Herbstumfrage 2018

Vorbemerkung: Im Oktober 2018 haben die fünf Bezirksgruppen von HESSENMETALL erneut ihre Mitgliedsunternehmen nach deren Einschätzungen über ihre aktuelle wirtschaftliche Situation und der weiteren Entwicklung befragt.

An dieser Erhebung haben sich diesmal insgesamt 144 Mitgliedsunternehmen mit knapp 43.000 Beschäftigten beteiligt. Bei der Auswertung ist jede Rückmeldung mit einer Stimme berücksichtigt worden.

Die kursiv dargestellten Teile der Auswertung bieten einen Vergleich zu den Erhebungsergebnissen der „Frühjahrsumfrage 2018“.

Ergebnis:
Gegenüber den Beurteilungen aus vergleichbaren Umfragen im Frühjahr 2018 und Herbst 2017 ist die aktuelle wirtschaftliche Situation von den diesmal an der Umfrage beteiligten hessischen M+E-Mitgliedsunternehmen insgesamt etwas zurückhaltender beurteilt worden; auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate werden vergleichsweise weniger optimistisch eingeschätzt.

Weiterhin anhaltende globale Handelskonflikte, politische Unsicherheiten, rückläufige Wachstumsprognosen, und zunehmende Kostenbelastungen hinterlassen nunmehr – trotz der weiterhin hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit der hessischen M+E-Industrie – ihre Spuren im Bewusstsein der verantwortlichen Unternehmens-Leitungen.

Neue Herausforderungen bei der Digitalisierung der Arbeitswelt erfordern auch neue Strukturen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen – und eine neue Qualität der Arbeitskräfte. So beschäftigt sich die diesjährige „Aktuelle Frage“ mit dem Schwerpunkt-Thema „Fachkräftesicherung“. Die wesentlichen Ergebnisse im Einzelnen:

Beurteilung der Allgemeinen Geschäftslage

Gute Ausgangslage mit zurückhaltender Einschätzung der Weiterentwicklung

Die Lage im Herbst 2018 wird von über 62 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen als „gut“ beurteilt; mehr als 29 Prozent beurteilen sie als “befriedigend“, aber bereits nahezu 9 Prozent als „schlecht“.
Für den 6-Monats-Zeitraum bis Frühjahr 2019 erwarten mehr als 71 Prozent eine „vergleichbare“ Weiterentwicklung der gegenwärtigen Lage, mehr als 14 Prozent gehen von einer „besseren“ Entwicklung, aber ebenso viele von einer „schlechteren“ aus.
Zum Vergleich: In der entsprechenden Auswertung vom Frühjahr 2018 hatten 64 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als „gut“, 35 Prozent als „befriedigend“, und lediglich 0,8 Prozent als „schlecht“ beurteilt.

Beurteilung der Auftragsbestände

Solide Ausgangssituation, verhaltene Zukunftsbeurteilung

Der mit 45 Prozent größte Anteil der beteiligten M+E-Unternehmen hält ihre Auftragsbestände im Herbst 2018 für „ausreichend“; 40 Prozent schätzen den Bestand dieses „Zukunftsindikators“ sogar als „verhältnismäßig groß“ ein. Bei mehr als 14 Prozent allerdings ist er bereits „zu gering“.
Bis zum Frühjahr 2019 wird von knapp 62 Prozent der beteiligten Unternehmen von einer Fortsetzung der bestehenden Beurteilungs-Struktur ausgegangen; 20 Prozent rechnen sogar mit einer Verbesserung ihrer Auftragslage, aber 18 Prozent befürchten „eher abnehmende“ Auftragsbestände.
Damit hat sich die Beurteilung dieses Zukunftsindikators gegenüber den Ergebnissen aus der Frühjahrsumfrage 2018 deutlich verschlechtert: Vor einem halben Jahr hatten noch 45 Prozent ihre Auftragsbe-stände als „verhältnismäßig groß“ und ebenso viele als „ausreichend“ beurteilt. 23 Prozent waren von weiteren Steigerungen und lediglich knapp 15 Prozent von „eher abnehmenden“ Auftragsbeständen ausgegangen.


Umsatzentwicklung

Weiterhin gute Ausgangslage, nach wie vor überwiegend positive Erwartungen

Mit einem Anteil von fast 56 Prozent schätzt die überwiegende Mehrheit der beteiligten M+E-Unternehmen nach wie vor ihre Umsätze im Herbst 2018 als „gut" ein. Bei mehr als 34 Prozent sind sie „befriedigend“ ausgefallen, aber 10 Prozent beklagen bereits ihre „schlechte“ Umsatz-Situation.
Für das kommende Halbjahr bis zum Frühjahr 2019 erwartet eine deutliche Mehrheit von über 62 Prozent eine „eher gleichbleibende“ Fortsetzung der gegenwärtigen Ausgangslage. Allerdings prognostizieren fast 15 Prozent „eher fallende“ Umsätze. Der Anteil derjenigen M+E-Unternehmen, die von „eher steigenden“ Umsätzen ausgehen, liegt aber mit über 23 Prozent immer noch höher.
Zum Vergleich: Nach den Erhebungsergebnissen vom Frühjahr 2018 war der Anteil steigender Umsatzerwartungen mit 22 Prozent deutlich höher als der mit zurückgehenden mit fast 11 Prozent.


Ertragsentwicklung

Befriedigendes Niveau bei zurückhaltenden Erwartungen

Die Grundlage und Voraussetzung für die nachhaltige Weiterentwicklung eines Unternehmens und die Finanzierung von Investitionen bildet das Ertragsniveau, das im Herbst 2018 nach der Einschätzung von 47 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen als „befriedigend“ eingestuft wird. Immerhin fast 41 Prozent geben sogar an, ihre Erträge seien „gut“. Über 12 Prozent beklagen allerdings ihre „schlechte“ Ertragslage.
Die Erwartungen bis zum Frühjahr 2019 lassen eine Fortsetzung dieser Tendenz erwarten: So prognostizieren fast 68 Prozent der Unternehmen ein „eher gleich bleibendes“ Ertragsniveau. Fast 19 Prozent gehen von einem „eher steigenden“, fast 14 Prozent aber von einem „eher fallenden“ Ertragsniveau aus. Die grundsätzlich positive Einschätzung der Ertragsentwicklung hat damit einen leichten Dämpfer für die weitere Entwicklung erhalten.


Entwicklung der Investitionen

Investitionen weiterhin auf hohem Niveau – Schwerpunkte bei Ersatz-, Produkt- und Ra-tionalisierungsinvestitionen – Euroraum bei Auslandsinvestitionen nach wie vor an der Spitze, leichte Zunahmen bei Nordamerika und Südamerika

Mehr als die Hälfte der beteiligten M+E-Unternehmen (53 Prozent) geben an, dass die Höhe ihrer Nettoinvestitionen im Herbst 2018 „ausreichend“ ist. Für fast 32 Prozent sind sie sogar „verhältnismäßig hoch“ und lediglich 15 Prozent halten sie gegenwärtig für „zu gering“.
Für die Abschätzung der Entwicklung im kommenden Halbjahr gilt für mehr als 61 Prozent eine „eher gleichbleibende“ Tendenz der Ausgangslage. Mehr als 22 Prozent gehen sogar von „eher steigenden“, aber fast 17 Prozent von „eher fallenden“ Investitionen aus.



Im Herbst 2018 bilden die Ersatzinvestitionen nach wie vor mit einem Anteil von über 31 Prozent einen signifikanten Schwerpunkt, gefolgt mit mehr als 21 Prozent von den Produktinvestitionen, mit über 17 Prozent von Rationalisierungsinvestitionen und 16 Prozent in die Qualifikation von Mitarbeitern. Damit wird deutlich, dass die Wettbewerbssituation und die Herausforderungen durch die zunehmende Digitalisierung die hessischen M+E-Unternehmen zum einen dazu zwingt, ihren Produktionspark weiter zu entwickeln, zum anderen ihre Produkte zu modernisieren und angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels ihre eigenen Mitarbeiter für die neuen Produktionsverfahren und Produkte zu qualifizieren. Beschäftigungswirksame Erweiterungsinvestitionen haben gegenwärtig einen Anteil von über 10 Prozent und Umweltschutzinvestitionen – angesichts der hohen bereits erreichten Standards – einen Anteil von knapp 4 Prozent.
Gegenüber den vorausgegangenen Umfrageergebnissen hat sich damit die Anteils-Struktur der Investi-tionsschwerpunkte nicht geändert.



Für das kommende Halbjahr bis Frühjahr 2019 sind nach Einschätzung der beteiligten M+E-Unternehmen aber signifikante Änderungen zu erwarten: So wird bei den Ersatzinvestitionen mit einem deutlichen Anteilsrückgang auf 27 Prozent, bei den Rationalisierungsinvestitionen auf 15 Prozent gerechnet. Dagegen werden die Unternehmen den Anteil ihrer Produktinvestitionen auf über 23 Prozent steigern. Deutlich zunehmen werden auch die Investitionen in die Qualifikation der Mitarbeiter auf über 18 Prozent. Eine Anteils-Steigerung auf 13 Prozent ist auch bei den beschäftigungswirksamen Erweiterungsinvestitionen zu erwarten.

Der Auslandsanteil ihrer gesamten Investitionen liegt bei den beteiligten M+E-Unternehmen im Herbst 2018 bei 13,9 Prozent.
Gegenüber dem Erhebungsergebnis vom Frühjahr 2018 hat sich dieser Investitionsanteil lediglich um 0,8 Prozentpunkte erhöht.
Der Schwerpunkt der Auslandsinvestitionen liegt nach wie vor mit 58 Prozent im „Euroraum“, mit erheblichem Abstand gefolgt mit über 21 Prozent von „Asien“ und mit mehr als 9 Prozent von „Nordamerika“. Das „Übrige Europa“ folgt mit fast 8 Prozent und „Südamerika“ mit nahezu 4 Prozent.
Damit hat sich die Bedeutung von Nordamerika und Südamerika bei den Auslandsinvestitionen im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen etwas verstärkt; im Gegenzug sind die Anteile von Asien und dem Euroraum zurückgegangen.




Exporte

Exportschwerpunkt weiterhin im Euroraum – eher gleichbleibende Exportentwicklung erwartet

Der durchschnittliche Exportanteil der beteiligten M+E-Unternehmen beträgt im Herbst 2018 42,4 Prozent. Dabei liegt der Exportschwerpunkt mit einem Anteil von über 41 Prozent nach wie vor im „Euroraum“. Damit zeigt sich erneut die hohe internationale Wettbewerbs-fähigkeit der hessischen M+E-Industrie im unmittelbaren, nicht von Währungseffekten beeinflussten, europäischen Umfeld. Mit einem Exportanteil von fast 24 Prozent steht „Asien“ wiederum an zweiter Stelle. Die Regionen „Nordamerika“ belegen mit über 17 Prozent und „Übriges Europa“ mit knapp 15 Prozent die nächsten Plätze im Export-Ranking. Das Schlusslicht bildet nach wie vor „Südamerika“ mit fast 3 Prozent.



Knapp 59 Prozent der beteiligten Unternehmen beurteilen ihre Exporte im Herbst 2018 insgesamt als „ausreichend“, fast 26 Prozent melden sogar „verhältnismäßig hohe“ Exporte, bei über 15 Prozent sind sie allerdings „zu gering“. Für die Entwicklung im kommenden halben Jahr bis zum Frühjahr 2019 rechnen mit über 73 Prozent fast drei Viertel der beteiligten Unternehmen damit, dass ihre Ausfuhren „eher gleich bleiben“, fast 19 Prozent gehen von „eher steigenden“ und lediglich etwas mehr als 8 Prozent von „eher fallenden“ Exporten aus.



Beschäftigungsentwicklung

Weiterer Beschäftigungsaufbau zu erwarten – rückläufige Zeitarbeitsanteile

Das Niveau der von den beteiligten M+E-Unternehmen im Herbst 2018 gemeldeten mehr knapp 43.000 Beschäftigten wird sich im kommenden halben Jahr bis zum Frühjahr 2019 weiter erhöhen: Es ist mit einer Zunahme von 0,7 Prozent zu rechnen. Demgegenüber wird im kommenden Halbjahr die Zahl der gesondert erfassten Zeitarbeitnehmer weiter zurückgehen: um 3,4 Prozent.



Besonders betroffen von den Entwicklungstendenzen bei der Beschäftigung ist im Herbst 2018 erneut – mit fast 49 Prozent – der Produktionsbereich; dies wird auch für die weitere Entwicklung im kommenden Halbjahr erwartet. Die anderen Bereiche liegen derzeit nach den Ergebnissen der aktuellen Umfrage deutlich niedriger – bei Anteilen zwischen 13 Prozent und 17 Prozent. Diese Struktur wird sich auch in den kommenden sechs Monaten nicht gravierend ändern.



Aktuelle Frage - Fachkräftesicherung

Allgemeiner Auswertungs-Hinweis: Zur Verdeutlichung der Ergebnisse der Tendenzaussagen sind bei der Auswertung der einzelnen Fragestellungen die jeweiligen Meldungen zu den einzelnen Stufen links und rechts der (neutralen) Mitte jeweils mit ansteigenden positiven (rechts der Mitte) und negativen (links der Mitte) Werten (Intervall - 5 bis + 5) gewichtet worden. Anschließend ist daraus ein „gewichteter Saldo“ ermittelt worden, der – neben der Säulendarstellung in den Grafiken – den Schwerpunkt der jeweiligen Aussagen zum Ausdruck bringt.

Die generelle Eingangsfrage zu dem Fragenkomplex „aktuelle Betroffenheit von Fachkräfteengpässen“ ergibt unter den beteiligten hessischen M+E-Unternehmen eine eindeutige Schwerpunktbildung in Richtung einer „spürbaren“ Betroffenheit – der gewichtete Schwerpunkt liegt mit + 2,04 Punkten deutlich im Betroffenheitsfeld.

Von Fachkräfteengpässen betroffene Qualifikationsebenen:

Die detailliertere Fragestellung nach den Fachkräfteengpässen bei den einzelnen Qualifikationsebenen ergibt ein sehr differenziertes Bild:

  • Als am wenigsten ausgeprägt beurteilen die beteiligten M+E-Unternehmen ihre Engpass-Problemlage in der Kategorie „An- und Ungelernte“. Hier stellen in der höchsten möglichen Stufe lediglich 2,1 Prozent der Unternehmen eine starke Betroffenheit fest, während 46,5 Prozent in der niedrigsten Stufe angeben, dass sie nicht betroffen sind; der gewichtete Schwerpunkt liegt hier bei - 2,97 Punkten – und ist damit deutlich im linken Teil der Betroffenheitsskala angesiedelt.
  • Anders die übrigen Qualifikationsebenen, bei denen sich trotz unterschiedlicher Verteilung der Angaben die gewogenen Schwerpunkte stets rechts von der neutralen Null-Linie bewegen:

    • Besonders ausgeprägt stellt sich dieser Effekt bei den „Fachkräften mit Berufsausbildung“ dar, bei denen die Verteilung der Nennungen ebenso wie der Schwerpunkt mit + 1,62 Punkten eindeutig im Bereich der stärkeren Betroffenheit liegen.
    • Die Engpass-Betroffenheit bei „Meistern und Technikern“ ist deutlich geringer ausgeprägt – nicht zuletzt wegen der hohen Werte bei der Antwortmöglichkeit „gar nicht betroffen“, während die Verteilung der Nennungen bei der stärkeren Betroffenheit ein ähnliches Bild ergeben, wie bei den „Fachkräften“. Dennoch: der gewichtete Schwerpunkt liegt mit + 0,61 Punkten rechts neben der neutralen Null-Linie. Hier könnte sich allerdings der Umstand wiederspiegeln, dass diese Unternehmen gar keine oder nur wenige Meister oder Techniker beschäftigen bzw. in dieser Kategorie nur eine geringe Engpass-Situation vorliegt und damit die Betroffenheit insgesamt eher geringer ausfällt.
    • Diese Vermutung kann auch für die Kategorie der „Akademisch ausgebildeten Fachkräfte“ gelten: auch hier wird zwar die Antwortmöglichkeit „gar nicht betroffen“ mit 17,6 Prozent am häufigsten angegeben, der Schwerpunkt bildet sich hier aber – ähnlich wie in der Kategorie „Meister und Techniker“ – im Betroffenheitsfeld rechts von der Neutral-Linie mit + 0,63 Punkten.



Von Fachkräfteengpässen betroffene Berufsfelder:

Die differenzierte Fragestellung nach der Betroffenheit bei einzelnen Berufsfeldern zeigt sowohl bei den Metallberufen mit + 1,04 Punkten als auch bei den Elektroberufen mit + 0,52 Punkten Schwerpunkte im Bereich rechts von der Neutral-Linie. Auch hier wird – wie oben bereits festgestellt – anhand der hohen Antwort-Anzahl bei der „Nicht-Betroffenheit“ deutlich, dass eine Reihe der teilnehmenden M+E-Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen Fachkräfteengpässe nicht in einer personalpolitisch relevanten Größenordnung ansiedelt. Bei den IT-Berufen zeigt sich mit einer hohen Anzahl der Angaben zur „Nicht-Betroffenheit“, dass viele M+E-Unternehmen dieses Berufsfeld bisher als unproblematisch betrachten. Aller-dings sind auch die Angaben zur „spürbaren“ Betroffenheit in einer relativ konstanten Größen-ordnung angesiedelt, so dass der „gewichtete Schwerpunkt“ mit - 0,76 Punkten zwar im eher unproblematischen Bereich links der Neutral-Linie liegt, dies aber im Wesentlichen von den hohen Werten der Nicht-Betroffenheit abhängig ist.
Ähnliche Effekte zeigen sich auch bei den weiteren Berufsfeldern:

Wegen der hohen Angaben zur „Nicht-Betroffenheit“ liegt der „gewichtete Schwerpunkt“ mit - 0,90 Punkten auch bei den „Anderen technischen Berufen" links von der Neutral-Linie und signalisiert damit eine eher unproblematische Situation. Ähnlich die Angaben bei den „Kaufmännischen Berufen“, die sogar deutlich auf der Negativ-Seite der Beurteilungsskala bei - 2,06 Punkten liegen. Auch die „Weiteren Berufe“ sind mit - 2,89 Punkten in diesem Beurteilungsfeld angesiedelt.

Personalpolitische Instrumente und Maßnahmen:

An erster Stelle der von den beteiligten hessischen M+E-Unternehmen angewendeten Maßnahmen zur Fachkräftesicherung steht mit fast 86 Prozent der positiven Angaben die „Fortbildung beschäftigter Fachkräfte“. Hinzu kommt hier die Aussage von knapp 10 Prozent, dass sie diese Maßnahme bisher noch nicht durchgeführt haben, dies aber planen. Auch die „Vorausschauende Personalplanung“ (knapp 81 Prozent), die „Nutzung neuer Rekrutierungswege“ (mehr als 75 Prozent) sowie die „Ausbildung von Nachwuchskräften“ (knapp 74 Prozent) haben einen hohen Stellenwert beim Einsatz personalpolitischer Instrumente und Maßnahmen. Am geringsten genutzt werden dagegen das „Angebot von E-Learning im Betrieb“ („Ja“-Anteil: knapp 25 Prozent), eine „spezifische Weiterbildung zur Digitalisierung“ („Ja“-Anteil: knapp 28 Prozent) sowie die „Rekrutierung spezifischer Zielgruppen“ („Ja“-Anteil: mehr als 28 Prozent) (Zu den weiteren Instrumenten und Maßnahmen: vgl. die grafische Darstellung).

Nutzung der Nachwuchssicherungsangebote von HESSENMETALL:

Fast 36 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen geben an, die von HESSENMETALL eingerichtete Online-Börse für Praktikums-, Ausbildungs- und Duale Studienplätze zu nutzen. Es folgen mit mehr als 24 Prozent die Nutzung der Online-Börse für Jobs und Praktika für Ingenieure sowie mit über 19 Prozent der gemeinsame Auftritt bei Messe-Veranstaltungen. Die Nutzung der weiteren HESSENMETALL-Angebote stellt sich wie folgt dar:

M+E-InfoTruck: 10,4 Prozent„I AM MINT“ (Azubis erklären Ausbildungsberufe): 8,9 ProzentInnovationswettbewerb  „M+Eine Zukunft“: 6,7 ProzentGastgeberfunktion bei Wettbewerben: 5,9 Prozent.

Unterstützungswünsche bei personalpolitischen Maßnahmen und Instrumenten:

Die Unterstützungswünsche der beteiligten M+E-Unternehmen in Bezug auf personalpolitische Instrumente und Maßnahmen konzentrieren sich nach den Ergebnissen dieser Umfrage auf das Angebot eines Erfahrungsaustauschs – z. B. zu einer „Familienfreundlichen Personalpolitik“ mit 42 Prozent, der „Nutzung neuer Rekrutierungswege“ mit knapp 39 Prozent sowie auf das Thema „Flexible Arbeitszeit und Vertrauensarbeitszeit“ mit knapp 36 Prozent. Der Wunsch nach Weiterbildungsveranstaltungen von HESSENMETALL zum Thema „Fortbildung beschäftigter Fachkräfte“ besteht bei knapp 18 Prozent, mehr als 16 Prozent benennen die „Spezifische Weiterbildung zur Digitalisierung“, über 14 Prozent die „Weiterqualifizierung von An- und Ungelernten“ und mehr als 13 Prozent das „Angebot von E-Learning im Betrieb“ als mögliche Veranstaltungsthemen. Unterstützungswünsche für Digitale Fortbildungsangebote
werden zu den einzelnen Kategorien im Bereich zwischen 2,4 Prozent und 13,8 Prozent geäußert und für die Rekrutierung von Hochschulabsolventen wird mit sehr geringen Nennungen (zwischen 0,7 Prozent und 6,0 Prozent) von den beteiligten M+E-Unternehmen keine nachhaltige Verbandskompetenz erwartet.



Bei einzelnen Seminarangeboten der Bildungswerke bildet sich ein „gewichteter Schwerpunkt“ im Bereich eines „spürbaren“ Bedarfs. Hierzu gehören mit + 0,76 Punkten in erster Linie die „Förderung der Weiterbildungsbereitschaft der Mitarbeiter“, mit + 0,27 Punkten die „Vermittlung von Software-Kompetenz“, mit + 0,26 Punkten „Angebote zum vernetzten Lernen“ und mit + 0,23 Punkten die „Vorbereitung auf die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik in der Produktion“.

Die Vermittlung von IT-Fachkräften in unterschiedlichen betrieblichen Bereichen wird dagegen von den beteiligten M+E-Unternehmen eher als ein nicht notwendiger Unterstützungsbedarf eingestuft.

Dies gilt ebenso für den Verleih von IT-Fachkräften in unterschiedlichen betrieblichen Bereichen; auch in diesem Feld ist wegen der durchweg hohen Anzahl von Meldungen, die „keinen Unterstützungsbedarf“ signalisieren, eher von einem geringfügigen Bedarf auszugehen (zu den einzelnen vorgeschlagenen Weiterbildungsmaßnahmen: vgl. die grafischen Darstellungen).



Ansprechpartner
Heinz Günter A. Decker

Heinz Günter A. Decker
Volkswirtschaft, Statistik, Umfragen Ausbildungsleiter