CEO-Interview mit Frank Eith

Geschäftsführer Frank Eith vor einer im Bau befindlichen vollautomatischen Montage- und Verpackungslinie für Wasserfilter

 

28. Mai 2020

 

CEO im Interview - Heute: Frank Eith, Berning Maschinenfabrik, Frankenberg

Unser Interview-Format „Fragen an den Geschäftsführer" hat zum Ziel, Geschäftsführer mit ihren Unter­nehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle AGV-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Frank Eith. Er ist Geschäftsführer unseres Mitgliedsunternehmens Berning Maschinenfabrik GmbH in Frankenberg.

 

Herr Eith, seit wann besteht Ihr Unter­nehmen, wie viele Mitarbeitende beschäftigen Sie, und was bietet das Unter­nehmen?

Unser Unter­nehmen wurde 1943 als Alfred Berning KG in Frankenberg gegründet. Die Wurzeln reichen mit der damaligen Fa. Rafflenbeul aber bis ins Jahr 1888 zurück. Mit ca. 50 hochqualifizierten Beschäftigten sind wir als Maschinen- und Anlagenbauer im Bereich der Verpackungstechnik unterwegs. In den letzten Jahren haben wir uns auch als Sondermaschinenbauer und Systemlieferant in der Montageautomatisierung etabliert.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Nach meinem Ingenieurstudium an der Uni Stuttgart habe ich mich berufsbegleitend systematisch auf eine GF-Position vorbereitet, welche ich jetzt seit knapp 20 Jahren ausübe. Meine Erfahrung reicht vom klassischen Mittelstand bis zum amerikanischen Großkonzern. Spezialisiert bin ich auf die Integration von Unter­nehmen in bestehende Strukturen nach Übernahmen und die Sanierung bzw. Restrukturierung von maroden Gesellschaften. Vor sechs Jahren hat sich daraus eine Beteiligungsmöglichkeit bei der Fa. Berning ergeben. Damit habe ich mir meinen lang gehegten Unternehmertraum erfüllt.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Gestaltungsfreiheit, Entscheidungsfreiheit, Unabhängigkeit

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Viel zu wenig, da scheine ich schlecht organisiert zu sein! Die Zeit, die übrig bleibt, gehört der Familie.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Der Raum Frankenberg unterscheidet sich nicht von anderen Regionen mit ähnlicher Charakteristik. Infrastruktur, Bildung, medizinische Versorgung und kulturelles Angebot bieten Verbesserungspotenzial. Daraus resultiert, insbesondere bei jüngeren Menschen, eine reduzierte Attraktivität. Damit sind wir beim Stichwort Fachkräftemangel angekommen. Direkt entgegenwirken kann man nach meiner Meinung am besten mit eigenen Ausbildungsprogrammen, Weiterbildungsmaßnahmen (z. B. Duales Studium) und einer Firmenkultur, mit der sich die Beschäftigten identifizieren und die sie bindet.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsrecht sind derart komplex, dass in den meisten Unter­nehmen überhaupt keine ausreichende Kompetenz dafür vorgehalten werden kann. Hier bietet der AGV vollumfängliche Unterstützung. Unser Unter­nehmen ist zwar nicht tarifgebunden, aber wir orientieren uns sehr eng an den jeweiligen Tarifabschlüssen und werden damit sehr deutlich durch den AGV entlastet. Letztendlich bin ich auch davon überzeugt, dass durch die Bündelung und Ausrichtung der Arbeitgeberinteressen im AGV deutlich mehr bewirkt werden kann als durch ein Einzelunternehmen.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Man kann die amerikanische Kultur sehen, wie man möchte, aber eines hat sie uns voraus. Schon Kindern wird eine „just do it“ Mentalität vermittelt. Ich würde mir wünschen, dass dieser Mix aus Unbeschwertheit und Chancen denken, Ängste nehmen und Neugierde wecken, auch in unserer Gesellschaft besser transportiert wird. Während in Unternehmerfamilien oft gute Voraussetzungen vorliegen, müssen für Start-ups mehr Ansprechstellen, bessere Finanzierungsinstrumente und weniger Hemmnisse geschaffen werden.

Vielen Dank, Herr Eith!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Arbeitgeberverband HESSEN­METALL Nordhessen