Westdeutsche feinkeramische Industrie

Der Bundesverband Keramische Industrie (BVKI) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) haben sich am 14. Juli 2021 auf folgendes Tarifergebnis, das ca. 25.000 Beschäftigte betrifft, geeinigt:

Die Laufzeit beträgt 24 Monate: 1. August 2021 bis 31. Juli 2023.

Die Entgelttabellen der geltenden Entgelttarifverträge gelten noch bis zum 28. Februar 2022. Zum 1. März 2022 (bzw. in einzelnen Bereichen zum 1. April 2022) werden die Entgelte dann um 2 % und zum 1. Januar 2023 (bzw. in einzelnen Bereichen zum 1. Februar 2023) um 1,3 % erhöht. Die erste Entgelterhöhung kann je nach wirtschaftlicher Lage um zwei Monate verschoben bzw. um zwei Monate vorgezogen werden.

Die Ausbildungsvergütungen werden zum 1. Januar 2022 (bzw. zum 1. Februar 2022) um 25 € und zum 1. Januar 2023 (bzw. zum 1. Februar 2023) um 20 € in allen Ausbildungsjahren angehoben.

Es wurde eine Verpflichtung zum Abschluss eines Tarifvertrags "Corona-Prämie" vereinbart. Vollzeitbeschäftige erhalten eine "Corona-Prämie" von 500 €. Diese Prämie kann bis auf 650 € erhöht werden, bei sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen. In Unter­nehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten hingegen die Prämie auf bis zu 250 € reduziert werden. Hierzu bedarf es jedoch einer Betriebsvereinbarung.
Auszubildende erhalten 50 % der tarifvertraglich bzw. betrieblich vereinbarten Prämie.
Auszahlungsdatum ist mit der Oktoberabrechnung 2021. Dieses Datum kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung auf maximal Februar 2022 verschoben werden.

Das 13. Monatseinkommen erhöht sich für Vollzeitbeschäftigte von 95 % auf 100 % des tariflichen Monatseinkommens für diejenigen, die zum tarifvertraglich definierten Stichtag die jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen für ein 13. Monatseinkommen in Höhe von 95 % erfüllen.

Der Demografiebetrag steigt für Vollzeitbeschäftigte auf 150 €.

Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie

Am 25. April 2021 einigten sich der Hauptverband Papier und Kunststoffverarbeitung (HPV) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf nachfolgenden Tarifabschluss:

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten vom 1. Februar 2021 bis 31. Januar 2023.

Die tariflichen Ecklöhne der Lohngruppe VI der regionalen Lohntarifverträge und die Ausbildungsvergütungen werden ab 1. Mai 2021 um 1,5 % und ab 1. Mai 2022 um weitere 2,4 % erhöht.

Die Vereinbarungen über Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen vom 19. Februar 2019 werden rückwirkend zum 1. Februar 2021 wieder in Kraft gesetzt.

Kautschukindustrie

Am 22. April 2021 einigten sich der Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie (ADK) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in der zweiten Verhandlungsrunde auf ein Tarifergebnis mit folgenden Eckpunkten:

Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 26 Monaten (1. April 2021 bis 31. Mai 2023).

Ab 1. April 2022 werden die Entgelte um 1,7 % erhöht. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich schrittweise um jeweils 50 € pro Ausbildungsjahr. Mit Zustimmung der Tarifvertragsparteien können diese Erhöhungen um bis zu 3 Monate verschoben werden.

Ab April 2023 wird eine Sonderzahlung in Höhe von 26 % eines tariflichen Monatsentgelts (Beschäftigte im Drei-Schicht-Betrieb erhalten eine Sonderzahlung in Höhe von 29 % eines tariflichen Monatsentgelts) ausgezahlt. Diese Sonderzahlung kann in einen Freizeitausgleich umgewandelt werden.

Vollzeitbeschäftigte erhalten spätestens bis zum 30. Juni 2021 eine „Corona Prämie“ von 500 € (Auszubildende 250 €). Diese Prämie erhöht sich auf 800 € pro Beschäftigtem (400 € pro Auszubildendem) für Unter­nehmen, die im Jahr 2020 über 5% Umsatzrendite erwirtschaftet haben.

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Martina Zilch

Martina Zilch
Syndikusrechtsanwältin Tarifwesen und Arbeitswissenschaft