Editorial

Liebe Mitglieder!

Der nach achtstündigen Verhandlungen gefundene Kompromiss wurde von den Delegierten überwiegend als „noch tragbar“ eingeschätzt, dank langer Laufzeit, Differenzierung und vieler Möglichkeiten, mehr bedarfsorientiertes Arbeitszeitvolumen auf betrieblicher Ebene erlangen zu können.

Der Tarifabschluss in der M+E-Industrie ermöglicht unseren Betrieben in M+E Mitte den Einstieg in eine flexible und moderne Arbeitszeitwelt. Erfreulich sind die vielen neuen tariflichen Gestaltungsmöglichkeiten, das Arbeitszeitvolumen erheblich auszuweiten. Dass wir künftig deutlich mehr 40-Stunden-Verträge abschließen können, wird vielen Betrieben helfen, die negativen Auswirkungen des Fachkräftemangels zu begrenzen. Die neue Flexibilität in beide Richtungen bei der Arbeitszeit ist ein Vorteil des erzielten Tarifabschlusses und erhöht die Standortattraktivität. Die betrieblichen Belange der Unternehmen, alle Aufträge und Kundenwünsche pünktlich und mit hoher Qualität zu erledigen, werden so mit den Wünschen der Beschäftigten in Einklang gebracht, kürzer oder länger zu arbeiten. Und es ist stets sichergestellt, dass kein Arbeitszeitvolumen verloren geht, wenn Wünsche von Beschäftigten nach einer der tariflichen Möglichkeiten zur Arbeitszeitreduzierung nicht mit einem passenden mehr an Arbeitszeitvolumen kompensiert werden können.

Zudem erhöht die sehr lange Laufzeit des Tarifvertrags von 27 Monaten die Planungssicherheit für unsere Unternehmen, während das dauerhafte Differenzierungselement ihre unterschiedliche wirtschaftliche Lage berücksichtigt. Allerdings ist für einige unserer Mitgliedsunternehmen die Belastungsgrenze durch die hohen Entgeltsteigerungen leider überschritten – vor allem auch wegen des hohen Investitionsbedarfs in Digitalisierung, Industrie 4.0, alternative Antriebssysteme und in die steigende Dienstleistungsintensität unserer Industrie. Wenn die tariflichen Möglichkeiten zur Differenzierung dabei nicht ausreichen, müssen wir versuchen, mit der IG Metall Sondervereinbarungen für solche Fälle zu treffen.

Um dem Mittelstand die Tür zur Forschung zu öffnen, haben wir letzte Woche für Sie mit der TU Darmstadt eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Durch gezielte wissenschaftliche Kooperation mit mittelständischen Betrieben soll die Innovationskraft der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen gestärkt werden. Schwerpunkte der Kooperation sind die Themen IT-Sicherheit, Industrie 4.0, Digitalisierung, Energieeffizienz, Antriebssysteme, autonomes Fahren sowie intelligente Materialien und Werkstoffe.

 

2. IT-FORUM „CLOUDCOMPUTING ODER EIGENE IT-INFRASTRUKTUR?“
Große Rechenleistungen und hoher Speicherbedarf erfordern ein Maß an Effizienz und Flexibilität, das eine unternehmenseigene IT-Infrastruktur an die Grenzen bringen kann. Die Alternative heißt Cloud Computing. Cloud Computing oder eigene IT-Infrastruktur?

Diese unternehmerische Frage, die sich inzwischen auch vielen unserer Mitglieder stellt, erörtern wir auf dem 2. IT-FORUM am 18. April im Haus der Wirtschaft Südhessen in Darmstadt. Dazu haben wir Experten eingeladen, die das Thema von allen Seiten für Sie beleuchten: u.a. Prof. Dr. Reiner Anderl, Technische Universität Darmstadt, Harald Weickert, der CIO der Bechtle GmbH, sowie Dr. Marco Link, Geschäftsführer Adamos GmbH, der Plattform von Maschinenbauern und der Software AG.

 

Für den erleichterten Hochschulzugang für Praktiker haben wir zusammen mit Wissenschaftsminister Boris Rhein in einer gemeinsamen Pressekonferenz geworben, nachdem wir mehrere Jahre politisch für eine Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung gekämpft haben. Ein erster Schritt dazu ist ein bundesweit einmaliger hessischer Modellversuch. Er ermöglicht für gute Absolventen einer dualen Ausbildung einen prüfungsfreien Hochschulzugang ohne Wartezeiten. Ziel ist eine entspannte Berufswahl in der Jugend, ohne sich frühzeitig für oder gegen eine akademische Karriere entscheiden zu müssen. Nach dem ersten Jahr hat sich gezeigt, dass sich die Studenten ohne Abitur, aber mit der Ausbildungserfahrung im Betrieb bestens an der Hochschule behaupten können.

Bleiben Sie uns gewogen!

Herzliche Grüße
Ihr Dirk Pollert

Ansprechpartner
Dirk Pollert

Dirk Pollert
Hauptgeschäftsführer