Editorial

Fit für unsere digitale Zukunft!

Die Arbeit der Zukunft hat bereits begonnen. Bestimmt wird sie durch die digitale Transformation. Sie wird die Unternehmen aus der Phase der Computerisierung, in der Computer vor allem unterstützend in Geschäftsprozessen eingesetzt werden, in den Orbit beamen, wo Unternehmen digitale Geschäftsmodelle entwickeln, in dem sie Daten, IKT-Technologien und das Internet zur virtuellen Abbildung von Produkten und Prozessen nutzen oder künstliche Intelligenz anwenden. Durch sie entstehen neue Geschäftsmodelle, neue Dienstleistungen und auch neue Jobs.

Die M+E-Industrie ist Vorreiter der Digitalisierung. Und so wachsen unsere 9 Branchen als IT-Nutzer und die IT-Industrie als Anbieter enger zusammen. Deshalb will HESSENMETALL IT-Anbieter und IT-Nutzer unter einem Dach zusammenbringen, Herstellerwissen und Anwenderpraxis in einer konstruktiven Win-win-Gemeinschaft vernetzen, die beide Seiten voranbringt.

Die digitale Transformation funktioniert nicht mit menschenlosen Fabriken – sondern mit Fabriken, die erst in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine intelligent werden. Das wiederum geht nur mit der richtigen Software und den richtigen Leuten.

Deshalb: Qualifizierung ist Trumpf, oder besser: wird noch mehr Trumpf! IT-Experten sind gesuchte Fachkräfte. Um diese knappe Gut zu sichern, muss unsere Industrie alle Wege beschreiten: ausbilden, weiterbilden, IT-Fachkräfte finden, binden und halten. Und wir würden Sie gerne dabei optimal unterstützen.

Sie, unsere Mitgliedsunternehmen, setzen genau bei Aus- und Weiterbildung an, wie unsere Beispiele heute zeigen:

  • Continental bietet z. B. Quereinsteigern eine Chance als Softwareentwickler

    Dieses Ausbildungsangebot wurde 2015 geschaffen, um dem wachsenden Bedarf an Software-Experten gerecht zu werden. Conti kann damit passgenau nach seinen Bedürfnissen ausbilden. Inhaltlich orientiert man sich am mathematisch-technischen Softwareentwickler (MATSE). Er wurde ergänzt um Schulungen in der Softwareentwicklung und Elektronik, die bei Continental im Fokus stehen.

  • Limtronik weiß: Industrie 4.0 braucht gute Leute und bildet aus und weiter

    Auch die Fabrik der Zukunft braucht Menschen, die mit aufpassen, dass alles gut läuft, die Leiterplatten nachlegen, Maschinen programmieren, kontrollieren und vieles mehr. Limtronik zählt zu den modernsten Fabriken deutschlandweit, ist 10 Jahre alt und Dienstleister für Electronic Manufacturing Services, hat am Standort schon immer selbst ausgebildet und aktuell 13 Azubis. Über 80 Prozent der gut 130 Mitarbeiter sind Eigengewächse. Das Unternehmen unterstützt zum Beispiel die Weiterbildung zum Meister, Techniker oder auch ein Studium.

Mit der Neuordnung der M+E-Berufe und des Mechatronikers haben wir als Metall- und Elektro-Industrie (M+E) die Ausbildung an das digitale Zeitalter angepasst: Sie sieht jetzt Zusatzqualifikationen im Themenfeld Digitalisierung vor. So machen wir den Nachwuchs fit für die Zukunft – und für die Gegenwart.

Mehr Informationen unter www.gesamtmetall.de/themen/bildung/neue-berufe

Am 25. Oktober treffen wir uns mit Interessierten in Darmstadt zum  1. Personalkongress IT: „IT-Fachkräfte gewinnen, binden und halten“  u.a. mit Fabian Kienbaum und Prof. Sascha Stowasser vom ifaa, der den für uns erstellten Vergütungsreport IT vorstellen wird  - und Ihnen damit Orientierung geben kann, ob Sie mit Ihrer Entlohnung richtig liegen.  Zur Anmeldung ….

Herbstumfrage zur Konjunktur und Fachkräftesicherung

Und schließlich wüssten wir gerne, wie wir Sie beim Thema Fachkräftesicherung und Qualifizierung noch besser unterstützen können. Deshalb bitte ich Sie herzlich, bei unserer Herbstumfrage mitzumachen und diese Frage dort zu beantworten.
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Schwerpunkt: Wissensorientierung & Digitalisierung

…. im aktuellen Strukturbericht für die M+E-Industrie in Deutschland 2018:

Wissensorientierung

Der Ausbildungsstand der Mitarbeiter in der M+E-Wirtschaft in Deutschland hat sich im Zeitverlauf seit dem Jahr 2000 wesentlich verbessert und liegt heute in den meisten Bereichen über dem in der Gesamtwirtschaft. Die Anteile der Beschäftigten mit anerkannter Berufsausbildung und mit akademischem Bildungsabschluss lagen im Jahr 2017 bei 66,7 und 16,5 Prozent. Das sind 4,5 und 0,9 Prozentpunkte mehr als in der Gesamtwirtschaft.

Die M+E-Wirtschaft in Deutschland ist im internationalen Vergleich stark bei Forschung und Entwicklung (FuE). Die FuE-Intensität der M+E-Wirtschaft in Deutschland – also der Anteil der FuE-Ausgaben an der Bruttowertschöpfung – liegt mit 10 Prozent über dem Durchschnitt der G44-Länder (9,5 Prozent). Sie ist höher als bei den traditionellen Wettbewerbern in Europa (6,4 Prozent) und als in der gesamten Gruppe der neuen Wettbewerber (6,6 Prozent). Die außereuropäischen traditionellen Wettbewerbsländer weisen aber höhere FuE-Intensitäten auf: vor allem Japan (17,5 Prozent), USA (15,2 Prozent) und Südkorea (13,1 Prozent).

Die Innovationsintensität ist mit 7,9 Prozent spürbar höher als die des Verarbeitenden Gewerbes (5,9 Prozent) und der Gesamtwirtschaft (3,0 Prozent). Die Innovatorenquote und die FuE-Quote liegen mit 59 Prozent und 31 Prozent deutlich über den Vergleichswerten des Verarbeitenden Gewerbes (46 Prozent bzw. 18 Prozent) und der Gesamtwirtschaft (36 Prozent bzw. 11 Prozent).

Die M+E-Wirtschaft in Deutschland ist traditionell stark auf Medium-Hightech-Produkte – vor allem aus dem Maschinen- und Automobilbau – spezialisiert: mit einem Anteil von 14,7 Prozent Weltmarktführer vor China (13,7 Prozent). Seit 2000 lässt sich ein Entwicklungstrend hin zum Hightech-Segment beobachten.

Digitalisierung

Der Megatrend der Digitalisierung schreitet weiter voran. Für das Jahr 2025 wird im Vergleich zu 2016 eine Verzehnfachung des produzierten Datenvolumens auf 163 Billionen Gigabyte prognostiziert. Eine wesentliche Rolle spielen „Embedded Data“, Daten, die automatisch von vernetzten Maschinen, Infrastruktur-, Verkehrs- und Sicherheitssystemen erzeugt werden. Die industrierelevante Vernetzung nimmt demnach deutlich zu. 

Die M+E-Industrie zeigt sich in verschiedenen Perspektiven als Vorreiter der Digitalisierung im Verarbeitenden Gewerbe:

  • In Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus und der Automobilindustrie ist die Digitalisierung häufiger strategisch verankert.
  • Sie wenden wichtige digitale Technologien wie Cloud-Computing, Big Data und Analytics, 3D-Druck, Virtual/Augmented Reality, Robotik sowie Künstliche Intelligenz häufiger an als Unternehmen in anderen Branchen.
  • M+E-Unternehmen sind digital fortgeschrittener, investieren mehr in die digitale Transformation als lediglich computerisierte Unternehmen. Sie haben auch höhere Umsätze mit digitalen Produkten oder Komponenten als andere Unternehmen.

Die Digitalisierung wird auch die Arbeitswelt verändern. Es zeichnet sich für die Zukunft eher eine Verschiebung von Tätigkeiten in den Unternehmen als ein massiver Stellenabbau ab. Derzeit berichten Unternehmen eher von einem Beschäftigungsaufbau im Zuge der Digitalisierung, weil neue Kompetenzen in die Unternehmen integriert werden müssen.   Hier geht’s zum M+E-Strukturbericht.

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Ich wünsche Ihnen einen erntereichen Herbst, wählen Sie klug und vielleicht sehen wir uns ja auf dem Hessischen Unternehmertag mit Ministerpräsident Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, zwei Tage nach der Landtagswahl - am 30. Oktober!  Zur Anmeldung geht’s hier….

Ich würde mich freuen!
Herzliche Grüße
Ihr Dirk Pollert

Ansprechpartner
Dirk Pollert

Dirk Pollert
Hauptgeschäftsführer