CEO-Interview mit Jürgen Giesler

Geschäftsführer Jürgen Giesler an einem Leichtbau-Roboter: "Mit einem kollaborierenden Roboterarm kann man so gut wie alles automatisieren. Vom Kleben und Montieren bis zu Pick & Place kann ein Roboterarm Prozesse im gesamten Produktionsablauf effizienter

 

28. Juni 2022

 

CEO im Interview: Jürgen Giesler, Giesler Engineering GmbH in Kassel

Das Interview-Format "Fragen an den Geschäftsführer/CEO des Monats" hat zum Ziel, Geschäftsführer mit ihren Unter­nehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle AGV-Mitglieder teilnehmen.

 

Herr Giesler, seit wann besteht Ihr Unter­nehmen, wie viele Beschäftigte haben Sie, und was bietet Ihre Firma?

Den Grundstein habe ich noch während meines Maschinenbaustudiums an der Uni Kassel im Jahr 1996 gelegt. Seither bieten wir Sonderlösungen im Maschinenbau an, die von der Entwicklung über die Konstruktion bis hin zur Lieferung der kompletten Maschinen bzw. Anlagen gehen. Meine bis zu zehn Beschäftigten sind genauso wie ich mit dem Maschinenbau verwurzelt. Es macht uns Spaß, gemeinsam innovative Lösungen für Kundenanforderungen zu erarbeiten.

Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Ich habe im Handwerk den Beruf des Maschinenbauers erlernt. Nach dem Wehrdienst habe ich Maschinenbau studiert und konnte bereits während des Studiums in verschiedenen Konstruktionsbüros weitere Berufserfahrungen sammeln. Zum Abschluss meines Studiums habe ich ein Ingenieurbüro gegründet und dieses später in die Giesler Engineering GmbH überführt.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Dass man gemeinsam mit seinem Team kreativ und innovativ sein kann, es kurze Entscheidungswege gibt und keine müßigen Hierarchieebenen erklommen werden müssen.

Wie viel Freizeit haben Sie, und was machen Sie damit?

Ich unterscheide nicht in Freizeit und Arbeitszeit. Mir steht eine gewisse Lebenszeit zur Verfügung, die ich als Familienmensch flexibel mit den Dingen ausfülle, die mir Spaß machen - und dazu gehört auch mein Beruf.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die Energiewende und die Digitalisierung, wobei ich diese Punkte nicht auf unsere Region beschränke. Wir sind die größte Volkswirtschaft in der EU und verstecken uns derzeit hinter Bürokratismus, dem Datenschutz, Corona und dem Ukrainekrieg. Ich wünsche mir, dass wir zurück zu „Made in Germany“ finden und nicht weiter zur Lachnummer der Weltgemeinschaft verkommen. Mein Lösungsansatz ist der gleiche wie der zu den Zeiten des Wirtschaftswunders: „Aufstehen, anpacken und machen“.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Ich bin ein Netzwerker und habe in diesem Zusammenhang auch den AGV kennengelernt. Ich schätze den Austausch, das Informationsangebot und nebenbei up-to-date gehalten zu werden.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Indem unser Bildungssystem praxisorientierter wird. Kinder und Jugendliche, die theoretisches Wissen in praktischen Projekten handwerklich umsetzen können, lernen motivierter, eigenständiger und effektiver als in den klassischen Bildungswegen. Ich kann mir vorstellen, dass die Jugendlichen dann schneller ihren Traumberuf finden und eher unternehmerisch tätig werden als unter den heutigen Voraussetzungen.

Vielen Dank!

Das Interview führte Frauke Syring, Referentin Presse,
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, HESSEN­METALL Nordhessen.

giesler engineering GmbH