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Nachwuchs: Isabelle Himbert ist Geschäftsführerin – und engagiert sich im Netzwerk für Frauen in Führungspositionen

Wirtschaftszeitung Aktiv vom 23. Oktober 2021

Obertshausen. Locker und unkompliziert läuft Isabelle Himbert durch die Produktion von Arno Arnold in Obertshausen. Sie bleibt stehen bei Samuel Schaubert, der die große Faltmaschine bedient. Ein paar Fragen, ein kurzer Gedankenaustausch und weiter geht’s.

Die junge Frau ist Junior-Geschäftsführerin des traditionsreichen Familienunternehmens mit knapp 100 Mitarbeitern, das sich auf die Entwicklung von Schutzabdeckungen spezialisiert hat. Sie führt es zusammen mit ihrem Vater Wolf Matthias Mang und seit Juni diesen Jahres mit ihrem Ehemann Benedikt Himbert.

Erfahrungsaustausch und Rüstzeug für den Alltag

Vor einem knappen Jahr hat Isabelle Himbert im Ehrenamt den ehrenamtlichen Vorsitz des Netzwerks Frauen in Führungspositionen übernommen. Auf ihre Initiative hin hatte es der Arbeitgeberverband Hessenmetall ins Leben gerufen.

„Wir wollen die Frauen in der hessischen M+E-Industrie sichtbarer machen, ihnen eine Plattform anbieten zum Erfahrungsaustausch und das notwendige Rüstzeug mitgeben, mit dem sie ihre Karriere verwirklichen können“, sagt die Betriebswirtin. Gemeinsam mit Sabine Stoll Wewior, Referentin Bildung beim Arbeitgeberverband Hessenmetall, hat sie ein entsprechendes Konzept erarbeitet.

„Wir bieten verschiedene Veranstaltungsformate und Netzwerk-Möglichkeiten, Seminare und Workshops bis hin zu Coaching- und Mentorinnen-Programmen an“, erläutert Stoll Wewior. Am 20. Januar 2021 startete das Netzwerk mit einer ersten Veranstaltung, die – so wie die folgenden Treffen – Corona-bedingt nur online stattfinden konnte.

"Wir geben Impulse und machen Mut!"

Sabine Stoll Wewior, Bildungsreferentin Hessenmetall

Zu den ersten Referentinnen zählten unter anderem Dr. Ariane Reinhart, Mitglied des Vorstands der Continental AG, und Dr. Bettina Volkens, viele Jahre Mitglied im Vorstand der Lufthansa.

Diverse Teams motivieren sich zu Höchstleistungen

Die Managerinnen erzählten von Höhen und Tiefen, gaben Tipps und machten Mut für das Arbeiten in einer Männerdomäne. „Haben Sie Mut, machen Sie sich groß und suchen Sie sich weibliche und auch männliche Verbündete für Ihre Interessen“, empfahl Dr. Bettina Volkens. Und für Dr. Ariane Reinhart steht fest: „Diverse Teams können sich gegenseitig zu Höchstleistung motivieren, und dieses Potenzial zu verschenken, wäre für jedes Unter­nehmen fatal.“

Bei den Teilnehmerinnen kam das gut an. Die nächsten Events sind schon geplant. Und was wäre für das Netzwerk der größte Erfolg? Isabelle Himbert: „Dass unser Netzwerk in einigen Jahren überflüssig ist, weil Frauen in Führungspositionen in den M+E-Betrieben dann längst eine Selbstverständlichkeit sind.“

Text: Maja Becker-Mohr

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Sabine Stoll Wewior

Sabine Stoll Wewior
Referentin Bildung