CEO-Interview mit Steffen Müller

Steffen Müller, CEO horizont group gmbh

 

15.02.2021

 

CEO im Interview: Heute Steffen Müller, Geschäftsführer der horizont group gmbh, Korbach

Unser Format „CEO im Interview" hat zum Ziel, Geschäftsführer mit ihren Unter­nehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle AGV-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Steffen Müller. Er ist Geschäftsführer unseres Mitgliedsunternehmens horizont group gmbh in Korbach.

 

Herr Müller, seit wann besteht Ihr Unter­nehmen, wie viele Beschäftigte haben Sie, und was bietet das Unter­nehmen?

Das Unter­nehmen wurde von meinem Großvater Dr. Heinz Müller vor 75 Jahren in Heskem bei Marburg gegründet. Wir beschäftigen zurzeit über 500 Mitarbeiter in Europa und sind Hersteller und Anbieter für ein komplettes Programm rund um den Elektrozaun sowie für Tierhaltung und Reitsport. Unser zweites Standbein ist die Verkehrssicherung. Wir sind einer der führenden Hersteller für Sicherheit im Straßenverkehr und sind Spezialist für Industrie, Handel, Behörden, Absicherungsfirmen, Feuerwehr und Polizei.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden?

Nach Abitur in Korbach und Studium in Würzburg (Betriebswirtschaft mit Hauptfach Informatik) habe ich erst in Auckland, Neuseeland in einem Unter­nehmen für Weidezaungeräte, Tiererkennung und Milchmengenzähler gearbeitet und bin dann wieder nach Korbach zurückgekehrt. Bei horizont habe ich dann erst in der IT, der Logistik und dem Einkauf gearbeitet. Seit 2009 bin ich Geschäftsführer und für die Bereiche Vertrieb, Buchhaltung, Logistik, Personal und Marketing zuständig.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Am meisten an der Geschäftsführertätigkeit schätze ich, dass ich die Zukunft der Firma horizont relativ frei von Restriktionen gestalten kann. Ich suche weltweit mit nach Kunden und Lieferanten, entscheide, welche Produkte und Produktionsmethoden zu uns passen und welches Personal wir für unsere Herausforderungen benötigen.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Wenn ich in Korbach bin und nicht bei unseren Tochterfirmen oder weltweiten Kunden, habe ich eine normale Arbeitswoche. Ich habe mir tolle Mitarbeiter gesucht, die Verantwortung übernehmen und in meiner Abwesenheit selbst entscheiden können. Mit meiner Familie und Freunden fahre ich am liebsten Rad, wandere in den Bergen und spiele Baseball.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die größte Herausforderung für horizont ist der Fachkräftemangel. Wir finden im Bereich Elektronikfertigung und -entwicklung, Digitalisierung, E-Commerce und Marketing kaum geeignetes Personal. Die qualitativ hochwertige Ausbildung dieser Berufsfelder ist für uns daher überlebenswichtig. Da einige Mitarbeiter nicht aus unserer Region kommen, spielt das Thema langfristige Mitarbeiterbindung und regelmäßiges Homeoffice eine große Rolle.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Wir sind Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, damit der AGV uns bei den Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften unterstützen kann. Wir sind jetzt aber schon länger nicht mehr tarifgebunden, schätzen den AGV bei der Rechtsberatung, dem Weiterbildungsangebot und sein Unternehmernetzwerk.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Schulen und Universitäten müssten mehr mit Unter­nehmen an praxisorientieren Projekten zusammenarbeiten und Kurse/Weiterbildungen zur Unter­nehmensgründung anbieten. Auch müsste die Gründung von Netzwerken und Startups noch mehr gefördert und unterstützt werden.

Vielen Dank!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Arbeitgeberverband HESSEN­METALL Nordhessen