Ein Zeichen von Zuversicht und Verlässlichkeit

Interview

„Gut für Betriebe und Beschäftigte“

Johannes Heger ist Verhandlungsführer der Arbeitgeberverbände von M+E MITTE (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Geschäftsführender Gesellschafter der Heger-Gruppe in Enkenbach-Alsenborn.

Herr Heger, wie bewerten Sie den Tarifabschluss?

Das war ein langer Weg, aber er hat sich gelohnt. Es ist ein wirklich guter Abschluss gelungen – einer, der sowohl den Beschäftigten als auch den Unter­nehmen bei M+E in diesen schwierigen Zeiten Zuversicht und Planungssicherheit gibt. Das sind sehr gute Nachrichten. Die Mitarbeiter bekommen mit der Corona-Beihilfe einen Ausgleich für die besonderen Belastungen in diesem Jahr. Und ab dem Jahr 2022 erhalten sie eine neue Sonderzahlung. In Unter­nehmen mit niedriger Nettoumsatzrendite von weniger als 2,3 Prozent wird das tarifliche Zusatzgeld B (T-ZUG B) im Jahr 2021 automatisch differenziert.

Dafür gaben Sie der Forderung nach Mitsprache im Strukturwandel nach?

Wir haben immer erklärt, dass wir für sinnvolle, freiwillige Modelle offen sind. Genau das haben wir erreicht. Über freiwillige betriebsbezogene Regelungen können Verabredungen zur Gestaltung des Strukturwandels getroffen werden. Das gilt übrigens auch für eine strukturwandelbedingte Arbeitszeitabsenkung, die länger als ein Jahr
dauert. Dabei wird ein teilweiser und gestaffelter Teilentgeltausgleich gewährt, zu dem auch die Beschäftigten ihren Beitrag leisten. Das ist fair. Und der entscheidende Punkt ist: Das alles sind Angebote für unsere Unter­nehmen, die sie nutzen können, wenn es sinnvoll ist.

Sie hatten immer betont, es gäbe nichts zu verteilen.

Das ist auch so. Und das spiegelt der Abschluss auch wider. Die Betriebe haben im Vergleich zum Vorjahr keine zusätzlichen Kostenbelastungen. Wenn sie die automatische Differenzierung in Anspruch nehmen wollen, sinken die Personalkosten sogar.

Was haben die Beschäftigten davon?

Zuerst wird ihr Beitrag in der für alle schwierigen Corona-Phase anerkannt, dann bekommen sie mehr Geld – und mehr langfristige Sicherheit. Denn der Abschluss ist ausgewogen und sorgt dafür, dass Kosten nicht weiter in die Höhe getrieben werden, so stärkt das die Unter­nehmen am Standort Deutschland und macht damit auch die Arbeitsplätze in der Metall- und ElektroIndustrie sicherer.