Editorial

Liebe Mitglieder!

In der 1. Tarifverhandlung für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben die M+E-Mitte-Arbeitgeber Forderungen zur Modernisierung der Arbeitszeit präsentiert. Zugleich haben wir das Forderungspaket der IG Metall als zu teuer und ungerecht zurückgewiesen. Erwartungsgemäß konnte keine Einigung erzielt werden.

Die zweite Tarifverhandlung findet am 6. Dezember in Darmstadt statt.

Unsere M+E-Unternehmen brauchen wegen der Globalisierung, Digitalisierung und der wachsende Dienstleistungsintensität eine größere bedarfsorientierte Arbeitszeitflexibilisierung, damit alle Kundenwünsche und Aufträge stets pünktlich und mit hoher Qualität zu weltweit wettbewerbsfähigen Preisen bedient werden können. Die Arbeit muss gemacht werden, und zwar möglichst viel vor Ort. Und selbstverständlich wird nur geleistete Arbeit vergütet. Einseitige Ansprüche auf Arbeitszeitreduzierung, gar noch mit finanziellen Anreizen ausgestattet, würden nur den Fachkräftemangel verschärfen und unsere Mitgliedsunternehmen völlig über-fordern. Dabei mögen die Anlässe wie Kindererziehung oder häusliche Pflege im Einzelfall berechtigt sein. Aber dafür werden in den Unternehmen vor Ort passende betriebliche Lösungen einvernehmlich zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gefunden: häufig auch mit geringerer Arbeitszeit als 28 Stunden, wenn sonst z. B. die Kinderbetreuung nicht organisiert werden kann.

Unser Modernisierungspaket im Überblick umfasst:

Anpassung des Arbeitszeitgesetzes an den europäischen Rahmen:
Wir laden die IG Metall außerdem ein, gemeinsam auf den Gesetzgeber zu zugehen, um das Arbeitszeitgesetz an die moderne Arbeitswelt anzupassen. Hierzu ist die derzeit geregelte tägliche Höchstarbeitszeit von durchschnittlich 8 Stunden durch eine Wochenbetrachtung zu ersetzen. Ferner müssen die starren Ruhezeitregelungen von 11 Stunden an heutige Arbeitserfordernisse angepasst werden. Unsere Unternehmen wollen und müssen in die digitale und mobile Zukunft investieren, um z. B. neue Produkte und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und zeitnah an den Markt zu bringen. Die Metall- und Elektro-Unternehmen müssen aber gewaltige Herausforderungen wie die digitale Transformation und die Umstellung auf neue Antriebe wie Elektromobilität stemmen, die unsere Industrie auf Jahre beschäftigen werden. Diese Anstrengungen erfordern erhebliche, die Zukunft sichernde Investitionen. Wenn wir wollen, dass diese Investitionen nicht in ausländische, sondern in unsere heimischen Standorte fließen, dann dürfen wir unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit vor Ort nicht durch unvernünftige Kostensteigerungen gefährden, für die unsere weltweiten Kunden kein Verständnis haben, geschweige denn zahlen werden.

  • Bedarfsgerechte und kostenneutrale Ausweitung des individuellen Arbeitszeitvolumens ohne eine betriebliche Höchstquote und Zuschläge
  • Bedarfsgerechte und vorübergehende Erhöhung des betrieblichen Arbeitszeitvolumens durch eine vorübergehende kollektive Erhöhung der Arbeitszeit durch Betriebsvereinbarung.
  • Modernisierung der Regelungen über die Zahlung von Zeitzuschlägen Bestimmt der Beschäftigte die Lage der Arbeitszeit selbst und verlegt sie zum Beispiel in die Abendstunden, gibt es keinen Grund, dass er hierfür Zeitzuschläge erhält.
  • Erweiterung der Gestaltungsmöglichkeiten für befristete Arbeitsverhältnisse: Endlich gesetzliche Öffnungsklausel nutzen, mit der sachgrundlose Befristungen auch über eine Dauer von zwei Jahren hinaus tariflich geregelt werden können.

Tarifrunde 2017/18

Neu auf unserer Kachel Tarifrunde eingestellt sind:

  • Die aktuelle PM zur 1. Tarifverhandlung in Mainz
  • Die ausführliche Darstellung unserer Forderungen
  • Der neue AKTIV-Beitrag: Flexibilität wird längste gelebt
  • Der Link zur Kampagnenseite:

Schauen Sie rein!

Welche Herausforderungen haben unsere Mitgliedsunternehmen in ihren Branchen zu bewältigen? Dazu zwei Beispiele: ein Hersteller für Befestigungselemente im Betonstahlbau Peikko und der Kokillengus-Hersteller WVG alu-tec.

„Peikko reagiert auf Arbeitszeitverkürzungen mit Investitionen in Automatisierung…

Sagt Geschäftsführer Gerke: Wir sind als guter Arbeitgeber bekannt, bilden aus und tun wirklich sehr viel für die Beschäftigten. Man hilft unkompliziert, wo Hilfe gebraucht wird. Und dennoch bleiben Stellen frei. Also geben wir jedes Jahr einen siebenstelligen Betrag aus für die Modernisierung und Automatisierung der Produktion, aber auch für die Weiterbildung, damit alle hier mit der Digitalisierung und Automatisierung Schritt halten können.“

Kokillengus-Hersteller WVG alu-tec GmbH

Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Produktion von Gussteilen aus Aluminiumguss, hier besonders auf dem Verfahren des Kokillengusses. Geschäftsführer Armin Gruhs ist gerne HESSENMETALL-Mitglied: Gerade neue Gesetze und die wachsenden Anforderungen an Dokumentationen lassen sich in einer Gemeinschaft besser umsetzen. Der Austausch mit den Mitgliedern, die Arbeit an klaren Strukturen und Vorgaben der Personalentwicklung und die Rechtsberatung im Arbeitsrecht sind schon eine Mitgliedschaft wert.

1. IT-Forum zur Cyber-Sicherheit

HESSENMETALL will Win-Win-Gemeinschaft für digitale Transformation schaffen. „IT-Sicherheit und Datenschutz müssen Chefsache werden. Wenn wir die digitale Transformation steuern wollen, dann müssen gerade wir in der Metall- und Elektro-Industrie als einer ihrer wesentlichen Treiber auch Vorreiter in Sachen Sicherheit werden“, sagte Wolf Matthias Mang, Vorstandsvorsitzender von HESSENMETALL, vor über 90 Gästen im Haus der Wirtschaft Hessen.

Aus der juristischen Werkstatt unserer 32 Syndikus-Rechtsanwälte, überwiegend Fachanwälte für Arbeitsrecht, finden Sie aktuell zwei neue Beiträge:

Neuer Leitfaden Betriebsratswahlen 2018 hilft Mitgliedern Geld sparen

Genaue Kenntnis über den Ablauf der 2018 anstehenden Betriebsratswahl hilft den Unternehmen, das Verfahren konstruktiv zu begleiten, als Arbeitgeber dem künftigen Betriebsrat den Boden zu bereiten und vor allem Formfehler zu vermeiden, die zu einer teuren Neuwahl führen. 

Die EU-Kommission hat ihren ersten Überprüfungsbericht zum Privacy Shield vorgelegt

Sie kommt darin zum Ergebnis, dass diese Art der Übertragung ein angemessenes Schutzniveau für die Übertragung personenbezogener Daten an teilnehmende US-Unternehmen gewährleistet und den EU-Anforderungen entspricht, die der EuGH im „Safe-Harbor-Urteil“ aufgestellt hat, sagt Prof. Dr. Franz-Josef Rose.

Aus der VhU: Rückblick auf den 26. Hessischen Unternehmertag

Im vollen Kurhaus Wiesbaden hörten unsere Gäste die Impulsvorträge des Opel-Chefs Michael Lohscheller und des Stv. Ministerpräsidenten Tarek Al-Wazir, der den in den Sondierungsgesprächen gebundenen Ministerpräsidenten Volker Bouffier vertrat. Lohscheller skizzierte, wie „die Automobilindustrie jetzt die Zukunft gestalten muss“. Al-Wazir beschrieb, was Hessen als Standort auch in Zukunft attraktiv macht. Unser Präsident Wolf Matthias Mang forderte eine Willkommenskultur für Kinder und Eltern.

Ich wünsche Ihnen einen schönen und erntereichen Herbst!
Bleiben Sie uns gewogen!
Herzliche Grüße

Ihr Dirk Pollert

Ansprechpartner
Dirk Pollert

Dirk Pollert
Hauptgeschäftsführer