhaltigkeit
  •     Reduzierung des personellen Aufwands
  •     Erhöhtes Know-how

Weitere Informationen unter: www.tvarit.com

Redaktion: Michael Reitz, HESSEN­METALL Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus e. V.