Rundum Präzise

KGM Kugelfabrik gehört seit 1. Dezember 2018 zur Verbandsfamilie von HESSENMETALL

Fulda. Seit über 100 Jahren produziert KGM Präzisionskugeln. Im Laufe der Zeit hat das Unternehmen eine wechselvolle Geschichte erlebt. Es überstand zwei Weltkriege, vier Währungsreformen und tiefe Wirtschaftskrisen. Durch ihre Innovationskraft hat das Unternehmen jedoch alle Herausforderungen gemeistert. Ihren zentralen Werten ist KGM in all der Zeit immer treu geblieben: Qualität, Präzision und Kundenzufriedenheit.

Die Kugel eignet sich hervorragend als Dichtung. Dazu kommt, dass sie durch ihre Form eine hohe Druckbeständigkeit aufweist“, erklärt Geschäftsführer Matthias Richter das Produkt seines Unternehmens.

Durch diese Eigenschaften ergeben sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. In Fahrzeugen sorgen Kugeln für Sicherheit, denn eine Kugel zündet im Notfall den Airbag und sichert den Gurt. Durch die Elektromobilität kommt im Fahrzeugbau eine weitere Einsatzmöglichkeit dazu. Hier dient eine Kugel als hochpräzises Steuerelement in der Kühlung des Fahrzeuges und verlängert so dessen Reichweite. Aber auch in der Medizintechnik, zum Beispiel bei Injektionshilfen für Diabetiker, dem sogenannten Insulinpen, kommen Kugeln zum Einsatz. Hier ist besondere Sicherheit, dass stets das richtige Material verwendet wird, gefragt.

„Wir sind nicht der einzige Hersteller von Kugeln. Wer Ausfälle tolerieren kann, der kauft in Asien. Wer in seinen Produkten ausschließlich Präzisionsware einsetzt, der kauft in Deutschland. Das hat natürlich seinen Preis, garantiert aber auch höchste Qualität. Bei uns verlässt keine Kugel ungeprüft das Unternehmen“, beschreibt Matthias Richter den Markt.

Angefangen hat alles im Mai 1913 in Frankfurt am Main. Der erste Großauftrag mit 28,8 Millionen Kugeln geht 1914 in die Niederlande. Als 1918 Kohle als Energieträger für die Produktion fehlt, zieht das Unternehmen nach Fulda in eine Mühle. Fortan sorgt Wasser für den Antrieb der Maschinen. Die ehemalige Hornungsmühle ist auch heute noch Teil des Unternehmens, allerdings verlassen jetzt jährlich rund 4,2 Milliarden einzeln geprüfte Kugeln das Werk.

Die kleinste Kugel, die das Unternehmen in Serienproduktion verlassen hat, hatte einen Durchmesser von unter einem Millimeter und fand in einem Ventil der Feinmechanik seinen Platz. Sein größtes Gegenstück misst 320 mm und wurde in einem riesigen Bagger im Braunkohletagebau verbaut. Das Hauptgeschäft des Unternehmens konzentriert sich allerdings auf Kugeln zwischen einem und 22,25 Millimeter.

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 19 Jahre, das Durchschnittsalter der Belegschaft liegt bei 48 Jahren. Deshalb setzt das Unternehmen verstärkt auf die duale Ausbildung. Das Ausscheiden von Wissensträgern und Führungskräften wird vom Unternehmen von langer Hand vorbereitet. „Wir schreiben diese Stellen sehr langfristig aus, alte und neue Mitarbeiter laufen bis zu einem Jahr parallel. So können wir den Verlust von Fachwissen minimieren. Gleichzeitig bringen neue Mitarbeiter von außen Ideen und Fähigkeiten mit, die die Innovationskraft des Unternehmens stärken.“, erläutert Geschäftsführer Richter die Vorgehensweise des Unternehmens. Bisher konnten alle Stellen besetzt werden. Fulda ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität, dazu kommt die Metallbranche mit attraktivem Entgelt.

Ansprechpartner
Heike Polierer

Heike Polierer
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Offenbach