„Wir verbinden Hessen in seiner Vielfalt“ – Ute Wellsteins Update zum crossmedialen Wandel beim hr

Veranstaltungsreihe „Quo vadis Kommunikation? Konzentration in den Medien"

M+E Communicators‘ Club, Dienstag, 1. Februar 2022| Ein Bericht von Talisa Dean, HESSEN­METALL Offenbach und Osthessen

Crossmedia – ein omnipräsentes, unabdingbares und – bei Zeiten auch – wenig greifbares Stichwort in der scheinbar ausufernden Kommunikationswelt. Klar bleibt aber: Die stetig wachsende Bandbreite an traditionellen und neuen medialen Ausspielkanälen klug zu verknüpfen, sodass sie sich entsprechend ihrer Inhalte sowie Zielgruppen ergänzen und erweitern – das ist das Erfolgsrezept. „Wir verbinden Hessen in seiner Vielfalt“, sagt auch Ute Wellstein, Leiterin des Crossmedialen Landesstudios Wiesbaden des Hessischen Rundfunks (hr) dazu, wenn man sie fragt, was sie aus jenem Rezept macht, wenn es ans Eingemachte, nämlich die alltägliche Umsetzung dieser anspruchsvollen Strategie, geht.

In der ersten Veranstaltung des Communicators‘ Club von HESSEN­METALL in 2022, in dem die Mitglieder die beliebte Veranstaltungsreihe „Quo vadis Kommunikation? Konzentration in den Medien" fortsetzten, gab Wellstein zu verstehen, dass jener Leitspruch beim hr ein Zusammenspiel auf mehreren Ebenen ist. Besonders aufschlussreich – Wellsteins Kommentare und Hinweise zur „Hessenschau“ in diesem Zusammenhang. Die Journalistin zeigte am Beispiel dieses hr-Flaggschiffs, „mit einer durchschnittlichen Reichweite von etwa 800 000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Hessen“, wie sich der fortlaufende Veränderungsprozess namens Crossmedialität und dessen Begleiterscheinungen in den Fernsehlokalnachrichten ihres Medienhauses entwickelt und welche Konsequenzen das mit sich bringt.

Herausforderung angenommen

„Wir erreichen bestimmte Milieus nicht mehr, wenn wir Diversität nicht als Mission verstehen“, betonte Wellstein. Nur ein Kanal für maximale Reichweite, das gehe natürlich lange nicht mehr. Deswegen habe man zum Beispiel auch die Herausforderung Social Media früh angenommen, in mehr als eine Chance verwandelt und gerade bei einem Aushängeschild wie der Hessenschau das Kerngeschäft neu, oder besser, noch genauer definiert. „Wir setzen hier jetzt ganz gezielt auf Familie“, erklärte Wellstein und knüpfte an die vermeintlich gängigen aber mehr als entscheidenden Entwicklungsparameter, die jede Medienlandschaft vereint, an: Immer heterogeneres Publikum, immer heterogenere Interessen sowie immer spezifischerer Medienkonsum und -geschmack – ein antreibendes Spannungsverhältnis zwischen Etabliertem und Progressivem, Jung und Alt – online und offline und allem dazwischen. Für zielführende Entspannung, wie Wellstein ausführte, könne nur die Spezialisierung, die Konzentration auf das Wesentliche, sorgen, das Schaffen von Expertengruppen für spezielle Formate und zugehörige Zielgruppen, jedoch ohne, dass sich diese Teams gegenseitig – oder gar ihr spezifisches Publikum selbst – aus den Augen verlieren. Die Basis hierfür ist selbstverständlich eine wandelbare Organisationsstruktur, in der Content von heute produziert wird. Und genau diesem Ansatz folgt auch das crossmediale Studio Wiesbaden des hr, welches Ute Wellstein leitet: „Über die Abteilung „Hessen-Information“ liefern wir zum Beispiel seit Jahren zentral aktuelle Geschichten und Nachrichten aus Hessen für alle Ausspielwege“, berichtete sie.


Wegweisender Dreh- und Angelpunkt

Regionalität, gezielte Vertiefung und strategische Anpassung der Eigenmedien an diese vielschichtigen Herausforderungen in der Medienarbeit, wie ebenfalls in Ute Wellsteins Input angerissen, sind zentrale, wenn auch umfangreiche Fokuspunkte, die sich in den Ansprüchen der Mitglieder des HESSEN­METALL Communicators‘ Club finden und deren zugehörige Kommunikation dominieren. Das bestätigte auch das Ergebnis der „Mentimeter“-Abfrage während der Online-Veranstaltung. Diese entscheidenden Parallelen zwischen dem Lokaljournalismus des hr und der regionalen Verbands- bzw. Unter­nehmenskommunikation von HESSEN­METALL, ergeben sich hauptsächlich aus einem konstanten wegweisenden Dreh- und Angelpunkt heraus: der Betroffenheit. Was passiert vor meiner Haustür? In meiner Region und darüber hinaus? Große Themen mit persönlicher Wirkung. Denn diese Fragen stellt sich selbstverständlich nicht nur das Publikum des hr, sondern auch die Akteurinnen und Akteure, für deren Interessen HESSEN­METALL steht – vor allem, wenn es um den lebensentscheidenden Bereich schlechthin geht: unsere Wirtschaft. „Hier sind anschauliche Beispiele wichtig, um illustrieren zu können, was komplexe Geschehnisse in diesem Bereich für den Otto Normalverbraucher vor Ort bedeuten“, sagte Ute Wellstein im Austausch hierzu.

Als der lokale Vertreter der Metall- und Elektro-Industrie sowie der IT-Branche auf Landes- und Regionalebene befindet sich HESSEN­METALL in einem sehr ähnlichen Szenario wie der hr, das sich analog in den gewaltigen Anforderungen an dessen Kommunikations- und Medienaktivitäten als Verband wiederspiegelt. Die Mission: Tradition trifft Innovation. Das Ziel: strukturellen, digitalen, ökonomischen und ökologischen Wandel versöhnen sowie dabei neues Potential freisetzen. In der Hauptrolle: spannende Geschichten aus Hessens größter Industrie und über zugehörige neue Player – also den Unter­nehmen direkt um die Ecke.

>>Eine Präsentation sowie eine Mentimeter-Umfrage finden Sie in unserem Serviceportal.