M+E ZEITUNG 2/2019 - Sonderthema Europawahl



Deutschland ist ein großer Gewinner der europäischen Einigung. Dazu reicht ein Blick in die Büros und in die Fabrikhallen in unserem Land. Unsere Wirtschaft profitiert vom Binnenmarkt. Sie profitiert von der gemeinsamen Währung. Und sie profitiert davon, dass Europa für freien und fairen Welthandel eintritt. Ein starkes Europa sorgt für volle Auftragsbücher; das sichert Wohlstand und Arbeitsplätze.

Gleichzeitig ist die Europäische Union mehr als ein erfolgreicher Wirtschaftsraum. Sie ist auch ein Versprechen: für faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und eine verlässliche soziale Absicherung im internationalen Wettbewerb. In der Europäischen Union herrschen Frieden und Rechtssicherheit – nur so können Wirtschaft und Handel florieren.

Dennoch war dieses Europa nie selbstverständlich. Und auch heute ist es das nicht. Wir Bürgerinnen und Bürger haben es am Wahltag in der Hand. Wir entscheiden, wie es mit Europa weitergeht.

Bei der letzten Wahl zum Europäischen Parlament hat nicht einmal jeder zweite Deutsche seine Stimme abgegeben. Ich wünsche mir, dass es dieses Mal mehr tun! Denn wie bei jeder Wahl gilt: Wer nicht wählt, für den entscheiden andere.

Deshalb meine Bitte: Gehen Sie am 26. Mai wählen – geben Sie Europa Ihre Stimme!

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Fakten zur EU:

EU-Binnenmarkt: Gemeinsam erfolgreicher

Wichtigste Handelspartner unserer M+E-Industrie sind die EU-Staaten: Kunden dort kauften von uns 2018 Produkte im Wert von rund 412 Milliarden Euro. Das ist mehr als die Hälfte des gesamten M+E-Exports. Dass der Binnenmarkt für uns so wichtig ist, liegt auf der Hand: Beim Handel stören keine Zölle oder umständliche Bürokratie. Und abgerechnet wird ganz überwiegend in Euro: Einfacher und günstiger geht es nicht.

Unsere Kunden in den anderen EU-Staaten sichern rund eine Million M+E-Jobs hierzulande direkt sowie Hunderttausende weitere indirekt, etwa bei Zulieferern. Das sind doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Die gegenseitigen Handelsbeziehungen werden eben immer enger und wichtiger.

Innovationen: Gemeinsam fortschrittlicher

Selbststeuernde Fahrzeuge, Industrie 4.0, künstliche Intelligenz: Von solchen Schlüsseltechnologien hängt die Zukunft unserer Industrie ab. Allein hätten wird aber kaum eine Chance gegen die Marktmacht der USA oder Chinas. Anders ist es, wenn alle EU-Länder am selben Strang ziehen.

Bei der Digitalisierung machen sie genau das: Sie treiben den Ausbau der Breitbandnetze, Hochgeschwindigkeits-Computing und Datensicherheit voran. Zudem prüfen sie, ob bestehende Gesetze und Normen für die Zukunft sinnvoll sind. Und nicht zuletzt fördert die EU die technologische Entwicklung. An erster Stelle steht hier das Innovationsprogramm „Horizon 2020“: Mit fast 80 Milliarden Euro unterstützt es die marktnahe Forschung sowie richtungweisende Projekte – darunter die Initiative Symbiotic, bei der sich alles um die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern dreht. Oder das EU-Projekt Fortissimo: Es eröffnet kleineren Unternehmen den Zugang zu Supercomputern und erleichtert ihnen so Neuentwicklungen.

Energieversorgung: Gemeinsam sicherer und sauberer

Auch in der Energieversorgung überzeugt die europäische Idee: Bei Bedarf wird Solarstrom vom Mittelmeer in den Norden transportiert. Umgekehrt fließt von dort Windstrom Richtung Süden, wenn die Sonne schwächelt. Das ist ökologisch und wirtschaftlich gut für uns. Denn M+E braucht Versorgungssicherheit: Stromausfälle würden unsere Hightech-Fertigung lahmlegen.

Jedes EU-Land bestimmt seinen Strommix zwar selbst – also ob Strom etwa aus Wind, Kohle oder Gas gewonnen wird. Und in Sachen Strommarkt, -preise und -leitungen steht nicht alles zum Besten. Doch durch Beschlüsse wie zur „Energieunion“ wird Europas Stromsystem besser vernetzt. Das Ausfallrisiko sinkt, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Klimaschutz gewinnen.

Fachkräftezuwanderung: Gemeinsam besser

Mehr als 610.000 zusätzliche Stammarbeitsplätze haben wir bei M+E seit der Finanzkrise geschaffen. Ende 2018 wurde die Marke von vier Millionen Mitarbeitern getoppt – erstmals seit über 25 Jahren. Trotzdem ist Personalmangel das größte Produktionshindernis für M+E-Betriebe. Denn es reicht nicht, dass wir auf Rekordniveau ausbilden und viel tun, damit Ältere beruflich länger fit bleiben: Es wachsen einfach zu wenig junge Fachkräfte nach.

Da hilft es uns, dass EU-Bürger innerhalb der Gemeinschaft recht einfach dort leben und arbeiten können, wo sie möchten. So sind bei M+E rund 222.750 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus anderen EU-Staaten tätig – vor allem Facharbeiter und Akademiker. Die meisten kommen aus Italien, Polen und Rumänien. Gemeinsam sichern alle Mitarbeiter Unternehmenserfolg und Jobs.

Auch von der Europäischen Ausbildungsallianz EAfA profitieren wir. Sie soll die berufliche Bildung verbessern – gerade im technischen Bereich. Dadurch entstanden bereits Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für weit über eine halbe Million Jugendliche.

Welthandel: Gemeinsam stärker

Offene Grenzen und freier Welthandel sind für Deutschland lebenswichtig. Sie sichern unseren Wohlstand: Hier hängt jeder vierte Arbeitsplatz direkt vom Export ab. Und für diesen ist wiederum unsere M+E-Industrie besonders wichtig: Mit Waren für 768 Milliarden Euro im Jahr stemmt sie zwei Drittel des deutschen Exports.

Gute Geschäfte mit dem Ausland setzen faire Spielregeln, Rechtsund Planungssicherheit voraus. Dafür hat die EU Hunderte Handelsabkommen mit fast allen Staaten der Welt abgeschlossen. Wie wichtig dabei die starke Verhandlungsposition der EU ist, zeigt sich an Großbritannien: Das Land muss im Zuge des Brexits alle Handelsverträge auf sich gestellt neu schließen. Doch wichtige Partner wie China, die USA und Kanada zeigen den Briten bislang die kalte Schulter. Klar ist: Nur mit einem vereinten Europa werden wir in der Welt weiter ernst genommen.

Wir in der M+E-Industrie zu Europa:

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Europa geht uns alle an:

Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse